
MBFW 2018 ging in die zweite Runde – mit Erfolg!
Vom 2. bis 5. Juli 2018 fand im ewerk in Berlin die MBFW Frühjahr/Sommer 2019 statt. Es war die zweite Veranstaltung im neuen Format.
2018 haben wir über die zweite MBFW im neuen Format berichtet. Was bleibt? Eine Modewoche, die nicht nur für geladene Gäste funktionieren wollte, sondern den Vorplatz, junge Designer und ein öffentliches Programm ernst nahm.
- Die MBFW Frühjahr/Sommer 2019 fand vom 2. bis 5. Juli 2018 im ewerk in Berlin statt.
- Nach dem Pre-Opening durch Guido Maria Kretschmer zeigten unter anderem Riani und drei deutsche Nachwuchstalente.
- Der Berliner Senat und die MBFW engagierten sich seit 2008 gemeinsam für Berliner Designer.
- Über einen LED-Screen wurden Shows auf den Vorplatz übertragen.
- BOTTER trat über das Mercedes-Benz Nachwuchsförderungsprogramm IDEP auf.

Modewochen haben oft das Problem, dass sie nach außen größer wirken als nach innen. Viel Tür, viel Liste, viel Abstand. Die MBFW im Juli 2018 setzte im ewerk in Berlin einen anderen Akzent. Der alte youDRESSED-Beitrag erzählte von der zweiten Veranstaltung im neuen Format und von einem Programm, das nicht nur nach Namen klang, sondern nach Struktur: etablierte Designer, Nachwuchs, Öffentlichkeit und ein Rahmen, der Mode nicht hinter verschlossenen Türen verstecken wollte.
Vom 2. bis 5. Juli 2018 lief die MBFW Frühjahr/Sommer 2019. Den Auftakt machte das niederländische Designerduo Rushemy Botter und Lisi Herrebrugh. Nach dem Pre-Opening durch Guido Maria Kretschmer zeigten auch Labels wie Riani und drei Nachwuchstalente aus Deutschland ihre Kollektionen. Dass der Berliner Senat und die MBFW seit 2008 zusammen an der Förderung Berliner Designer arbeiteten, war dabei kein Nebensatz. Es gab dem Event mehr Gewicht als reine Saisonkommunikation.
Mode als Bühne, nicht als geschlossener Kreis
Der Satz von Katja Ohly-Nauber, Leiterin Marketing-Kommunikation Mercedes-Benz Cars Deutschland, fasste den Anspruch zusammen: Man konzentriere sich konsequent auf die Unterstützung der Mode im deutschsprachigen Raum und schaffe mit der MBFW die passende Schauenplattform für Designer und Marken. Das ist PR-Sprache, ja. Aber im Kontext des alten Beitrags war er relevant, weil das Programm diesen Anspruch sichtbar machen wollte.
Unter dem Motto „FOLLOW MBFW – LIBERATE FASHION“ öffnete sich das ewerk der Öffentlichkeit. Die Shows wurden über einen LED-Screen auf den Vorplatz übertragen, sodass Berliner und Messebesucher live dabei sein konnten. Zwischen den Schauen liefen Fashion Filme, Interviews mit Designern und Making-of-Sequenzen. Dazu kamen öffentliche Yogaklassen und der Foodmarket „The Good Local“. Das klingt nach Rahmenprogramm, war aber ein klares Signal: Mode sollte nicht nur im Saal stattfinden.
Die stärkste Idee der MBFW 2018 war nicht ein Kleid. Es war der Versuch, Mode aus dem geschlossenen Raum zu holen.
BOTTER und die Schönheit der Ambivalenz
Besonders stark blieb im alten Text der Auftritt von BOTTER hängen. Das Mercedes-Benz Nachwuchsförderungsprogramm IDEP, ausgeschrieben als International Designer Exchange Program, ermöglichte dem niederländischen Label den Auftritt. Rushemy Botter und Lisi Herrebrugh hatten mit ihrer Kollektion „Fish or Fight“ bereits das Hyères Festival überzeugt. Der Alttext beschreibt sie als Hommage an die Schönheit und Ambivalenz der Karibik, wo beide Designer ihre Wurzeln haben.
Die Bilder dazu waren alles andere als neutral: aufblasbare Fische auf den Köpfen der Models, bunte Fischernetze über aufwendig konstruierten Schnitten, Mode zwischen Farbe, Eleganz und Lässigkeit. Genau diese Reibung machte die Kollektion interessant. Sie war nicht nur hübsch, sondern erzählte von Herkunft, Material und einer Spannung zwischen Spiel und Ernst.
Warum dieser Rückblick mehr ist als Eventchronik
Im Archiv liest sich der Beitrag wie eine Momentaufnahme aus einer Zeit, in der Modeveranstaltungen stärker erklären mussten, warum sie relevant sind. Die MBFW suchte die Antwort in drei Richtungen: Nachwuchs, Zugang und Inszenierung. Das ist bis heute eine saubere Formel. Ein Event ist nur dann mehr als ein Termin, wenn es Menschen zusammenbringt, Sichtbarkeit verschiebt und neue Namen nicht nur als Dekoration benutzt.
Natürlich bleibt der Beitrag an seine Saison gebunden. Frühjahr/Sommer 2019 ist vorbei, die Shows sind vorbei, der Vorplatz ist wieder Alltag. Aber die Frage dahinter ist geblieben: Wie offen kann eine Modewoche sein, ohne ihre Spannung zu verlieren? Die MBFW 2018 versuchte, darauf eine selbstbewusste Antwort zu geben.
Der öffentliche Teil war kein Beiwerk
Bei Modeevents wird das Rahmenprogramm oft als Dekoration behandelt. Im alten MBFW-Beitrag wirkt es anders. Die Übertragung auf den Vorplatz, die Filme, Interviews und Making-of-Sequenzen machten den Tag auch für Menschen lesbar, die nicht in der ersten Reihe saßen. Das ist nicht nur nett. Es verändert, wem Mode gehört.
Natürlich bleibt eine Fashion Week kuratiert, selektiv und inszeniert. Aber sie kann entscheiden, ob sie sich nach außen verschließt oder ob sie zumindest Fenster öffnet. Die MBFW 2018 wählte im beschriebenen Format eher die Fenster. Für junge Designer ist das wichtig, weil Sichtbarkeit nicht nur im Saal entsteht. Sie entsteht auch bei denen, die zufällig stehenbleiben, schauen und einen Namen zum ersten Mal hören.
Der Foodmarket und die Yogaklassen wirkten im alten Text fast beiläufig. Trotzdem erzählen sie von einem Event, das Aufenthaltsqualität schaffen wollte. Menschen sollten nicht nur kommen, schauen und gehen. Sie sollten bleiben. Genau das unterscheidet eine Veranstaltung von einem reinen Showplan.
Im Rückblick ist auch der Ort wichtig. Das ewerk in Berlin trägt industrielle Geschichte und gibt Mode damit eine andere Spannung als ein neutraler Showroom. Zwischen Technik, Beton, Licht und Publikum wirken Kollektionen weniger entrückt. Für eine Modewoche, die Öffnung behauptet, war das ein passender Rahmen.
Wenn Du solchen Luxus einordnest, zählt nicht nur die Größe. Entscheidend ist, ob Raum, Ruhe und Material wirklich zusammenpassen.
Kurz geklärt
▸Wann fand die MBFW statt?
Die im Beitrag beschriebene MBFW Frühjahr/Sommer 2019 lief vom 2. bis 5. Juli 2018 im ewerk in Berlin.
▸Was war an BOTTER besonders?
Das Label zeigte mit „Fish or Fight“ eine Kollektion mit Karibik-Bezug, Fischmotiven, Netzen und einer Mischung aus Farbe, Eleganz und Lässigkeit.
▸Warum war der LED-Screen wichtig?
Er übertrug die Shows auf den Vorplatz und machte die Modewoche für Berliner und Messebesucher sichtbar, die nicht im Saal saßen.



