//STYLERedaktionelle Modeaufnahme mit minimalistischen Premium-Sneakern auf weißem Untergrund
4. August 2018 // 09:33 Uhr

Anna Wintour designt für Nike

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

Die Chefredateurin der US-amerikanischen Vogue, Anna Wintour ist nicht gerade dafür bekannt ein Sneakerfreund zu sein.

2018 haben wir über Anna Wintours Zusammenarbeit mit Nike berichtet. Was wurde daraus? Nicht nur ein Sneaker-Release, sondern ein Zeichen dafür, dass Streetwear und Modehäuser längst nicht mehr getrennt gedacht werden konnten.

Quick Fitting

  • Anna Wintour entwarf zwei Modelle für die Air-Jordan-Linie.
  • Der AJI ZIP AWOK erschien als Air Jordan 1 Retro mit weichem Leder und Reißverschluss.
  • Der AJIII SE AWOK griff den Air Jordan 3 SE auf und setzte auf Tweed-Details.
  • AWOK steht für „Anna Wintour Okay“, ihr bekanntes Freigabezeichen aus der Vogue-Welt.
  • Der Beitrag zeigt, wie stark Sneaker 2018 in die Luxussprache rückten.
Eine Kollaboration als Zeitdokument: Mode, die zwischen Sport und Hochkultur navigiert.
Eine Kollaboration als Zeitdokument: Mode, die zwischen Sport und Hochkultur navigiert.

Anna Wintour ist keine Figur, die man spontan mit Sneaker-Hype verbindet. Genau deshalb war die Nike-Kooperation damals interessant. Sie wirkte nicht wie ein weiterer Drop, sondern wie ein Händedruck zwischen zwei Welten: hier die Chefredakteurin der US-amerikanischen Vogue, dort Air Jordan, Sportkultur und Streetwear. Der alte youDRESSED-Beitrag hat diesen Moment als Überraschung erzählt. Im Rückblick ist er noch klarer: Sneaker waren 2018 nicht mehr nur Freizeit, sie waren Währung.

Der Text ordnete die Kooperation in eine Modewelt ein, in der Sneaker den Platz der Handtasche streitig machten. Luxusmarken wie Gucci und Balenciaga arbeiteten bereits mit Streetwear-Codes, Laufstege wurden lässiger, junge Zielgruppen wollten keine steife Trennung zwischen Couture und Alltag. In diesem Umfeld passte Wintour plötzlich doch zu Nike. Nicht, weil ihr Stil zum klassischen Streetstyle wurde, sondern weil sie verstand, dass ein Schuh ein Statement sein kann.

AWOK auf Leder statt auf Vogue-Seiten

Das erste Modell, der AJI ZIP AWOK, war eine Wintour-Version des Air Jordan 1 Retro. Weiches Leder, ein Reißverschluss und ein Nike-Air-Anhänger mit „Edited by Vogue“ machten den Schuh nicht subtil, aber präzise. Entscheidend war das Kürzel AWOK. Es steht für „Anna Wintour Okay“ und verweist auf ihr persönliches Freigabezeichen, mit dem sie Vogue-Seiten absegnete. Auf einem Sneaker wird daraus ein Modekommentar: Der Schuh ist nicht nur getragen, er ist kuratiert.

Der AJI ZIP AWOK kam laut Alttext in Rot und Weiß ab dem 21. Juli in Nordamerika heraus. Schon diese Farbauswahl passt zur Logik der Kooperation. Rot als Signal, Weiß als saubere Fläche. Kein überladenes Design, sondern ein Symbol, das verstanden werden will. Wer den Schuh trug, trug nicht nur Nike, sondern auch ein Stück Vogue-Autorität.

Diese Kooperation funktionierte, weil sie nicht versuchte, Anna Wintour jünger zu machen. Sie machte den Sneaker offizieller.

Tweed, Tennis und die Frage nach Haltung

Der zweite Schuh, der AJIII SE AWOK, griff das Air Jordan 3 SE-Modell auf. Auffällig waren die Tweed-Details und erneut das AWOK-Siegel. Der alte Beitrag erwähnte außerdem Wintours Sportbezug: Tennis gehört zu den wenigen Feldern, in denen ihre Modefigur und Sneakerlogik natürlich zusammenfinden. Das ist wichtig, weil die Kooperation sonst leicht wie ein reines Marketingstück gewirkt hätte. So bekam sie einen persönlichen Faden.

Erhältlich sein sollte der AJIII SE AWOK ab dem 7. September in Schwarz und Rot. Zu Preisen und einem möglichen Deutschlandstart gab es damals keine Angaben. Genau diese Lücke gehört zum Archivcharakter. Wir wissen aus dem alten Text, was angekündigt war, aber wir erfinden keinen neuen Nachtrag. Der Wert des Rückblicks liegt darin, den Moment zu lesen: Mode öffnete sich weiter, und Sneaker wurden zu Objekten, über die man in derselben Sprache sprechen konnte wie über Taschen, Mäntel oder Couture.

Warum der Artikel heute noch funktioniert

Die Kooperation ist ein gutes Beispiel dafür, wie Modezeichen wandern. Ein Air Jordan kommt aus Sport, Popkultur und Straße. Anna Wintour kommt aus Redaktionsmacht, Front Row und der strengen Ökonomie des Geschmacks. Zusammen entsteht ein Produkt, das beide Seiten nicht verwischt, sondern sichtbar macht. Genau darin lag der Reiz.

Der alte Beitrag basierte teilweise auf FashionUnited und blieb nah an den Fakten. Heute liest er sich wie ein kleines Dokument eines Übergangs. Streetwear musste nicht mehr um Eintritt in die Modewelt bitten. Sie saß bereits im Raum, und Anna Wintour setzte ihr Kürzel darunter.

Was die Kooperation über Modeautorität erzählt

Modeautorität entsteht selten nur durch Neuheit. Sie entsteht durch Einordnung. Anna Wintour brachte in diese Nike-Kooperation genau das ein: nicht Jugend, nicht Straße, nicht Sportlichkeit im engeren Sinn, sondern ein Urteil. Das AWOK-Kürzel war deshalb mehr als ein nettes Detail. Es verwandelte den Sneaker in ein Objekt, das von der Editorial-Welt abgesegnet wurde.

Gerade darin lag die eigentliche Spannung. Sneaker brauchten 2018 keine Erlaubnis mehr, getragen zu werden. Sie waren längst präsent. Aber die Verbindung mit Vogue und Wintour verschob die Lesart. Ein Air Jordan konnte plötzlich nicht nur bequem, rar oder begehrt sein, sondern auch redaktionell gerahmt. Das ist ein feiner Unterschied und für Mode ziemlich wichtig.

Der Rückblick zeigt außerdem, wie gut eine Kooperation funktioniert, wenn beide Seiten erkennbar bleiben. Nike bleibt Nike. Wintour bleibt Wintour. Es entsteht keine glatte Mitte, sondern ein Produkt mit Reibung. Genau diese Reibung macht solche Archivstücke wertvoller als reine Release-Meldungen.

Man kann diesen Beitrag deshalb gut als Stilarchiv lesen. Er sagt weniger über ein einzelnes Paar Schuhe als über einen Moment, in dem Mode ihre Hierarchien neu sortierte. Wer damals Sneaker ernst nahm, war nicht automatisch lässig. Wer sie ignorierte, verstand aber auch nicht mehr ganz, wohin sich Kleidung bewegte. Genau zwischen diesen Polen saß die Wintour-Kooperation.

Wenn Du solchen Luxus einordnest, zählt nicht nur die Größe. Entscheidend ist, ob Raum, Ruhe und Material wirklich zusammenpassen.

Kurz geklärt

Welche Schuhe gehörten zur Kooperation?

Genannt wurden der AJI ZIP AWOK als Air Jordan 1 Retro und der AJIII SE AWOK als Wintour-Version des Air Jordan 3 SE.

Was bedeutet AWOK?

AWOK steht für „Anna Wintour Okay“. Im alten Beitrag wird es als ihr Freigabezeichen beschrieben, das sie auch auf Vogue-Seiten setzte.

Warum war die Kooperation spannend?

Weil sie zeigte, wie selbstverständlich Sneaker 2018 in die Sprache von Luxusmode, Editorial-Kultur und Streetwear rückten.

Bildquelle: Titelbild: Pexels / pratik prasad (px:14773444); Beitragsbilder: Pexels / SHVETS production (px:9775482).
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