//TRAVELDie teuersten Städte auf der Welt
16. November 2021 // 09:14 Uhr

Die teuersten Städte auf der Welt

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

2021 haben wir hier die teuersten Städte der Welt aufgelistet. Vier Jahre später steht Singapur wieder ganz oben, Zürich klettert, und ein Reiseziel auf dieser Liste ist heute praktisch geschlossen. Was aus dem Ranking wurde und wo du trotzdem mit wenig Geld viel erlebst.

InspiredByLuxury Redaktion Im November 2021 haben wir dir die teuersten Städte der Welt vorgestellt, mitten in der Pandemie, als Reisen ohnehin schwierig war. Heute, im Jahr 2026, sieht das Ranking anders aus, aber der Kern stimmt noch: Es sind dieselben Metropolen, die deinen Geldbeutel an die Grenze bringen. Wir schauen, was aus der Liste wurde, welche Stadt heute wirklich oben steht und wo du auch mit kleinem Budget großartige Tage verbringst.

Boarding

  • Singapur und Zürich teilen sich laut dem Cost-of-Living-Ranking der Economist Intelligence Unit seit 2023 die Spitze, abwechselnd mit Hongkong je nach Erhebung.
  • Singapur ist beim Auto am teuersten: Ein Berechtigungsschein zum Autokauf kostet zeitweise mehr als der Wagen selbst.
  • Zürich steigt vor allem wegen des starken Franken und hoher Preise für Lebensmittel und Freizeit.
  • Aschgabat in Turkmenistan ist 2026 nur noch schwer zu bereisen, das Visum bleibt die größte Hürde.
  • Hohe Lebenshaltungskosten treffen vor allem Einheimische: Als Reisende findest du in jeder dieser Städte Wege, günstig viel mitzunehmen.

Wer eine teure Stadt besucht, denkt zuerst an Hotelpreise und Restaurantrechnungen. Spannender ist aber die Frage, warum diese Orte so teuer sind und wie du als Reisende oder Reisender trotzdem ein gutes Erlebnis für wenig Geld herausholst. Genau darum geht es in diesem aktualisierten Rückblick.

Singapur: heute fast immer auf Platz eins

2021 lief Singapur in unserer Liste noch unter ferner. Heute steht der Stadtstaat in Südostasien an oder nahe der Spitze. Im Worldwide-Cost-of-Living-Ranking der Economist Intelligence Unit teilte sich Singapur 2023 und 2024 den ersten Platz mit Zürich. Der größte Treiber sind die Transportkosten: Wer in Singapur ein Auto fahren will, braucht ein sogenanntes Certificate of Entitlement, einen staatlich versteigerten Berechtigungsschein. Der kostet zeitweise mehr als ein Mittelklassewagen, weil die Regierung die Zahl der Fahrzeuge streng begrenzt.

Für dich als Besucherin oder Besucher ist das fast egal, denn das öffentliche Nahverkehrsnetz ist günstig, schnell und klimatisiert. Die teuren Seiten von Singapur, also Cocktails in Rooftop-Bars und Designer-Malls, kannst du auslassen. Hawker Centres wie Maxwell oder Lau Pa Sat servieren ausgezeichnetes Essen für ein paar Euro, die Gardens by the Bay und der botanische Garten als Unesco-Welterbe kosten in weiten Teilen keinen Eintritt.

Teuer ist Singapur für alle, die dort leben und ein Auto besitzen. Für Reisende mit Nahverkehrskarte und Hawker-Center-Hunger bleibt die Stadt erstaunlich bezahlbar.

Marina Bay Sands und Gardens by the Bay in Singapur bei Dämmerung
Singapur steht in mehreren Rankings ganz oben, die Marina Bay ist sein Wahrzeichen.

Zürich: der starke Franken macht den Unterschied

Schon 2021 war Zürich teuer, heute gehört es zu den absoluten Spitzenreitern. Der Grund liegt weniger an der Stadt selbst als an der Währung: Der Schweizer Franken ist stark, das macht jeden Einkauf für Gäste aus dem Euroraum spürbar teurer. Dazu kommen hohe Preise für Lebensmittel, Haushaltswaren und Freizeit. Mercer und die Economist Intelligence Unit führen regelmäßig gleich mehrere Schweizer Städte in ihren Top Ten, neben Zürich oft auch Genf, Basel und Bern.

Das Gute: Die Schweiz ist eines der wenigen Reiseziele, wo das Teure auch das Schöne ist. Der Zürichsee, das Seebad Enge, die Altstadt und ein Spaziergang den Uetliberg hinauf kosten nichts. Ein Leitungswasser aus einem der historischen Brunnen ist gratis und trinkbar. Wer beim Essen auf Bäckereien und Migros statt Restaurants setzt, drückt die Tageskosten deutlich.

Hongkong: Skyline gratis, Miete brutal

Hongkong stand 2021 in unserer Liste und steht heute je nach Erhebung weiter ganz vorne, bei Mercer zeitweise sogar auf Platz eins. Die über sieben Millionen Menschen in der Sonderverwaltungszone leben mit einigen der höchsten Mieten der Welt. Als Reisende oder Reisender betrifft dich das vor allem beim Hotel, der Rest der Stadt lässt sich erstaunlich günstig erleben.

Die berühmte Skyline bei Nacht siehst du gratis von der Tsim-Sha-Tsui-Promenade, die Star Ferry über den Victoria Harbour kostet nur wenige Cent, und die Wanderwege auf dem Dragon’s Back oder dem Victoria Peak sind kostenlos. Dazu kommen die Dai-Pai-Dong-Garküchen und alte Dörfer in den New Territories, die zeigen, dass Hongkong mehr ist als Hochglanz-Malls.

New York und Paris: teuer, aber planbar

New York und Paris tauchen in fast jedem Ranking der teuersten Städte auf, und daran hat sich seit 2021 nichts geändert. New York liegt in der EIU-Erhebung zuletzt rund um Platz drei, oft gleichauf mit Genf. Paris pendelt im oberen Mittelfeld der globalen Liste. In beiden Städten frisst die Unterkunft den größten Teil des Budgets.

Beide Metropolen belohnen aber Planung. In New York sind die Staten Island Ferry mit Blick auf die Freiheitsstatue, der Central Park und die High Line kostenlos, viele Museen haben Pay-what-you-wish-Zeiten. In Paris kommst du am ersten Sonntag im Monat in mehrere städtische Museen gratis, ein Picknick an der Seine schlägt jedes teure Bistro, und die schönsten Stunden in der Stadt kosten ohnehin nichts.

Aschgabat: das teure Ziel, das kaum jemand sieht

2021 stand Aschgabat in Turkmenistan an erster Stelle unserer Liste, vor allem wegen der streng kontrollierten Wirtschaft und der hohen Preise für importierte Waren. Die Hauptstadt aus weißem Marmor wirkt wie eine Filmkulisse, doch sie zu besuchen ist 2026 schwerer geworden. Turkmenistan vergibt Touristenvisa nur restriktiv, in der Regel nur in Begleitung eines staatlich akkreditierten Reiseveranstalters, und Aufenthalte sind kurz befristet.

Sehenswürdigkeiten wie der Neutralitätsbogen oder die Karakum-Wüste bleiben faszinierend. Der berühmte brennende Gaskrater von Darvaza, lange als Tor zur Hölle bekannt, brennt seit Jahrzehnten, allerdings hat die Regierung mehrfach angekündigt, das Feuer zu löschen. Wer hierher will, plant Monate im Voraus und akzeptiert, dass Spontaneität hier nicht vorgesehen ist.

Wenn dich teure Reiseziele und die Frage faszinieren, wo sich der Aufwand lohnt, lies auch unseren Beitrag darüber, wie sich Sylt in eine Insel der Superreichen verwandelt. Und wer das große Geld lieber im Weißgold der Emirate erleben will, findet bei uns Ideen, wie deine Zeit in Dubai zum Highlight des Jahres wird.

Gut zu wissen

Welche Stadt ist 2026 die teuerste der Welt?

Das hängt von der Erhebung ab. Im Cost-of-Living-Ranking der Economist Intelligence Unit teilen sich Singapur und Zürich seit 2023 die Spitze. Mercer führt in seiner Erhebung zeitweise Hongkong auf Platz eins. Alle drei wechseln sich je nach Methodik ab.

Warum ist Singapur so teuer?

Vor allem wegen der Transportkosten. Wer ein Auto fahren will, braucht einen staatlich versteigerten Berechtigungsschein, der zeitweise mehr kostet als der Wagen selbst. Dazu kommen hohe Mieten und Importpreise. Als Reisende oder Reisender umgehst du das größte davon mit dem günstigen Nahverkehr.

Kann man eine teure Stadt mit kleinem Budget besuchen?

Ja. Die teuersten Posten sind fast überall Unterkunft und Restaurants. Wer auf Streetfood, kostenlose Aussichtspunkte, öffentliche Nähverkehrsmittel und gratis zugängliche Parks und Promenaden setzt, erlebt die Stadt für einen Bruchteil.

Kann ich Turkmenistan und Aschgabat noch bereisen?

Grundsätzlich ja, aber nur mit erheblichem Vorlauf. Touristenvisa werden restriktiv und meist nur mit einem akkreditierten Reiseveranstalter vergeben, die Aufenthalte sind kurz befristet. Spontane Reisen sind praktisch ausgeschlossen.

Bildquelle Titelbild: Unsplash / Samson. Singapur: Pexels / Eli Mirasol.

Bildquelle: Bildquelle Titelbild: Unsplash / Samson. Singapur: Pexels / Eli Mirasol
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