//BEAUTYFrau trägt vor dem Spiegel Gesichtspflege mit Sonnenschutz auf
4. August 2020 // 20:49 Uhr

Die beste Sonnencreme fürs Gesicht: der Hauttyp-Guide

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

2020 haben wir drei Gesichts-Sonnencremes getestet und nach Hauttyp sortiert. Fünf Sommer später checken wir, was davon hält – und worauf es bei Gesichtsschutz heute wirklich ankommt.

Die kurze Antwort zuerst: Die beste Sonnencreme fürs Gesicht ist die, die zu deinem Hauttyp passt und die du wirklich jeden Tag aufträgst. 2020 haben wir drei Klassiker getestet – Nivea Sun, Cetaphil und La Roche-Posay. Alle drei gibt es bis heute, La Roche-Posay hat seine Anthelios-Linie zwischenzeitlich auf den UVMune-400-Filter umgestellt. Was sich nicht geändert hat: An LSF 50 für das Gesicht führt im Sommer kein Weg vorbei.

Boarding

  • Fürs Gesicht gilt im Sommer LSF 50 als Richtwert, nicht LSF 30 – die Gesichtshaut ist dünner und stärker exponiert.
  • Trockene Haut mag pflegende Filter mit Hyaluron und Ceramiden, ölige und Mischhaut die leichten Gel-Fluids.
  • Empfindliche Haut fährt mit mineralischen Filtern (Zinkoxid, Titandioxid) oft ruhiger als mit chemischen.
  • Achte auf das UVA-Siegel im Kreis: LSF misst nur den UVB-Schutz, UVA ist für die Hautalterung der eigentliche Übeltäter.
  • Zwei-Finger-Regel: zwei fingerlange Streifen aus der Tube fürs ganze Gesicht, sonst stimmt der ausgelobte Schutz nicht.
Frau trägt vor dem Spiegel Gesichtspflege mit Sonnenschutz auf

Worauf es bei Sonnenschutz fürs Gesicht ankommt

Bevor wir zu den Produkten kommen, kurz das Fundament, das viele Tests auslassen. UVB-Strahlen sind die, die den Sonnenbrand verursachen – der Lichtschutzfaktor auf der Tube bezieht sich ausschließlich auf sie. UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein, lösen vorzeitige Hautalterung, Pigmentflecken und Zellschäden aus. Genau deshalb ist das eingekreiste UVA-Logo auf der Verpackung wichtiger als jede Werbeaussage. Es bestätigt, dass der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des ausgelobten LSF erreicht.

Der zweite Punkt ist die Filterart. Mineralische Filter wie Zinkoxid und Titandioxid legen sich wie winzige Spiegel auf die Haut und reflektieren das Licht. Sie wirken sofort nach dem Auftragen, neigen aber je nach Formulierung zum Weißeln. Chemische Filter ziehen in die oberste Hornschicht ein, wandeln die UV-Energie in harmlose Wärme um und fühlen sich meist leichter an. Keine Variante ist pauschal besser, es kommt auf deine Haut an. Empfindliche und zu Reizungen neigende Haut kommt mit mineralischen Filtern oft besser klar, ölige Haut liebt die leichten chemischen Gel-Fluids.

Der LSF schützt nur vor Sonnenbrand. Wer die Haut langfristig jung halten will, sollte auf den UVA-Schutz schauen – der entscheidet über Falten und Pigmentflecken.

Die drei Cremes im Hauttyp-Check

Für normale bis trockene Haut, die unauffälligen Alltagsschutz sucht: Nivea Sun UV Gesicht mattierend (LSF 30 oder 50, rund 9 bis 13 Euro). Sie verteilt sich gut, zieht schnell ein und hinterlässt keine weißen Spuren. Auf der Haut bleibt ein leichter Film spürbar, im Gesicht selbst fühlt sie sich an wie eine normale Tagescreme. Die Poren bleiben gefühlt frei, sie glänzt nicht nach – und der Preis macht sie zum unkomplizierten Daily-Driver für alle, die Sonnenschutz bisher gemieden haben, weil er klebt.

Für ölige Haut und Outdoor-Sportler: Cetaphil Sensitive Gel-Fluid Gesicht SPF 50+ (rund 12 bis 14 Euro). Nach einer Minute ist sie kaum noch spürbar oder sichtbar, riecht neutral und fettet nicht – eher im Gegenteil, sie hat einen leicht kühlenden Effekt. Beim starken Schwitzen löst sich nichts, das macht sie zur ehrlichen Empfehlung für Laufrunde, Rennrad und Wanderung. Wichtig nur: nicht zu sparsam auftragen, sonst rächt sich das mit Rötungen. Wer mehr über UV-Schutz beim Sport wissen will, findet bei InspiredBySports die passenden Outdoor-Tipps.

Für empfindliche, zu Sonnenbrand neigende Haut: La Roche-Posay Anthelios (LSF 30 oder 50). Die Linie läuft heute unter dem UVMune-400-Filter, der breiteren UVA-Schutz bietet als die alte Anthelios-Ultra-Generation; je nach Variante liegt sie bei rund 18 bis 21 Euro für 50 Milliliter. Sie hinterlässt ein frisch-feuchtes Gefühl, die Konsistenz erinnert an eine Feuchtigkeitscreme. Ein leichter Glanz bleibt – für manche ein Nachteil, für andere praktisch, weil man sieht, wo noch Schutz sitzt. Der Pumpverschluss hilft beim Dosieren wie beim Make-up.

Wie viel und wie oft auftragen?

Der häufigste Fehler ist die Menge. Für das Gesicht gilt grob die Zwei-Finger-Regel: zwei fingerlange Streifen Creme aus der Tube. Wer weniger nimmt, erreicht den auf der Packung versprochenen Schutz schlicht nicht. Aufgetragen wird morgens als letzter Pflegeschritt, vor dem Make-up, und an langen Sonnentagen nach dem Schwitzen oder Baden nachgelegt. Lippen, Ohren und der Haaransatz werden dabei gern vergessen – genau dort entsteht der Sonnenbrand, den man abends nicht erklären kann.

Kurz geklärt

▸Reicht LSF 30 fürs Gesicht oder muss es LSF 50 sein?

Für den Alltag im Schatten reicht LSF 30, im Hochsommer und bei direkter Sonne ist LSF 50 die sichere Wahl. Die Gesichtshaut ist dünner und ständig exponiert, deshalb fahren die meisten mit dem höheren Faktor besser. Entscheidender als die letzten zehn Punkte LSF ist, dass du genug aufträgst und nachlegst.

▸Mineralisch oder chemisch – was ist besser?

Es kommt auf deine Haut an. Mineralische Filter (Zinkoxid, Titandioxid) reflektieren das Licht, wirken sofort und sind für empfindliche Haut oft verträglicher, können aber weißeln. Chemische Filter ziehen ein, fühlen sich leichter an und sind für ölige Haut angenehmer. Beide schützen zuverlässig, wenn die Verpackung das UVA-Siegel trägt.

▸Kann ich Sonnencreme unter Make-up tragen?

Ja, und du solltest es sogar. Sonnenschutz kommt als letzter Pflegeschritt vor das Make-up. Leichte Gel-Fluids und mattierende Formulierungen wie die genannten Produkte lassen sich gut überschminken. Reine Pflege-Foundations mit LSF ersetzen den Sonnenschutz nicht – dafür trägst du im Alltag zu wenig davon auf.

▸Brauche ich Sonnencreme auch an bewölkten Tagen?

Ja. Bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung durchdringen Wolken, und gerade UVA-Strahlen sind das ganze Jahr über aktiv. Wenn du Hautalterung und Pigmentflecken vermeiden willst, gehört ein Gesichtsschutz mit UVA-Siegel in die tägliche Routine – nicht nur an den drei Strandtagen im Jahr.

Mehr zum Thema Haut und Sonne liest du in unserem Grundlagen-Guide Sonnencreme: Die Haut richtig vor UV-Strahlung schützen. Und wer seine Pflegeroutine rund machen will, findet bei uns Inspiration zu dem Gua-Sha-Trend und zu Wellness in den eigenen vier Wänden.

Bildquelle: Pexels / Ivan S
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