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7. November 2018 // 12:25 Uhr

Diese Interior-Trends dürft ihr diesen Herbst nicht verpassen

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

Du suchst natürliche Herbstlooks für Dein Zuhause? Wir haben die drei herbstlichen Interior-Trends für Dich herausgesucht.

Im Herbst 2018 haben wir Dir drei Interior-Trends ans Herz gelegt: asiatischen Minimalismus, warme Toffee-Töne und den Neo-Natur-Look. Acht Jahre später ist klar, welche davon eine Saison-Laune waren und welche sich zu echten Wohn-Konstanten entwickelt haben. Die kurze Antwort: alle drei leben noch, nur unter neuen Namen.

Grundriss

  • Asiatischer Minimalismus von 2018 ist heute Japandi und gilt nicht mehr als Trend, sondern als feste Stilrichtung.
  • Die Toffee-Töne sind voll angekommen: Mocha Mousse war Pantones Farbe des Jahres 2025, Benjamin Moore setzt 2026 mit dem Espresso-Ton Silhouette nach.
  • Der Neo-Natur-Look hat sich zum Materialprinzip verfestigt: Rohholz, Leinen, Rattan und handgemachte Keramik statt Hochglanz.
  • Was 2018 als Herbst-Deko begann, ist heute ein ganzjähriger Einrichtungsansatz mit weniger Regeln und mehr Haltung.
Diese Interior-Trends dürft ihr diesen Herbst nicht verpassen

Du suchst gerade nach Inspiration für einen warmen, natürlichen Herbstlook und stolperst dabei über zig widersprüchliche Trendlisten. Praktisch, dass wir das Material schon ein paar Jahre beobachten. Wir nehmen Dich einmal mit durch unsere drei Herbst-Tipps von damals und schauen, was die Wohnwelt seitdem daraus gemacht hat. So siehst Du sofort, welche Idee eine sichere Bank ist und wo Du Dein Geld lieber nicht in eine Eintagsfliege steckst.

1. Aus asiatischem Minimalismus wurde Japandi

Damals haben wir den ruhigen, reduzierten Look beschrieben: dunkles Nussbaumholz, helle Grautöne, mundgeblasenes Glas, Leinen und schlichte Keramik auf dem Esstisch. Den Stil gibt es nach wie vor, er hat nur einen Namen bekommen, den heute jeder kennt: Japandi, die Verschmelzung von japanischer Zurückhaltung und skandinavischer Funktionalität.

Interessant ist, dass Japandi den Sprung vom Trend zum Klassiker geschafft hat. Die Hochphase lag in den frühen 2020ern, doch statt zu verschwinden ist der Stil 2025 und 2026 präsenter als zuvor. Einrichtungsexperten beschreiben ihn nicht mehr als Mode, sondern als Grundhaltung. Der Unterschied zu 2018: weniger strenge Formel, mehr Interpretation. Du musst nicht das ganze Wohnzimmer leerräumen, ein Sideboard aus Eichenholz, ein Leinenvorhang und ein paar handgetöpferte Schalen reichen, um die Idee aufzunehmen.

Japandi ist der Beweis, dass guter Minimalismus nicht kühl sein muss. Warmes Holz und weiches Leinen nehmen der Reduktion die Strenge.

Praktisch heißt das für Dich: Setze auf matte, langlebige Hölzer wie Eiche oder Bambus, die keine Fingerabdrücke zeigen. Kombiniere sie mit gedeckten Naturfarben wie Salbei, Hafer oder einem warmen Sandton. Ein Bronze- oder Chrom-Akzent, etwa eine Lampe oder ein Griff, hebt das Ganze aus dem Beige-in-Beige heraus, ohne laut zu werden.

2. Die Toffee-Töne sind salonfähig geworden

2018 haben wir Brauntöne von Cappuccino bis Mokka als gewagten Herbst-Tipp verkauft, mit dem Hinweis, dass die Idee aus Skandinavien stammt und früher kaum vorstellbar war. Heute kann man sagen: Wir lagen richtig, nur das Ausmaß haben wir unterschätzt. Braun ist von der Nische in den Mainstream gerückt.

Der sichtbarste Beleg: Pantone hat Mocha Mousse, ein warmes, von Kaffee und Schokolade inspiriertes Braun, zur Farbe des Jahres 2025 gekürt. Und der Schwung hält an. Benjamin Moore setzt für 2026 mit Silhouette nach, einem in Anthrazit getauchten Espresso-Ton. Mokka- und Karamell-Sofas gelten für 2026 nicht als Auslaufmodell, sondern als Anschaffung, die mehrere Saisons trägt.

Der Grund ist derselbe wie 2018: Brauntöne wärmen optisch und schaffen Geborgenheit, ohne ins Süßlich-Gemütliche zu kippen. Wer es behutsam angehen will, fängt mit Textilien an, einem Plaid, Kissen oder einem Teppich in Karamell. Wer mutiger ist, streicht eine Wand in einem tiefen Espresso und kombiniert sie mit sandigen Neutraltönen und einem Hauch Pilzgrau. Wichtig dabei: Braun braucht eine zweite, kühlere Note, sonst kippt der Raum ins Schwere. Ein kühles Tageslicht, ein heller Vorhang oder ein steinfarbener Teppich halten die Toffee-Töne luftig.

3. Neo-Natur ist vom Look zum Prinzip geworden

Der dritte Tipp von 2018 waren die kleinen Natur-Stillleben: Äste, schlichte Vasen, Fundstücke in Beige und Elfenbein, aufgeschlagene Bildbände als optisches Highlight. Diese Deko-Idee hat sich am stärksten gewandelt, weil sie heute kein Styling-Detail mehr ist, sondern eine Material-Entscheidung.

Aktuelle Wohnkonzepte setzen durchgehend auf rohe, ehrliche Materialien: unbehandeltes Holz, Leinen, Rattan, Bambus, Stein und absichtlich unperfekte Keramik. Die makellose Hochglanz-Oberfläche hat ausgedient, gefragt ist Textur, die man fühlen kann. Das deckt sich mit dem größeren Bild: Die Farbwelt hat sich klar Richtung wärmerer, erdiger Töne verschoben, ergänzt um tiefe Grün- und Terrakottanuancen.

Für Dich heißt das, Du kannst die kleinen Natur-Akzente von damals beibehalten und gleichzeitig größer denken. Eine handgemachte Schale auf dem Sideboard funktioniert weiterhin, aber der wahre Effekt entsteht, wenn das Grundgerüst aus dem Raum stimmt: ein Leinensofa, ein Holztisch mit sichtbarer Maserung, ein grober Wollteppich.

Was bleibt: drei Trends, ein roter Faden

Wenn Du aus acht Jahren Trend-Beobachtung eine Lehre mitnimmst, dann diese: Die haltbaren Wohnideen waren nie die lautesten. Asiatischer Minimalismus, warme Brauntöne und Naturmaterialien hatten 2018 alle denselben Kern, nämlich Ruhe, Wärme und Ehrlichkeit statt Effekt. Genau dieser Kern hat sie über acht Jahre und etliche Saisons getragen, während grellere Modeerscheinungen längst wieder verschwunden sind. Wenn Du also vor der Wahl stehst, investiere lieber in ein gutes Holzmöbel, ein Leinensofa oder eine solide Keramikserie als in die nächste Deko-Welle. Diese drei Stücke tragen jeden der hier genannten Looks, egal wie der Trend in zwei Jahren heißt.

Mehr über Wohnstile, die über eine Saison hinaus halten, liest Du in unserem Blick auf den Eklektizismus als Gegenentwurf zum Minimalismus und in unserer Bestandsaufnahme zu modularen Möbeln und ihren vier Konzepten.

Kurz geklärt

Ist Japandi 2026 noch aktuell oder schon wieder out?

Japandi gilt 2025 und 2026 nicht mehr als kurzlebiger Trend, sondern als etablierter Stil. Einrichtungsexperten beschreiben ihn als Grundhaltung mit weniger starren Regeln als noch vor ein paar Jahren. Wer in warmes Holz, Leinen und schlichte Keramik investiert, kauft also keine Eintagsfliege.

Welche Wohnfarbe liegt 2025 und 2026 vorn?

Warme Brauntöne führen das Feld an. Pantone hat Mocha Mousse zur Farbe des Jahres 2025 gewählt, Benjamin Moore setzt 2026 mit dem Espresso-Ton Silhouette nach. Erdige Neutralfarben, tiefe Grüntöne und Pilzgrau ergänzen die Palette.

Wie hole ich mir den Neo-Natur-Look ohne kompletten Umbau ins Zuhause?

Fang beim Material an, nicht bei der Deko. Ein Leinenkissen, eine handgetöpferte Schale und ein Holzobjekt mit sichtbarer Maserung setzen den Ton. Wer mehr will, ergänzt einen groben Wollteppich oder einen Leinenvorhang. Wichtig ist Textur, die man fühlen kann, statt Hochglanz.

Sind warme Brauntöne nicht schnell altbacken?

Das war 2018 die Sorge, sie hat sich nicht bestätigt. Der Trick liegt in der Kombination: Brauntöne wirken modern, wenn Du sie mit sandigen Neutraltönen, etwas Pilzgrau und einem kühlen Metall-Akzent wie Bronze oder Chrom mischst. Dann wärmen sie den Raum, ohne ins Gemütlich-Verstaubte zu kippen.

Bildquelle: Unsplash / Kirill Zakharov
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