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3. September 2021 // 13:34 Uhr

Native Advertising: der innovative Vermarktungskanal

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

2021 haben wir Native Advertising hier als Werbekanal vorgestellt, den viele noch nicht auf dem Schirm hatten. Vier Jahre später ist daraus einer der wenigen wachsenden Bereiche im digitalen Werbemarkt geworden. Schauen wir, was daraus geworden ist.

Als wir im September 2021 über Native Advertising geschrieben haben, war das für viele PR- und Marketing-Teams noch Neuland. Heute lässt sich nachzeichnen, was daraus geworden ist: ein Werbeformat, das wächst, während die klassische Banner-Werbung an Boden verliert. Hier die ehrliche Bestandsaufnahme, und warum dich das interessieren sollte, wenn du etwas zu erzählen hast, das mehr braucht als drei Zeilen.

Prolog

  • Native Advertising sind redaktionelle Empfehlungen in einem Magazin-Umfeld, nicht der klassische Werbebanner am Seitenrand.
  • Studien sprechen von einer Klickrate, die ein Vielfaches über der von Display-Bannern liegt, weil das Format die sogenannte Banner-Blindheit umgeht.
  • Leser betrachten native Anzeigen deutlich öfter und verweilen länger als bei klassischer Werbung.
  • Während der Display-Markt schrumpft, gehört Native zu den wachsenden Segmenten im digitalen Werbemarkt.
  • Für erklärungsbedürftige Themen, vom Luxusprodukt bis zur B2B-Lösung, ist das Format besonders interessant.
Native Advertising: der innovative Vermarktungskanal

Wer im PR- und Marketingumfeld arbeitet, sucht ständig nach Kanälen, über die sich Produkte und Services an die richtige Zielgruppe bringen lassen. Meistens landet das Budget bei Google Ads oder den üblichen Social-Plattformen, LinkedIn, Facebook, Instagram. Die Frage, die sich 2021 gestellt hat, stellt sich 2026 genauso: Wie gut funktionieren diese Kanäle eigentlich bei Inhalten, die Erklärung brauchen und sich nicht in einem Bild und drei Zeilen Text erschöpfen?

Egal ob du in der Agentur sitzt oder als Pressesprecher im Unternehmen, im PR-Bereich jagt man oft ambitionierten Zielen hinterher: eine bestimmte Anzahl Veröffentlichungen, daraus resultierende Webseitenbesucher, schlicht Reichweite. Ein gutes Netzwerk allein reicht dafür immer seltener, der finanzielle Druck auf Verlagsseite ist groß. Bleibt der tiefe Griff in den Geldbeutel. Oder eben ein Format, das anders funktioniert.

Was Native Advertising eigentlich ist

Native Advertising sind redaktionelle Leseempfehlungen auf etablierten Online-Magazinen, oft unter den eigentlichen Artikeln platziert, im Stil von „Diese Beiträge könnten dich auch interessieren“. Die Anzeige übernimmt Form und Tonfall des Umfelds, in dem sie steht. Statt den Leser mit einem blinkenden Banner zu unterbrechen, holt sie ihn dort ab, wo er ohnehin gerade liest, und führt ihn weiter in einen passenden Beitrag.

Der Unterschied zur klassischen Suchmaschinen- oder Banner-Werbung ist genau dieser Kontext. Bei Google formuliert jemand aktiv eine Suchanfrage. Beim Banner kämpft die Anzeige gegen das an, was Fachleute Banner-Blindheit nennen: Leser blenden Werbeflächen am Seitenrand schlicht aus. Native Anzeigen umgehen diesen Reflex, weil sie nicht wie Fremdkörper wirken, sondern wie der nächste lesenswerte Artikel.

Der Banner kämpft gegen die Aufmerksamkeit des Lesers. Die native Empfehlung leiht sie sich aus dem redaktionellen Umfeld.

Was aus dem Kanal seit 2021 geworden ist

Die spannende Entwicklung steckt im Kontrast zweier Kurven. Für die klassische Display-Werbung prognostizieren Marktbeobachter für 2025 eine rückläufige Entwicklung, während der digitale Werbemarkt insgesamt weiter wächst. Native Advertising sitzt auf der richtigen Seite dieser Bewegung: Branchenanalysen sehen das Segment als eines der am schnellsten wachsenden im digitalen Werbemarkt, mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten über die kommenden Jahre.

Das deckt sich mit dem, was Wirkungsstudien zum Format zeigen. Leser betrachten native Anzeigen laut neurophysiologischen Eye-Tracking-Untersuchungen merklich öfter als klassische Banner und verbringen mehr Zeit mit dem Inhalt. Die in Studien genannten Klickraten liegen ein Vielfaches über dem, was Display-Banner erreichen, einzelne Auswertungen sprechen von einem fast neunfachen Wert. Solche Zahlen schwanken je nach Branche, Umfeld und Messmethode stark, die Richtung ist aber über Studien hinweg dieselbe.

Warum das für erklärungsbedürftige Themen zählt

Genau hier liegt der praktische Hebel. Ein erklärungsbedürftiges Produkt, sei es ein handgefertigtes Luxusobjekt oder eine komplexe B2B-Lösung, lässt sich in einem Banner kaum erzählen. In einem redaktionellen Beitrag, auf den eine native Empfehlung verweist, hat die Geschichte Platz zum Atmen. Wenn du wissen willst, wie eine Marke über gute Inszenierung zum begehrten Objekt wird, schau dir Fälle wie die Kooperation von Prada und Adidas an, bei der ein Sneaker zum Luxusgut wurde. Und wo sich Aufmerksamkeit für Mode und Marken konzentriert, siehst du auf Bühnen wie der Berlin Fashion Week. Reichweite entsteht da, wo Inhalt und Umfeld zusammenpassen, nicht da, wo am lautesten geworben wird.

Über die Zielgruppeneinstellungen und passende Vorschautexte lässt sich die angesprochene Leserschaft eng eingrenzen. Die Qualität der Besucher, die so auf einen Inhalt kommen, ist entsprechend hoch. Mit vergleichbarem Budgeteinsatz erreichst du mit einer nativen Kampagne deutlich mehr qualifizierte Leser als mit einer klassischen Social-Kampagne, weil das Format weniger Streuverlust durch ausgeblendete Werbung hat.

Kurz geklärt

Ist Native Advertising dasselbe wie ein Werbebanner?

Nein. Ein Banner ist eine klar abgegrenzte Werbefläche am Seitenrand. Native Advertising übernimmt Form und Tonfall des redaktionellen Umfelds und erscheint zum Beispiel als Empfehlung unter einem Artikel. Genau dadurch umgeht es die Banner-Blindheit, also den Reflex, mit dem Leser klassische Werbeflächen ausblenden.

Wie viel besser performt Native gegenüber klassischer Display-Werbung?

Studien nennen Klickraten, die ein Vielfaches über denen von Display-Bannern liegen, einzelne Auswertungen sprechen von rund dem Achtfachen. Diese Werte schwanken je nach Branche und Messmethode deutlich, der Trend ist aber über viele Untersuchungen hinweg derselbe.

Lohnt sich das Format 2026 noch?

Der Kontrast spricht dafür. Während für die klassische Display-Werbung ein Rückgang erwartet wird, gehört Native Advertising zu den wachsenden Segmenten im digitalen Werbemarkt mit zweistelligen Wachstumsraten. Gerade für erklärungsbedürftige Inhalte bleibt es relevant.

Für welche Themen eignet sich Native besonders?

Vor allem für Inhalte, die Erklärung und Kontext brauchen und sich in einem Bild und drei Zeilen nicht erzählen lassen. Das reicht vom hochwertigen Lifestyle- oder Luxusprodukt bis zur komplexen B2B-Lösung.

Bildquelle: Unsplash / John Jackson
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