
Schwedisches Möbelhaus trifft dänisches Design: Die YPPERLIG Kollektion von IKEA und HAY
Skandi-Style gibts jetzt auch auf Schwedisch: Die heiß ersehnte Kooperation von IKEA und HAY ist ab Oktober 2017 endlich in den Möbelhäusern erhältlich.
In 2017 haben wir über YPPERLIG berichtet, die Kooperation von IKEA und HAY. Geblieben ist die einfache Erkenntnis: Gutes Wohnen braucht keine große Geste, sondern klare Linien, gute Proportionen und Dinge, die man wirklich benutzt.
- YPPERLIG kam im Oktober 2017 in die IKEA-Häuser und brachte HAYs dänische Designsprache in ein bezahlbares Umfeld.
- Die Kollektion setzte auf Wohnzimmer, Gemütlichkeit, Möbel und kleine Wohnaccessoires.
- Sofa, Stuhl, Vase, Spiegel und die neu gedachte Frakta-Tasche standen für gedeckte Farben und klare Formen.
- Mette Hay formulierte den Kern: IKEA-Prinzipien, Qualität und bezahlbare Preise zusammenbringen.

Warum YPPERLIG nicht nach 2017 klingt
Manche Kooperationen sind laut, fotografierbar und nach einer Saison wieder verschwunden. YPPERLIG war anders. Die Zusammenarbeit zwischen IKEA und HAY war von Anfang an leiser angelegt: kein Sammlerhype, kein Designobjekt für die Vitrine, sondern Möbel und Accessoires für den Raum, in dem man wirklich lebt. Genau deshalb lohnt der Blick zurück.
Der Name YPPERLIG bedeutet auf Deutsch so viel wie hervorragend oder ausgezeichnet. Das klingt groß, die Kollektion selbst war aber sehr kontrolliert. Gedeckte Töne wie Grau, Grün und Blau, klare Linien, wenig Ornament. Das Sofa sollte nicht schreien, der Stuhl nicht erklären, die Vase nicht so tun, als sei sie Kunst. Alles stand im Dienst eines Wohngefühls, das skandinavisches Design gut kann: Ruhe herstellen, ohne langweilig zu werden.
Im ursprünglichen Lookbook von IKEA Schweden ließ sich schon erkennen, worum es ging. HAY brachte die dänische Schärfe, IKEA die Reichweite und die Idee, Design für viele Menschen zugänglich zu machen. Das Ergebnis war keine Verwässerung, sondern eine gemeinsame Sprache. Nicht jedes Stück musste ein Klassiker werden. Aber die Haltung war klar: Funktionalität ist kein Feind von Stil.
Das ist im Interior-Bereich selten genug. Viele Kollektionen sehen auf Pressebildern gut aus und verlieren zu Hause sofort Haltung. YPPERLIG war für echte Räume gedacht: für Sofas, die benutzt werden, für Tische mit Gläsern darauf, für Vasen, die auch ohne perfektes Styling funktionieren und ruhig bleiben.
YPPERLIG wirkt deshalb noch interessant, weil die Kollektion nicht laut sein wollte. Sie wollte nur besser aussehen als das Gewöhnliche.
Die Frakta-Tasche bekam Haltung
Ein kleines Symbol dieser Zusammenarbeit war ausgerechnet die Frakta. Die klassische blaue IKEA-Tasche ist fast zu bekannt, um noch als Designobjekt wahrgenommen zu werden. HAY nahm sie ernst und gab ihr ein Makeover. Nicht als Ironie, sondern als Beweis, dass selbst ein Alltagsgegenstand präziser, ruhiger und erwachsener wirken kann.
Das passt zum Rest der Kollektion. YPPERLIG interessierte sich für Wohnzimmer und Gemütlichkeit, aber nicht für Dekoration um der Dekoration willen. Spiegel, Stühle, Vasen und Textilien sollten sich einfügen, ohne unsichtbar zu werden. Wer skandinavisches Interior liebt, erkennt genau diesen Punkt: Die Dinge sind nicht beliebig. Sie halten sich zurück, weil sie gut proportioniert sind.
Gerade im Rückblick fällt auf, wie wenig Trendpose in dieser Kollektion steckte. Vieles, was 2017 nach Scandi-Style aussah, wurde später zur austauschbaren Instagram-Optik. YPPERLIG hatte mehr Substanz, weil die Formen knapp waren und die Farben nicht nach Saison schreien. Ein graugrüner Stuhl, ein schlichter Spiegel, eine Vase mit ruhiger Silhouette: Das ist kein Effekt, das ist Alltag mit Anspruch.
Die Farbwelt war dafür entscheidend. Grau nimmt Tempo aus einem Raum, Grün bringt Wärme ohne Dekorationsdruck, Blau wirkt ruhig, wenn es nicht zu maritim gemeint ist. Zusammen entsteht eine Palette, die viele Wohnsituationen aushält. Du kannst Holz dazu stellen, helle Wände lassen, dunklere Textilien ergänzen. Die Kollektion zwingt keinen fertigen Look auf, sondern gibt dir ein Gerüst.
Was du daraus für dein Zuhause mitnehmen kannst
Der wichtigste Gedanke hinter YPPERLIG ist einfach: Kaufe nicht für den Moment, sondern für die Nutzung. Ein gutes Sofa muss nicht erklären, dass es Design ist. Es muss ein Wohnzimmer ordnen. Ein Stuhl muss nicht auffallen, wenn er beim ersten Blick schon gut steht. Accessoires dürfen Stimmung setzen, aber sie sollten nicht den Raum übernehmen.
Wenn du heute mit diesem Blick einrichtest, suchst du nach Stücken, die mehrere Jahre tragen. Gedeckte Farben helfen, weil sie andere Materialien zulassen. Holz, Glas, Metall, Stoff und Keramik können nebeneinander funktionieren, wenn die Formen ruhig bleiben. Genau hier war YPPERLIG stark: Die Kollektion machte nichts Kompliziertes, aber sie machte die einfachen Dinge ernst.
Das ist vielleicht der eleganteste Punkt an dieser Kooperation. HAY und IKEA zeigten, dass bezahlbares Design nicht beliebig wirken muss. Es braucht nur eine klare Idee, gute Linien und den Mut, nicht alles zu verzieren. Wer das verstanden hat, braucht nicht jedes Jahr einen neuen Wohntrend. Er braucht ein paar richtige Stücke.
Du kannst den YPPERLIG-Gedanken sehr praktisch lesen: zuerst die großen Linien, dann die kleinen Dinge. Ein Sofa, das den Raum beruhigt. Ein Stuhl, der am Esstisch ebenso funktioniert wie am Schreibtisch. Ein Spiegel, der Licht zurückholt. Eine Vase, die nicht nach Aufmerksamkeit sucht, aber auf einem Sideboard genau richtig steht. Das ist kein spektakuläres Wohnen. Es ist besser: Es hält.
Darum wirkt die Kooperation heute wie ein gutes Archivstück. Nicht alles muss wiederkommen, aber die Idee bleibt brauchbar. Design darf zugänglich sein, ohne flach zu werden. Ein Möbelhaus darf praktisch denken, ohne den Raum zu entzaubern. Und eine Kollektion darf zeigen, dass Gemütlichkeit nicht aus Kissenbergen entsteht, sondern aus Proportion, Materialgefühl und Zurückhaltung.
Wenn du also heute ein Wohnzimmer neu denkst, ist YPPERLIG ein brauchbarer Prüfstein. Stell dir bei jedem Stück die Frage, ob es nach drei Monaten noch selbstverständlich wirkt. Wenn ja, ist es wahrscheinlich gut gewählt. Wenn es nur im ersten Moment auffällt, darf es im Laden bleiben.
Kurz geklärt
▸Was war YPPERLIG?
YPPERLIG war die Kooperation von IKEA und HAY, erhältlich ab Oktober 2017. Die Kollektion umfasste Möbel und Wohnaccessoires, darunter Sofa, Stuhl, Vase, Spiegel und eine neu gestaltete Frakta-Tasche.
▸Warum passten IKEA und HAY zusammen?
Beide Marken setzen auf Funktionalität, Zeitlosigkeit und zugängliches Design. Mette Hay beschrieb das Ziel, IKEA-Prinzipien mit hoher Qualität und bezahlbaren Preisen zu verbinden.
▸Für welche Räume war die Kollektion gedacht?
Der Fokus lag vor allem auf Wohnraum und Gemütlichkeit. Die Stücke waren für Wohnzimmer und alltägliche Nutzung gedacht, nicht als reine Schaustücke.



