
Die Magie Asiens: Princess Cruises mit deutschsprachiger Bordbetreuung, sechs Jahre später
2019 schwärmten wir von der Diamond Princess und ihrer deutschsprachigen Bordbetreuung nach Asien. Dann wurde aus genau dieser Reise eine der bekanntesten Geschichten der Pandemie. Wir schauen zurück und nach vorn.
Im Februar 2019 haben wir an dieser Stelle eine Kreuzfahrt empfohlen, die nach Plan ein ruhiger Premiumurlaub werden sollte: die Diamond Princess von Princess Cruises, mit deutschsprachiger Bordbetreuung durch Japan, Taiwan, Vietnam und Singapur, ablegen im Dezember 2019 und Januar 2020. Genau diese Reisesaison wurde dann zur bekanntesten Kreuzfahrtgeschichte der vergangenen Jahre, allerdings nicht wegen der Aussicht. Höchste Zeit für einen ehrlichen Rückblick, und für die Frage, was von dem Angebot heute übrig ist.
- Das 2019 beworbene Schiff war die Diamond Princess, dasselbe Schiff, das im Februar 2020 vor Yokohama als COVID-Hotspot weltweit Schlagzeilen machte.
- An Bord steckten sich 712 von 3.711 Menschen an, rund 14 ältere Passagiere starben, die Quarantäne dauerte 39 Tage.
- Das eigentliche Verkaufsargument der Reise, die deutschsprachige Bordbetreuung, gibt es bei Princess Cruises bis heute auf ausgewählten Asien-Routen.
- Die Diamond Princess fährt weiterhin in Asien, unter anderem auf einer Rundreise ab Yokohama im Mai 2026.
- Was bleibt: Eine Asien-Kreuzfahrt mit deutschem Ansprechpartner ist real, aber lies das Kleingedruckte zu Gesundheit und Stornierung genauer als 2019.

Erst die Erinnerung an das Versprechen von damals. Princess Cruises positioniert sich als Premiummarke, und der deutschsprachige Service war der Kern unserer Empfehlung. Wer eine 14-tägige Asienreise bucht, will sich nicht an jeder Rezeption durch Englisch und Handzeichen kämpfen. Ein fester Ansprechpartner an Bord, deutsche Menükarten, ein deutsches Bordprogramm und Beratung zu Landgängen: Das nimmt einer Fernreise viel von ihrer Unsicherheit. Das Argument war 2019 gut, und es ist es bis heute.
Was aus der Reise wurde
Die Diamond Princess legte am 20. Januar 2020 in Yokohama zu einer Rundreise durch Südostasien ab, gedacht als entspannte Fahrt über das chinesische Neujahr. Auf der Rückfahrt erreichte den Kapitän die Nachricht, dass ein am 25. Januar in Hongkong von Bord gegangener Gast positiv auf das damals neue Coronavirus getestet worden war. Am 5. Februar bestätigten die ersten Tests zehn Fälle an Bord, und das Schiff ging vor Yokohama in eine Quarantäne, die später als Lehrstück durch jede Pandemie-Chronik wandern sollte.
Die Zahlen sind nüchtern und hart. Von 3.711 Menschen an Bord infizierten sich 712, davon 567 von 2.666 Passagieren und 145 von 1.045 Crewmitgliedern. Rund 14 ältere Passagiere starben. Die Gäste verbrachten Wochen in ihren Kabinen, mit täglich einer Stunde an Deck, Maske auf, Abstand halten, nichts anfassen. Nach 39 Tagen verließen die letzten Passagiere am 27. Februar 2020 das Schiff. Das Traumschiff aus unserem Artikel war für einige Wochen das Gegenteil eines Traums.
Aus der entspanntesten Reiseform, die wir kannten, wurde über Nacht das engste Quarantänelabor der Welt. Genau das macht den Rückblick so lehrreich.
Wichtig ist die Einordnung. Was auf der Diamond Princess passierte, war kein Versagen der Marke und kein Defekt des Konzepts deutschsprachige Bordbetreuung. Es war ein Frühwarnfall einer globalen Pandemie, die jede dichte Menschenansammlung getroffen hätte. Das Schiff wurde zum Symbol, weil es eine geschlossene, gut dokumentierte Population bot, an der Forschung in Echtzeit lernen konnte. Wer 2019 gebucht hatte, hat schlicht Pech mit dem Timing gehabt, nicht mit dem Veranstalter.
Gibt es das Angebot heute noch?
Ja, und das ist die eigentlich gute Nachricht für alle, die den Gedanken einer Asien-Kreuzfahrt nie ganz losgeworden sind. Princess Cruises bietet die deutschsprachige Bordbetreuung weiterhin auf ausgewählten Routen an. Dazu gehören Ein- und Ausschiffungsgespräche auf Deutsch, ein deutschsprachiger Ansprechpartner mit täglichen Sprechstunden, deutsche Menükarten und eine Bordzeitung in deutscher Sprache. Auf der Website lässt sich die Suche gezielt auf Fahrten mit dieser Betreuung filtern, und Asien taucht dort regelmäßig auf.
Auch das Schiff selbst fährt wieder, als hätte es nie eine andere Geschichte gegeben. Für Mai 2026 ist eine 20-Nächte-Rundreise mit der Diamond Princess ab und bis Yokohama gelistet. Wer den Namen heute hört, denkt vielleicht zuerst an 2020. Im Buchungskalender ist das Schiff längst wieder ein normaler Premiumliner für Japan und Südostasien. Reisepreise schwanken stark nach Kabinenkategorie und Saison, deshalb nennen wir hier bewusst keine konkrete Eurosumme, sondern verweisen für tagesaktuelle Tarife auf den Veranstalter.
Was wir heute anders empfehlen würden
Die Reise selbst bleibt reizvoll. Tokio, Singapur, dazu Häfen in Taiwan und Vietnam in einem Rutsch, ohne ständigen Hotelwechsel, das ist ein starkes Format für alle, die viel sehen und wenig packen wollen. Der deutschsprachige Service macht den Unterschied vor allem dann, wenn man zum ersten Mal so weit weg unterwegs ist. So weit, so 2019.
Was sich geändert hat, ist die Sorgfalt im Kleingedruckten. Prüf vor der Buchung die Stornobedingungen und die Regeln für medizinische Vorfälle an Bord genauer, als es vor der Pandemie üblich war. Eine Reiseversicherung mit ordentlicher Krankenrückführung gehört bei einer Fernreise dieser Länge dazu. Und wer empfindlich auf Menschenmengen reagiert, sollte wissen, dass ein Schiff dieser Größe mehrere tausend Menschen auf engem Raum versammelt. Das ist kein Gegenargument, nur eine ehrliche Erwartung. Der Rückblick auf 2020 ist kein Grund, eine Asien-Kreuzfahrt zu meiden, sondern ein guter Grund, sie wacher zu planen.
Gut zu wissen
▸War die Diamond Princess aus dem Artikel wirklich das Schiff mit dem COVID-Ausbruch 2020?
Ja. Wir hatten 2019 die Diamond Princess für die Asienroute mit deutschsprachiger Bordbetreuung empfohlen. Genau dieses Schiff lag im Februar 2020 vor Yokohama in der bekannten Quarantäne mit über 700 Infizierten.
▸Fährt die Diamond Princess heute noch?
Ja. Das Schiff ist weiter im regulären Einsatz, unter anderem auf einer 20-Nächte-Rundreise ab Yokohama im Mai 2026 sowie auf weiteren Asien-Routen.
▸Gibt es die deutschsprachige Bordbetreuung bei Princess Cruises noch?
Ja. Princess Cruises bietet sie weiterhin auf ausgewählten Routen an, inklusive deutschem Ansprechpartner, Ein- und Ausschiffungsgesprächen auf Deutsch, deutschen Menükarten und einer deutschsprachigen Bordzeitung.
▸Ist eine Asien-Kreuzfahrt nach den Ereignissen von 2020 noch zu empfehlen?
Aus heutiger Sicht ja. Die Vorfälle von 2020 waren ein Pandemiefrühfall, kein Veranstalterversagen. Sinnvoll ist, Stornobedingungen, Gesundheitsregeln und eine Reiseversicherung mit Krankenrückführung sorgfältiger zu prüfen als früher.
Mehr zum Thema Reisen auf See findest du in unserem Beitrag über die Karibik mit der Carnival Horizon. Wer lieber an Land bleibt, aber trotzdem die Welt sehen will, findet Inspiration in unseren Top-Reisezielen für den Herbst.



