
Adidas trifft Prada: Als der Superstar zum Luxusobjekt wurde
Im Herbst 2020 haben wir den Prada-x-adidas-Superstar gefeiert: ein Turnschuh aus Vollnarbenleder, in Italien gefertigt, mit zwei Logos auf der Zunge. Fünf Jahre später schauen wir nach, was aus dieser ungewöhnlichen Liaison geworden ist.
Im September 2020 haben wir an dieser Stelle über einen Schuh geschrieben, der eigentlich nicht zusammenpassen wollte: ein Prada-Sneaker auf adidas-Sohle. Heute, mit etwas Abstand, lässt sich sagen: Diese Liaison war kein Einzelfall, sondern der Auftakt zu einer der langlebigsten Verbindungen zwischen Laufsteg und Sportplatz. Was du damals an den Füßen tragen wolltest, ist inzwischen Sammlerstück. Und die Idee dahinter hat sich bis auf den Fußballplatz durchgesetzt.
- Prada und adidas legten 2019/2020 den Superstar neu auf: Vollnarbenleder, Made in Italy, beide Logos auf der Zunge.
- Die Septemberwelle 2020 brachte drei Farben (Schwarz, Weiß-Schwarz, Silber-Weiß) für rund 450 Euro.
- Der erste Drop von 2019 war auf 700 Paar limitiert und kam im Bundle mit der Prada Bowling Bag.
- Aus dem Experiment wurde eine Serie: Luna Rossa 2021, Forum 2022, eine Fußballschuh-Kollektion 2023.
- Wer ein Original-Paar von 2020 hat, besitzt heute ein Stück Sneaker-Geschichte.

Die Ausgangsfrage von damals klingt heute fast niedlich: Eleganz oder Bequemlichkeit? High Heel oder Turnschuh? Prada hatte darauf eine überraschende Antwort. Statt den Sneaker als Verlegenheitslösung zu behandeln, machte das Mailänder Haus ihn zum Hauptdarsteller. Der adidas Superstar, seit den Siebzigern ein Straßen-Klassiker, bekam eine Behandlung, die man sonst Handtaschen vorbehält: Vollnarbenleder, sauber verarbeitet, mit „Made in Italy“-Prägung. Genau diese Verarbeitung war der Punkt. Nicht der Hype, sondern das Material.
Warum dieser Schuh mehr war als ein Logo-Spiel
Kooperationen zwischen Modehäusern und Sportmarken gab es vorher schon. Was den Prada-Superstar abhob, war die Zurückhaltung. Kein greller Print, keine aufgesetzte Streetwear-Pose. Ein weißer Schuh, zwei Logos, fertig. Diese Schlichtheit war kalkuliert: Du konntest das Paar zur Jeans tragen oder zum Kleid, und in beiden Fällen sah es nach Absicht aus, nicht nach Kostümierung. Das Vollnarbenleder, die hochwertigste Lederqualität mit erhaltener Oberfläche, gibt dem Schuh außerdem eine Patina, die billigere Sneaker nie entwickeln. Er wird mit den Jahren schöner, nicht schäbiger.
Die Geschichte hinter dem Drop ist dabei spannender, als sie 2020 wirkte. Der allererste Prada-x-adidas-Superstar kam bereits im Dezember 2019 auf den Markt, limitiert auf 700 Paar und im Set mit der Prada Bowling Bag aus Kalbsleder. Erst die zweite Welle im September 2020 brachte den Schuh einzeln und in drei Farbvarianten zu einem Preis von rund 450 Euro unter die Leute. Wer damals zugriff, hat heute ein gesuchtes Stück im Schrank.
Wie du den Superstar trägst
Der Reiz eines so reduzierten Schuhs liegt darin, dass er sich nicht aufdrängt. Zu einer schmalen Hose und einem Mantel wirkt er lässig-elegant, zum Sommerkleid bricht er die Förmlichkeit auf, ohne sie zu zerstören. Genau das war die Pointe der Kollaboration: ein Schuh, der zwischen den Welten funktioniert. Du musst dich nicht entscheiden, ob du heute sportlich oder schick sein willst. Wichtig ist nur, dass der Rest schlicht bleibt. Ein weißer Lederschuh mit zwei Logos verträgt keinen zweiten Eyecatcher am Körper. Lass ihn die Aussage machen.
Und dann ist da die Pflege, die so ein Schuh verdient. Vollnarbenleder will gepflegt werden, sonst trocknet es aus. Ein imprägnierendes Pflegemittel vor dem ersten Tragen, danach gelegentlich ein neutrales Leinentuch, das reicht. Wer den Schuh wie einen guten Lederschuh behandelt und nicht wie einen Wegwerf-Sneaker, hat lange etwas davon. Genau hier trennt sich die Kollaboration vom üblichen Hype-Drop: Der Prada-Superstar war nie als Saisonware gedacht. Er war als Klassiker gedacht, der zufällig eine Gummisohle hat.
Nicht der Hype hat diesen Schuh getragen, sondern das Leder. Ein Turnschuh, der mit den Jahren schöner wird.
Was aus der Liaison wurde
Hier wird der Rückblick interessant. Der Superstar war kein Strohfeuer. Prada und adidas blieben zusammen: 2021 kam die A+P Luna Rossa, ein technischer Performance-Schuh mit Segelsport-DNA. 2022 folgte der Prada Forum, den A$AP Rocky öffentlich trug und damit endgültig in die Hype-Welt katapultierte. Und 2023 wagten beide den größten Schritt: die erste gemeinsame Fußballschuh-Kollektion. Adidas-Modelle wie Predator, Copa und X bekamen eine Prada-Veredelung und landeten an den Füßen von Profis wie Paulo Dybala und Rafael Leão.
Damit hat sich die ursprüngliche Idee von 2020 als tragfähig erwiesen. Ein Modehaus borgt sich die Glaubwürdigkeit einer Sportmarke, eine Sportmarke borgt sich die Begehrlichkeit eines Luxuslabels, und beide gewinnen. Der Superstar war der Testlauf, der aufging. Wer den Schuh damals nur als hübsche Spielerei abtat, hat den Anfang einer Strategie übersehen.
Lohnt sich der Schuh heute noch?
Kurze Antwort: ja, aber nicht als Schnäppchen. Die Originalpaare von 2019 und 2020 werden auf dem Resale-Markt gehandelt, und die guten Stücke sind nicht günstiger geworden. Wer ein ungetragenes Paar findet, zahlt dafür. Reizvoller ist der Schuh ohnehin als Stilobjekt, nicht als Investment. Er erinnert daran, dass die besten Kooperationen nicht die lautesten sind. Ein weißer Lederschuh mit zwei Logos, gut gemacht, hält länger als jeder Trend, der ihn überholen wollte.
Kurz geklärt
▸Wann kam der Prada-x-adidas-Superstar heraus?
Der erste Drop erschien im Dezember 2019, limitiert auf 700 Paar und im Bundle mit der Prada Bowling Bag. Die einzelnen Farbvarianten Schwarz, Weiß-Schwarz und Silber-Weiß folgten am 8. September 2020.
▸Was hat den Schuh damals besonders gemacht?
Das Vollnarbenleder und die Fertigung in Italien. Statt eines lauten Streetwear-Designs setzte Prada auf einen schlichten weißen Schuh mit beiden Logos auf der Zunge, kombinierbar zu Jeans wie zu Kleid.
▸Was kostete der Superstar 2020?
Die Einzelpaare der Septemberwelle lagen bei rund 450 Euro. Der erste limitierte Drop von 2019 kam im teureren Set mit der Bowling Bag.
▸Arbeiten Prada und adidas noch zusammen?
Ja. Auf den Superstar folgten die A+P Luna Rossa (2021), der Prada Forum (2022) und 2023 sogar eine gemeinsame Fußballschuh-Kollektion. Aus dem Experiment wurde eine feste Partnerschaft.
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