//TRAVELElegant eingerichtetes Glamping-Zelt mit Bett, Holzboden und Tageslicht
10. Januar 2023 // 09:27 Uhr

Glamping: der Campingurlaub in eleganten Unterkünften

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

2023 haben wir Glamping als frischen Reisetrend vorgestellt, irgendwo zwischen Zeltplatz und Designhotel. Seitdem ist daraus ein fester Teil der europäischen Reisebranche geworden. Wir schauen, was aus den damaligen Lieblingsorten wurde und wo sich glamouröses Campen 2026 wirklich lohnt.

Als wir 2023 zum ersten Mal über Glamping geschrieben haben, klang die Idee noch wie ein hübsches Nischending: campen, aber mit echtem Bett, Strom und Aussicht. Drei Jahre später ist daraus ein eigener Markt geworden. Der weltweite Glamping-Markt liegt 2025 bei rund 3,1 Milliarden Euro, Europa hält dabei den größten Anteil mit über 35 Prozent. Höchste Zeit also, die Lieblingsorte von damals noch einmal zu besuchen und zu schauen, ob sich der Hype gehalten hat.

Boarding

  • Glamping verbindet Natur und Komfort: festes Bett, Bad und oft Küche, kein Schlafsack auf der Isomatte.
  • Der europäische Markt wächst weiter zweistellig, getragen von Nachfrage nach naturnahem Reisen mit Stil.
  • Unsere vier Lieblingsorte von 2023 sind alle noch geöffnet: Weinfass im Markgräflerland, Bukubaki in Portugal, Kudhva in Cornwall und das Plitvice Holiday Resort in Kroatien.
  • Gebucht wird meist als Paket, viel Ausrüstung kannst du dazubuchen statt mitschleppen.
  • Wer früh bucht, hat in der Hauptsaison die besseren Karten, besonders bei den kleinen Spots mit wenigen Einheiten.
Elegant eingerichtetes Glamping-Zelt mit Bett, Holzboden und Tageslicht

Was Glamping von Camping unterscheidet

Der Begriff setzt sich aus glamorous und camping zusammen, also glamouröses Campen. Gemeint ist eine Unterkunft mitten in der Natur, die sich aber wie ein kleines Hotel anfühlt. Statt Zeltstangen und Heringen wartet ein fertig gemachtes Bett, oft ein eigenes Bad, manchmal eine Küchenzeile. Die Bandbreite reicht vom umgebauten Weinfass über das Baumhaus bis zum Safari-Lodge-Zelt mit Holzboden.

Der Reiz liegt im Kontrast. Du bist draußen, hörst morgens die Vögel und siehst abends die Sterne, musst dafür aber nicht auf Komfort verzichten. Genau dieser Mix erklärt, warum der Trend nicht wieder verschwunden ist. Reiseanalysten führen das Wachstum vor allem auf die Nachfrage nach naturnahem und nachhaltigem Reisen zurück, ohne dass Gäste auf Bequemlichkeit verzichten wollen. Die jüngere Zielgruppe zwischen 18 und 32 macht dabei den größten Teil der Buchungen aus.

Glamping ist die Antwort auf eine einfache Frage: Wie komme ich raus in die Natur, ohne mein Rückenproblem mitzunehmen?

Vorbereitung: weniger Gepäck, mehr Planung im Voraus

Das Angenehme am Glamping ist, dass nach der Buchung schon das Meiste erledigt ist. Bei den meisten Anbietern lassen sich Extras dazubuchen: Bettwäsche, zusätzliche Möbel, manchmal sogar ein Frühstückskorb. So musst du deutlich weniger mitnehmen als beim klassischen Campen, die Schlepperei mit Zelt und Kocher fällt weg.

Viele Unterkünfte haben eigene Küchengeräte und Geschirr vor Ort. In den Reiseunterlagen steht in der Regel genau, was vorhanden ist, daran kannst du deine Packliste ausrichten. Wenn du unsicher bist, lohnt ein Blick in die FAQ-Seite des Anbieters oder eine kurze Mail an den Kundenservice. Ein Tipp aus der Praxis: Gerade die kleinen Spots haben nur eine Handvoll Einheiten. Wer im Sommer ein bestimmtes Wochenende will, sollte Monate vorher buchen.

Schlafen im Weinfass: Markgräflerland, Deutschland

Im südbadischen Markgräflerland kannst du in riesigen Weinfässern übernachten. Zwischen mehreren Standorten in den Weinbergen lässt sich wählen, jeder mit eigenem Blick über die Reben. Die Fässer sind beheizt, Bettwäsche und Handtücher liegen bereit, du brauchst also wirklich nur dich selbst.

Der Reiz ist die Ruhe. Am frühen Morgen lassen sich Rehe und Hasen am Waldrand beobachten, abends färbt die Sonne die Hänge. Für Paare ist das ein naheliegender Kurztrip, gut erreichbar und trotzdem weit weg vom Alltag. Und ehrlich gesagt: Wie oft kannst du behaupten, in einem Weinfass geschlafen zu haben?

Bukubaki: Surfen und Ruhe in Portugal

Das Bukubaki Eco Surf Resort liegt bei Peniche an der portugiesischen Westküste, einer Region, die für ihre langen Surfstrände bekannt ist. Der Anbieter setzt auf den Mix aus aktivem Lebensstil und Entspannung. Es gibt Treehouses und Glamping-Zelte, eine finnische Sauna, einen Salzwasserpool sowie Yoga- und Massageangebote.

Wer sich bewegen will, bekommt Surf- und Skatestunden, allein oder in der Gruppe, dazu Leihräder für die Wege rund um das Resort. Das Konzept hat sich gehalten: Bukubaki ist 2026 weiter geöffnet und wird in aktuellen Bewertungen als entspanntes Eco-Resort für Paare, Familien und Gruppen geführt. Wenn du Surfen lernen und gleichzeitig naturnah wohnen willst, ist das ein stimmiger Ort.

Kudhva: Off-Grid in Cornwall, England

Kudhva an der Nordküste von Cornwall, nahe Tintagel, ist etwas für alle, die wirklich abschalten wollen. Das Besondere sind die Unterkünfte: vier komplett netzunabhängige Kabinen mit markanter Architektur, dazu vorgespannte Baumzelte, die im Gelände verteilt sind. Jede Einheit hat ihren eigenen Charakter.

Der Anbieter will, dass sich Gäste von der Natur einnehmen lassen und für ein paar Tage aus der digitalen Dauerbeschallung aussteigen. Auf dem Gelände gibt es einen alten Steinbruchsee, eine ziemlich versteckte Oase, die sich auch im Rahmen einer geführten Schwimmtour erkunden lässt. Kudhva war 2023 ein Geheimtipp und ist es im Kern geblieben, der Spot ist weiter aktiv und buchbar. Wer Stille als Luxus versteht, ist hier richtig.

Plitvice Holiday Resort: Glamping in Kroatien

In Kroatien liegt das Plitvice Holiday Resort nahe dem berühmten Nationalpark Plitvicer Seen, einem UNESCO-Welterbe mit seinen Wasserfällen und türkisfarbenen Seen. Das Resort kombiniert die Lage am Naturwunder mit verschiedenen Glamping-Optionen, von Baumhäusern bis zu Mobilheimen, und ist damit ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen.

Gerade die Verbindung aus spektakulärer Natur und einem festen, komfortablen Standort macht den Reiz aus. Du kannst tagsüber den Park erkunden und abends in einer Unterkunft schlafen, die mehr bietet als ein Zelt. Für alle, die Glamping mit einem echten Sightseeing-Ziel verbinden wollen, ist das eine der naheliegenderen Adressen in Europa.

Lohnt sich Glamping 2026 noch?

Kurz gesagt: ja. Was 2023 nach Trend roch, ist heute ein etablierter Teil des Reisemarkts mit weiter steigender Nachfrage. Der europäische Markt wächst laut Branchenanalysen jährlich im hohen einstelligen Prozentbereich, und das Angebot ist breiter geworden, vom günstigen Zelt bis zum durchdesignten Refugium. Wenn du Natur willst, ohne auf ein ordentliches Bett zu verzichten, hat Glamping seinen Reiz behalten.

Mehr Inspiration für ruhige, besondere Aufenthalte findest du in unserem Stück über Stille als Luxus und drei Refugien abseits der Route. Und wer den Naturaspekt vertiefen will, liest am besten unseren Beitrag zum Waldbaden. Wer das Aktiv-Element mag, das Bukubaki so ausmacht, findet bei unserem Schwestermagazin Inspiration zum Bikepacking 2026, der naturnahen Tour-Variante auf dem Rad.

Gut zu wissen

▸Was kostet Glamping ungefähr?

Die Spanne ist groß. Ein einfaches Glamping-Zelt gibt es ab etwa 60 bis 90 Euro pro Nacht, durchgestylte Designkabinen oder Baumhäuser liegen schnell bei 150 bis 300 Euro und mehr. Extras wie Bettwäsche, Frühstück oder Aktivitäten kommen je nach Anbieter dazu.

▸Ist Glamping auch im Winter möglich?

Bei beheizten Unterkünften ja. Die Weinfässer im Markgräflerland sind zum Beispiel beheizt, viele Kabinen ebenfalls. Reine Zeltlösungen sind dagegen meist auf die warme Jahreszeit beschränkt. Ein Blick in die Saisonangaben des Anbieters klärt das schnell.

▸Muss ich eigene Ausrüstung mitbringen?

In der Regel kaum. Bett, Bad und oft eine Küchenzeile sind vorhanden, Bettwäsche und Handtücher liegen meist bereit oder lassen sich dazubuchen. Die Reiseunterlagen des Anbieters listen genau auf, was vor Ort ist und was du selbst mitnehmen solltest.

▸Für wen eignet sich Glamping?

Für Paare auf Kurztrip, Familien, die Natur ohne Komfortverzicht wollen, und alle, die mal offline gehen möchten. Gerade die jüngere Generation bucht Glamping stark, weil es naturnahes Reisen mit Bildtauglichkeit und echtem Komfort verbindet.

Bildquelle: Pexels / Los Muertos Crew
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