
Martinique: Das tropische Frankreich
Berge, Wasserfälle und schwarze Sandstrände: 2019 haben wir Martinique als tropisches Stück Frankreich vorgestellt. Inzwischen trägt die Insel ein UNESCO-Welterbe-Siegel. Wir haben den Klassiker neu aufgelegt – mit dem, was heute wirklich zählt.
Als wir Martinique im Sommer 2019 zum ersten Mal porträtiert haben, galt die Insel noch als Geheimtipp unter Karibik-Reisenden. Sechs Jahre später hat sich einiges verschoben: Seit September 2023 stehen die Vulkane und Wälder rund um die Montagne Pelée auf der UNESCO-Welterbeliste. Damit ist aus dem Geheimtipp ein Reiseziel mit Gütesiegel geworden. Höchste Zeit also, unseren Klassiker auf den aktuellen Stand zu bringen und dir zu zeigen, was die französische Karibikinsel heute ausmacht.
- Martinique ist französisches Übersee-Département in der Karibik, gehört zur EU und du zahlst mit Euro – kein Geldwechsel nötig.
- Die Montagne Pelée (1.397 m) und die Pitons im Norden sind seit 2023 UNESCO-Welterbe.
- Beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Dezember bis April, die Hurrikan-Saison läuft von Juni bis November.
- 250 Kilometer Wanderwege, schwarze und weiße Strände, Kitesurfen, Canyoning und Tauchen an einem Ort.
- Amtssprache ist Französisch, gesprochen wird daneben das kreolische Martinikanisch.

Warum Martinique zu Frankreich gehört
Die Insel liegt nördlich von Venezuela und ist Teil der Kleinen Antillen, einem vulkanischen Inselbogen. Anders als auf den meisten Karibikinseln sprichst du hier kein Spanisch oder Englisch, sondern Französisch. Der Grund reicht weit zurück: Seit 1635 steht Martinique unter französischer Kontrolle. Heute ist die Insel ein vollwertiges Übersee-Département, gehört damit zur Europäischen Union und nutzt den Euro als Währung. Praktisch heißt das für dich: kein Geldwechsel, EU-Roaming auf dem Handy und EU-Recht im Hintergrund. Wer aus Deutschland anreist, braucht für Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum.
Ein Stück Geschichte steckt mitten in der Hauptstadt Fort-de-France: Joséphine de Tascher, die erste Gattin Napoleons, wurde auf Martinique geboren. Ihre Statue auf dem zentralen Platz La Savane wurde in den vergangenen Jahren immer wieder zum Politikum, weil Joséphine mit der Sklaverei in Verbindung gebracht wird. Die Insel führt diese Debatte offen, und genau das macht sie als Reiseziel interessant: Hier triffst du auf europäische Geschichte, karibische Gegenwart und kreolische Kultur gleichzeitig.
Das neue UNESCO-Welterbe im Norden
Die wichtigste Neuigkeit seit unserem ersten Bericht: Im September 2023 hat die UNESCO die Vulkane und Wälder der Montagne Pelée sowie die Pitons im Norden Martiniques zum Welterbe erklärt. Das Schutzgebiet umfasst rund 14.000 Hektar Regenwald und Vulkanlandschaft. Die Montagne Pelée ist mit 1.397 Metern der höchste Punkt der Insel und gehört zu den bekanntesten aktiven Vulkanen der Welt.
Der Ausbruch von 1902 zerstörte die damalige Inselhauptstadt Saint-Pierre fast vollständig und gilt bis heute als eine der folgenschwersten Vulkankatastrophen des 20. Jahrhunderts.
Für dich als Besucher bedeutet das Welterbe-Siegel vor allem eins: Die Natur im Norden ist geschützt und touristisch sehr gut erschlossen. Geführte Aufstiege auf die Montagne Pelée sind Standard, und wer den Gipfel erreicht, blickt bei klarer Sicht über die gesamte Insel bis aufs offene Meer. Saint-Pierre selbst, einst „das Paris der Karibik“ genannt, lohnt einen Stopp: Die Ruinen des alten Theaters und das Vulkanmuseum erzählen die Geschichte der Katastrophe von 1902.
Madinina: Insel der Blumen
Die Einheimischen nennen Martinique „Madinina“, die Insel der Blumen. Der Name passt: Das tropische Klima sorgt das ganze Jahr über für Temperaturen, die selten unter 20 Grad fallen, und bringt eine üppige Flora hervor. Im Inselinneren ist durch die hohen Niederschläge ein dichter Regenwald entstanden, deutlich kühler und feuchter als die Küste. Von einer Vielzahl an Blütenpflanzen bis zu mächtigen Tropenbäumen ist hier alles vertreten.
Aktivitäten: von Wanderung bis Kitesurfen
Martinique besitzt ein gepflegtes Wandernetz von rund 250 Kilometern Länge, das bis hinauf zur Montagne Pelée reicht. Neben den klassischen Trekkingrouten kommen auch andere auf ihre Kosten:
Wer es nass mag, fährt Kanu auf den Flüssen oder probiert Canyoning. Die geschützten Buchten von Le Robert und Le François im Osten gelten als erste Adresse zum Wind- und Kitesurfen. Unter Wasser warten zahlreiche Tauchspots mit Korallengärten und der bunten Unterwasserwelt der Antillen. Und die Strände? Die gibt es in zwei Farben: feiner weißer Sand im Süden, dunkler Vulkansand im Norden.
Unser Highlight: die Schlucht von Georges de la Falaise
Im Norden der Insel liegt unsere persönliche Empfehlung, die Schlucht Georges de la Falaise. Der Weg führt über einen steilen Abstieg hinunter in die Klamm. Unten angekommen wanderst du durch den Fluss bis zu einem Wasserfall, ideal an heißen Tagen, weil es in der Schlucht spürbar kühler ist. Wir empfehlen, diese Tour mit einem ortskundigen Guide zu machen, weil der Pfad nach Regenfällen rutschig und das Wasser unberechenbar sein kann.
Reisetipp: Warm ist es auf Martinique das ganze Jahr. Am angenehmsten reist du in der Trockenzeit von Dezember bis April, wenn die Temperaturen im Schnitt bei rund 26 Grad liegen und es seltener regnet. Die offizielle Hurrikan-Saison läuft von Juni bis November, in dieser Zeit solltest du das Wetter im Blick behalten.
Gut zu wissen
▸Brauche ich für Martinique ein Visum?
Nein. Martinique ist französisches Übersee-Département und damit EU-Gebiet. Als deutscher Staatsbürger reist du für Aufenthalte bis 90 Tage visumfrei ein und brauchst nur einen gültigen Reisepass oder Personalausweis.
▸Mit welcher Währung zahle ich auf Martinique?
Mit dem Euro. Weil die Insel zur EU gehört, entfällt jeder Geldwechsel, und du zahlst genauso wie zu Hause – bargeldlos meist problemlos per Karte.
▸Wann ist die beste Reisezeit?
Die Trockenzeit von Dezember bis April. Dann liegen die Temperaturen im Schnitt bei 26 Grad und es regnet seltener. Von Juni bis November ist Hurrikan-Saison, die Reise ist dann günstiger, aber wetterabhängiger.
▸Was ist das UNESCO-Welterbe auf Martinique?
Seit September 2023 stehen die Vulkane und Wälder der Montagne Pelée sowie die Pitons im Norden auf der UNESCO-Welterbeliste. Das Schutzgebiet umfasst rund 14.000 Hektar Regenwald und Vulkanlandschaft.
Wer nach einer Insel sucht, die karibische Natur mit europäischem Komfort verbindet, ist auf Martinique richtig. Mehr Inspiration für Reisen, die etwas hermachen, findest du in unserem Stück über Solo-Reisen und warum Alleinreisen mehr als ein Trend ist und in unserem Blick darauf, wie sich die Insel Sylt gegen die Superreichen wehrt.



