
Das nachhaltige Auto das sich selbst auflädt
Dieses Münchner Startup hat ein Ziel: Die Automobilindustrie zu revolutionieren. Wie das gehen soll? Mit einem Auto das sich selbst auflädt.
In 2020 haben wir über den Sono Sion berichtet. Was daraus bleibt? Der Beitrag zeigt den Moment, in dem ein Münchner Startup das Solarauto als Alltagsauto dachte: mit integrierten Solarzellen, Akku, App-Schnittstelle und der Idee, Energie nicht nur zu verbrauchen, sondern auch weiterzugeben.
- Der Sion wurde als erstes selbstladendes Elektroauto beschrieben.
- 248 nahtlos integrierte Solarzellen in der Karosserie sollten Sonnenenergie nutzbar machen.
- Allein mit Sonnenkraft sollten laut Beitrag 34 Kilometer pro Tag möglich sein.
- Die Batterie sollte laut Herstellerangaben 255 Kilometer Reichweite schaffen.
- Reservierung: 500 Euro Anzahlung, geplanter Preis zur Markteinführung: 25.500 Euro.

Die Sonne als Teil der Karosserie
Der ursprüngliche Text begann groß: Sono Motors aus München wolle die Automobilindustrie revolutionieren. Solche Sätze altern selten elegant. Interessant bleibt aber, was konkret dahinterstand. Der Sion sollte kein Elektroauto sein, das nur an der Ladesäule hängt. Seine Karosserie bestand laut Beitrag aus 248 nahtlos integrierten Solarzellen. Damit wurde die Oberfläche des Autos selbst zum Energieträger.
Allein mit Sonnenkraft sollten 34 Kilometer am Tag möglich sein. Für viele Kurzstreckenpendler, so der alte Text, könne das für den Weg zur Arbeit und zurück reichen. Das ist die eigentliche Stärke der Idee. Nicht die große Reise, nicht die Rekordfahrt, sondern der tägliche Restweg, der sich immer wieder aus Licht speist.
Für längere Strecken sah der Beitrag eine stärkere Batterie vor, mit der laut Herstellerangaben 255 Kilometer möglich sein sollten. An einer Schnellladestation sollte der Sion in weniger als einer Stunde auf mehr als 80 Prozent kommen. Damit stand das Auto zwischen zwei Welten: Solar als Ergänzung, Batterie als Basis. Genau diese Mischung machte es interessant.
Der Sion war weniger ein Auto für die große Geste als eine Frage an den Alltag: Wie viel Strecke kann Licht übernehmen?
Praktikabilität war Teil des Versprechens
Sono Motors wollte laut Artikel Nachhaltigkeit nicht gegen Nutzbarkeit ausspielen. Der Innenraum wurde mit 650 Litern beschrieben. Die Solarmodule sollten sich laut Herstellerangaben ohne Vorkenntnisse selbst austauschen lassen. Dazu kam eine Smartphone-App-Schnittstelle, wie man sie aus dem Smart-Home kennt. Das klingt nach einem Auto, das nicht nur ökologisch wirken, sondern im Alltag angefasst werden wollte.
Besonders wichtig war die bidirektionale Lade-Technologie. Der Sion sollte als portabler Riesenakku dienen. Über eine Haushaltssteckdose könnten am Campingplatz, auf der Baustelle oder Zuhause elektronische Geräte mit dem Solarauto betrieben werden. Das war vielleicht die schönste Idee im Text: Das Auto nicht nur als Verbraucher, sondern als mobiler Speicher.
Der Beitrag nannte auch die wirtschaftliche Schwelle. Reservieren konnte man den Sion mit 500 Euro Anzahlung. Zur Markteinführung sollte das Solarauto 25.500 Euro kosten. Damit wurde es nicht als Luxusobjekt erzählt, sondern als Versuch, eine neue Technologie in eine erreichbare Preisklasse zu bringen.
Meilensteine und offene Erwartung
Der Archivtext führte die damaligen Meilensteine auf. 2015 entstand der erste erfolgreiche Pre-Prototype. 2017 stellte Sono Motors den Sion offiziell Presse, Politik und Fans vor. Partnerschaften mit Bosch und Continental wurden genannt. 2019 wurde eine Produktionsstätte in Schweden erworben. Bis dahin habe das Unternehmen über 10.000 Reservierungen verzeichnet und über ein Community-Funding mehr als 53 Millionen Euro für die nächsten Schritte eingenommen.
Das nächste Ziel laut Beitrag war der Produktionsstart 2022. Mehr sagt das Archivstück nicht, und dabei bleibt es hier bewusst. Ohne neue Recherche wird aus dem alten Artikel keine nachträgliche Erfolgsgeschichte und kein Abgesang. Er bleibt ein Dokument eines Moments, in dem Solarzellen am Auto nicht nach Spielerei klangen, sondern nach einem ernsthaften Versuch.
Als IBL-Drive-Thema ist der Sion gerade deshalb spannend. Nicht wegen Status, nicht wegen Klang, nicht wegen Leder. Sondern wegen einer anderen Definition von Luxus: weniger abhängig sein, Energie anders denken, Technik in die Fläche legen. Das muss man nicht romantisieren. Aber man darf anerkennen, dass die Frage gut war.
Warum dieses Archivstück in //DRIVE gehört
Der Sion war im Original unter Living eingeordnet. Inhaltlich gehört er heute klarer zu //DRIVE. Nicht, weil er klassische Autolust bedient, sondern weil er Mobilität anders denkt. IBL //DRIVE muss nicht nur alte Jaguar, perfekte Lenkräder und schöne Linien zeigen. Es darf auch die Frage stellen, welches Auto unseren Alltag verändert, ohne sich über Lautstärke oder Prestige zu definieren.
Im Beitrag tauchen mehrere praktische Motive auf. Kurzstreckenpendler, Campingplatz, Baustelle, Zuhause, austauschbare Solarmodule, App-Schnittstelle, Schnellladen. Das ist nicht die Sprache eines Concept Cars für Messestände. Es ist die Sprache eines Fahrzeugs, das in Routinen passen wollte. Genau darum war die Idee so spannend. Das Auto sollte nicht nur sauberer wirken, sondern verwendbarer.
Die Community-Finanzierung ist ebenfalls bemerkenswert innerhalb des alten Materials. Mehr als 53 Millionen Euro über Community-Funding und über 10.000 Reservierungen zeigen, dass das Projekt damals nicht nur Beobachter hatte, sondern Menschen, die sich beteiligten oder zumindest einen Platz sichern wollten. Die 500 Euro Anzahlung machten aus Interesse eine Handlung.
Der Beitrag bleibt dabei auf dem Stand seiner Zeit. Er nennt Produktionsstart 2022 als nächstes Ziel und lässt die Zukunft offen. Gerade diese Offenheit ist heute wertvoll. Man liest nicht das Ende, sondern die Erwartung. Und manchmal sagt Erwartung mehr über eine Zeit als das spätere Ergebnis.
Auch das Wort selbstladend war im Beitrag wichtig. Es meint nicht, dass ein Auto völlig unabhängig von Infrastruktur wird. Es beschreibt den Reiz, dass die Oberfläche mitarbeitet. Für Fahrer verändert das die Vorstellung von Energie. Laden ist dann nicht nur ein Stopp an der Säule, sondern etwas, das im Alltag nebenbei geschieht. Diese Idee war der eigentliche Luxus des Sion: nicht mehr Reichweite als Status, sondern weniger Reibung im täglichen Gebrauch.
Wenn Du solchen Luxus einordnest, zählt nicht nur die Größe. Entscheidend ist, ob Raum, Ruhe und Material wirklich zusammenpassen.
Für ein Luxusmagazin ist das ein ungewöhnlicher, aber guter Blick. Der Sion reizte nicht durch Leder, Leistung oder Seltenheit, sondern durch eine andere Idee von Unabhängigkeit. Wenn ein Auto im Alltag Energie sammelt und bei Bedarf wieder abgibt, verändert es die Beziehung zwischen Fahrer, Fahrzeug und Umgebung.
Die Details
▸Was war die Kernidee des Sono Sion?
Ein Elektroauto mit 248 integrierten Solarzellen in der Karosserie, das Sonnenenergie für Alltagsstrecken nutzen sollte.
▸Welche Reichweiten nannte der Beitrag?
34 Kilometer pro Tag allein durch Sonnenkraft und 255 Kilometer über die Batterie laut Herstellerangaben.
▸Was bedeutete bidirektionales Laden?
Der Sion sollte nicht nur Energie aufnehmen, sondern auch Geräte über eine Haushaltssteckdose versorgen können, etwa beim Camping, auf der Baustelle oder Zuhause.



