//LIVINGEklektisch eingerichteter Wohnraum
22. März 2023 // 08:58 Uhr

Der Eklektizismus, der neue Wohntrend

InspiredByLuxury

Neues Jahr, neue Wohntrends, beim Eklektizismus handelt es sich um die Kombination aus alten und neuen Einrichtungsstilen. Das Motto: „Mehr ist mehr“!

Wer heute mit Stil lebt, setzt auf Eklektizismus, nicht als Chaos, sondern als bewusste Kuratierung, bei der verschiedene Stile, Epochen und Materialien eine eigene Sprache finden.

Grundriss

  • „Mehr ist mehr“, aber mit System: Eklektizismus kombiniert alte und neue Einrichtungsstile. Der Name stammt vom altgriechischen „eklektos“, ausgewählt, auserlesen. Die Auswahl ist der entscheidende Schritt.
  • Farbe als Anker: Erst eine dominierende Hauptfarbe wählen, dann beliebig viele passende Farben ergänzen. So bleibt Vielfalt lesbar statt überwältigend.
  • Materialien mischen: Kissen aus Samt und Seide, eine grobe Wolldecke, ein Jute-Teppich, Vasen aus Glas und Metall, und auffällige Beleuchtung, die den Stil ins richtige Licht setzt.

Eklektizismus ist kein Chaos, er ist eine Methode

Der Eklektizismus in der Inneneinrichtung macht genau das, was sein Name verspricht: Er wählt aus. Kombiniert wird, was aus verschiedenen Stilrichtungen, Epochen und Quellen stammt, das Motto lautet „Mehr ist mehr“, aber dahinter steckt Kalkül. Das altgriechische „eklektos“ bedeutet ausgewählt und auserlesen, und das ist der Kern: Nicht alles ist hier, sondern das Richtige.

Eklektisch eingerichteter Raum mit Vintage-Sesseln, Ziegelwand und Kronleuchter
Eklektizismus zeigt sich im bewussten Mix aus Epochen, Materialien und Farben.

Der Stil hat historische Wurzeln in Europa. Man findet ihn an Gebäuden in Süditalien, Brüssel und Paris, wo früher Eindrücke und Gegenstände aus Reisen mitgebracht und mit den vorhandenen Elementen kombiniert wurden, Teppiche aus dem Ausland, Vorhänge aus einer anderen Kultur, zusammengefügt zu einer eigenen Stilrichtung. Heute passiert dasselbe in Innenräumen, nur bewusster und mit mehr Auswahl.

Wie du anfängst: Farbe, Material, Licht

Der erste Schritt ist die Farbwahl. Wähle eine Farbe, die deinen Einrichtungsstil dominieren soll, deine Lieblingsfarbe ist ein guter Ausgangspunkt. Darauf aufbauend kommen beliebig viele weitere Farben hinzu, die dazu passen. Die Hauptfarbe hält die Palette zusammen, damit der Raum trotz Vielfalt lesbar bleibt.

Materialien spielen eine ebenso wichtige Rolle. Kissen aus Samt und Seide, dazu eine grobe Wolldecke, ein Teppich aus Jute, Vasen aus Glas und Metall, die Kombination verschiedener Texturen erzeugt Spannung ohne Unruhe. Und die Beleuchtung: Im Eklektizismus zählen auffällige, ausdrucksstarke Leuchten. Sie heben den Stil hervor und lassen den Raum im wörtlichen Sinn erstrahlen.

Warum dieser Stil jetzt wieder funktioniert

Der Eklektizismus antwortet auf einen Zeitgeist, der sich von einheitlichen Stil-Vorgaben löst. Wer nicht mehr in Kategorien wie „Scandi“ oder „Industrial“ denkt, sucht eine Einrichtung, die echte Geschichte hat, nicht die Kulisse einer Geschichte. Der Eklektizismus gibt dafür das Werkzeug: klare Methode, offene Ergebnisse. Die Kunst liegt im Ausbalancieren, nicht im Anhäufen.

Worauf es beim Mix wirklich ankommt

Der größte Unterschied zwischen einem gelungenen und einem überladenen Raum liegt in der Auswahl. Eklektizismus belohnt nicht den, der möglichst viel zusammenstellt, sondern den, der bewusst entscheidet, was Bestand hat und was nicht. Jedes Stück sollte einen Grund haben, im Raum zu stehen, sei es eine Erinnerung, eine Funktion oder ein bewusster Bruch. Genau diese Begründung verwandelt eine Ansammlung in eine Komposition.

Hilfreich ist, dem Auge Ankerpunkte zu geben. Eine wiederkehrende Farbe, ein durchgehendes Material oder eine gemeinsame Formensprache halten auch sehr unterschiedliche Objekte zusammen. Wer Messing in mehreren Details aufgreift oder eine Farbe über Kissen, Vase und Bild verteilt, schafft einen roten Faden, der den Raum lesbar macht. Ohne solche Anker kippt der Mix schnell ins Beliebige, mit ihnen wirkt selbst eine kühne Kombination durchdacht.

Am Ende ist Eklektizismus weniger ein fertiger Look als eine Methode, die mit der Zeit wächst. Ein Raum darf sich verändern, neue Funde dürfen alte ablösen, und nicht jede Entscheidung muss endgültig sein. Genau darin liegt der Reiz: Ein eklektischer Raum erzählt die Geschichte derer, die in ihm leben, und bleibt offen für das nächste Kapitel. Wer ihn so versteht, nimmt sich den Druck der perfekten Einrichtung und gewinnt einen Ort, der sich echt anfühlt.

Ein guter Einstieg ist oft kleiner, als man denkt. Statt den ganzen Raum umzuwerfen, genügt zunächst eine Ecke: ein Sessel aus zweiter Hand neben einer modernen Lampe, ein altes Bild über einem schlichten Sideboard. Wer dort ein Gespür dafür entwickelt, wie unterschiedliche Stücke miteinander sprechen, überträgt das Prinzip mit der Zeit fast von allein auf den Rest der Wohnung. So bleibt der Prozess leicht und macht Freude, statt zur großen Aufgabe zu werden, die man immer wieder aufschiebt.

Kurz geklärt

Was ist Eklektizismus in der Einrichtung?

Eklektizismus kombiniert alte und neue Einrichtungsstile zu einem harmonischen Gesamtbild. Der Begriff stammt vom griechischen „eklektos“ (ausgewählt) und beschreibt das bewusste Mischen von Elementen aus verschiedenen Stilrichtungen und Epochen.

Wie fange ich mit eklektischer Einrichtung an?

Zuerst eine Hauptfarbe wählen, dann passende Farben ergänzen. Materialien mischen: Samt, Seide, Wolle, Jute, Glas und Metall. Auffällige Beleuchtung setzen. Der Schlüssel ist die bewusste Auswahl, nicht alles, sondern das Richtige.

Kann Eklektizismus zu viel werden?

Ja, wenn die Auswahl fehlt. „Mehr ist mehr“ funktioniert nur, wenn jedes Element einen Grund hat. Eine dominierende Hauptfarbe und gemeinsame Materialien halten den Raum zusammen, ohne sie wird aus Stil schnell Unruhe.

Bildquelle: Titelbild: Unsplash / Antoine Gayraud; Beitragsbilder: Unsplash / Antoine Gayraud; Beitragsbild: Pexels / Max Vakhtbovych.
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