
Jetzt noch schnell durch die Stadt flitzen- Mit SHARE NOW
2019 fuhren BMW und Daimler ihre Carsharing-Dienste DriveNow und car2go zu SHARE NOW zusammen. Wir blicken zurück: Was wurde aus dem großen Mobilitätsversprechen?
Im Februar 2019 haben wir an dieser Stelle über den Start von SHARE NOW geschrieben: das Carsharing-Joint-Venture, mit dem BMW und Daimler ihre Dienste DriveNow und car2go vereinten. Die Idee klang nach der Zukunft der Stadt. Sieben Jahre später ist die Marke verschwunden, aber das Modell lebt weiter. Hier ist, was wirklich passiert ist und was du heute davon hast.
- SHARE NOW entstand 2019 aus DriveNow (BMW) und car2go (Daimler) als gemeinsames Free-Floating-Carsharing.
- Anfang 2020 zog sich der Dienst komplett aus Nordamerika zurück und konzentrierte sich auf Europa.
- 2022 kaufte der Stellantis-Konzern SHARE NOW über seine Mobilitätstochter Free2Move.
- Im Herbst 2024 verschwand der Name SHARE NOW, die Flotte läuft seitdem in der Free2Move-App.
- Für dich bleibt das Prinzip gleich: per App ein Auto in der Nähe finden, minutenweise zahlen, irgendwo im Geschäftsgebiet abstellen.
Wer 2019 in Berlin, München oder Hamburg unterwegs war, kannte das Bild: ein Smart oder ein Mini am Straßenrand, ein Tipp aufs Handy, Tür auf, losgefahren. Free-Floating-Carsharing hieß das Versprechen. Kein fester Parkplatz, keine Rückgabestation, einfach das nächste freie Auto schnappen und am Ziel wieder abstellen. SHARE NOW bündelte dafür zwei der größten Anbieter Europas in einer Hand. Auf dem Papier war das die logische Antwort auf verstopfte Innenstädte, teure Parkplätze und den Wunsch, nicht mehr für jedes Wochenende ein eigenes Auto zu besitzen.
Was aus dem großen Versprechen wurde
Die Realität holte das Modell schneller ein als gedacht. Schon Ende 2019, wenige Monate nach dem Start, kündigte SHARE NOW den kompletten Rückzug aus Nordamerika an. Zum 29. Februar 2020 schlossen die Dienste in New York, Seattle, Denver und Washington sowie in Montreal und Vancouver. Die Begründung war nüchtern: zu viel Wettbewerb, zu hohe Betriebskosten, zu dünne Ladeinfrastruktur für eine Elektroflotte. Carsharing rechnet sich nur dort, wo viele Menschen auf engem Raum leben und Parken teuer ist. In weitläufigen US-Städten ging die Gleichung nicht auf.
Europa blieb der Markt. Hier hatte SHARE NOW genug Dichte, genug Nutzer und genug Schmerz beim Parken, um zu funktionieren. Doch ein eigenständiges Geschäft blieb das Joint-Venture nie lange. 2022 verkauften BMW und Mercedes-Benz SHARE NOW an Stellantis, den Konzern hinter Marken wie Opel, Peugeot, Fiat und Citroën. Gekauft hat die Mobilitätstochter Free2Move, die damit auf einen Schlag rund 10.000 Fahrzeuge, vierzehn europäische Städte und Millionen registrierte Kunden übernahm.
Die Marke SHARE NOW ist Geschichte. Das Prinzip dahinter, spontan ein Auto teilen statt eines zu besitzen, ist heute fester verankert als 2019.

Aus SHARE NOW wird Free2Move
Zwei Jahre lang liefen beide Marken parallel. Dann zog Stellantis den Schlussstrich. Im Herbst 2024 wurde SHARE NOW vollständig in Free2Move integriert, der Name verschwand aus den App-Stores. Wer heute in Berlin, München, Hamburg oder Frankfurt spontan ein Auto mieten will, öffnet die Free2Move-App. Das Auto am Straßenrand ist dasselbe geblieben, das Logo darauf hat gewechselt. Aus dem Versprechen, irgendwann zwei Dienste in einer App zu vereinen, das wir 2019 noch als Zukunftsmusik beschrieben haben, ist eine einzige Plattform geworden, nur eben unter anderem Namen.
Wichtig für die Einordnung: Free Now, das BMW und Mercedes ebenfalls betreiben, hat damit nichts zu tun. Free Now ist eine Taxi- und Ride-Hailing-App, bei der dich jemand fährt. Beim Carsharing aus der SHARE-NOW-Linie sitzt du selbst am Steuer. Die ähnlichen Namen sorgen bis heute für Verwechslungen, gemeint sind zwei völlig verschiedene Dienste.
Was das für deinen nächsten City-Trip bedeutet
Praktisch hat sich für dich wenig geändert, und das ist die gute Nachricht. Das Free-Floating-Prinzip funktioniert weiter so, wie es 2019 gedacht war. Du suchst per App ein Auto in deiner Nähe, zahlst minutenweise, fährst zum Bahnhof, ins Naturkundemuseum oder mit dem Gepäck zum Flughafen und stellst den Wagen im Geschäftsgebiet wieder ab. Kein Tanken, keine Versicherung, kein Werkstatttermin im Hinterkopf. Gerade für ein Wochenende in einer fremden Stadt, in der ein Mietwagen über drei Tage teuer wird, bleibt das eine entspannte Lösung.
Der größere Trend, von dem wir 2019 sprachen, hat sich bestätigt: In Großstädten besitzen weniger Menschen ein eigenes Auto und greifen stattdessen je nach Anlass auf Carsharing, Leihrad oder Roller zurück. Was sich geändert hat, ist die Anbieterlandschaft. Die großen Autokonzerne haben gemerkt, dass Mobilitätsdienste ein eigenes, hartes Geschäft sind und sich Marken konsolidieren. Für dich heißt das vor allem: weniger Apps, dafür größere Flotten in den Städten, in denen sich das Modell trägt.
Wenn du das nächste Mal eine Metropole erkundest, lohnt der kurze Blick in die Free2Move-App, bevor du dir einen Mietwagen über Tage buchst. Für kurze Strecken, spontane Fahrten und die letzte Etappe mit Gepäck ist geteiltes Fahren oft die unkompliziertere Wahl. Wie tief du dich auf eine neue Stadt einlässt, entscheidest am Ende du, etwa bei zwei Tagen in Ljubljana. Und wer die Faszination am Fahren selbst sucht statt der reinen Fortbewegung, findet sie eher in einem Stück wie unserem Eccentrica V12 First Drive.
Gut zu wissen
▸Gibt es SHARE NOW noch?
Nein, nicht mehr unter diesem Namen. Seit Herbst 2024 ist der Dienst vollständig in Free2Move aufgegangen, die Mobilitätstochter des Stellantis-Konzerns. Die Fahrzeuge stehen weiter in den Innenstädten, gebucht wird über die Free2Move-App.
▸Wer steckt heute hinter dem Carsharing?
BMW und Mercedes-Benz haben SHARE NOW 2022 an Stellantis verkauft. Seitdem gehört der Dienst zu Free2Move. BMW und Mercedes betreiben weiter Free Now, das ist aber eine Taxi- und Ride-Hailing-App und etwas völlig anderes als Carsharing.
▸In welchen Städten kann ich noch spontan ein Auto teilen?
In Deutschland vor allem in den großen Metropolen wie Berlin, München, Hamburg und Frankfurt, dazu in weiteren europäischen Städten. Den Rückzug aus Nordamerika gab es bereits 2020. Welche Städte aktuell bedient werden, zeigt dir die Free2Move-App direkt per Karte.
▸Lohnt sich Carsharing für einen City-Trip?
Für kurze, spontane Fahrten und die Etappe mit Gepäck oft ja, weil du minutenweise zahlst und dir Tanken, Parkplatzsuche an einer festen Station und Mietwagen-Tagespauschalen sparst. Für lange Ausflüge über mehrere Tage kann ein klassischer Mietwagen günstiger sein.



