//TASTEBunter Bubble Tea mit Tapiokaperlen in einem transparenten Becher
20. März 2022 // 18:43 Uhr

Der Bubble Tea ist wieder da: Die Rückkehr des Trendgetränkes

Alec Chizhik·5 min Lesezeit

Vor fast zehn Jahren war der Bubble Tea ein richtiges Trendgetränk. Doch der One-Hit-Wonder war schnell wieder weg. Die Frage: Warum ist er wieder da?

Bubble Tea war einmal ein Trendgetränk, das so schnell verschwand, wie es aufgetaucht war. Jetzt füllen sich die Innenstädte wieder mit Boba-Shops, die Schlangen davor sind länger als erwartet. Was das Getränk so ausdauernd macht und warum der zweite Anlauf anders aussieht als der erste.

Quick Fitting

  • Herkunft: Taiwan, Entdeckung in den 80er Jahren, weltweite Verbreitung über Jahrzehnte
  • Tapiokaperlen: aus der Maniokwurzel, pflanzlich und geschmacksneutral, individuell kombinierbar
  • Comeback-Treiber: TikTok, Instagram und die K-Pop-Community mit Cupsleeve Events

Boba Tea kommt aus Taiwan, verschwand und ist zurück: Was steckt hinter dem zweiten Hype?

Herkunft: Taiwan in den 80ern

Der Bubble Tea kommt ursprünglich aus Taiwan, wo er in den 80er Jahren entdeckt wurde. In dieser Zeit war das Getränk noch ein lokales Phänomen, weit entfernt vom globalen Trend, der sich später daraus entwickeln sollte. Erst nach Jahrzehnten verbreitete er sich im Westen, zunächst zögerlich, dann mit Nachdruck. Begleitet wurde die erste Welle von einem Hype, der so schnell wieder abebbte, wie er gekommen war.

In Deutschland erlebte das Getränk seinen ersten Hochpunkt und Bubble-Tea-Shops öffneten in vielen Städten. Dann verschwanden sie ebenso schnell, wie das Konzept Mode geworden war. Was folgte, war eine Pause, nach der das Getränk heute stärker zurückgekehrt ist als beim ersten Mal. Die Shops sind besser gestaltet, das Sortiment breiter und die Zielgruppe deutlich größer.

Was den Bubble Tea ausmacht

Das offensichtlichste Merkmal des Bubble Teas ist seine Farbe. Die Palette reicht von Orange für Pfirsich über Braun für Schokolade und Kaffee bis zu Grün für Matcha. Es gibt kaum einen Geschmack, der nicht vertreten ist. Das Getränk hat auch viele Namen: Bubble Tea, Boba Tea oder Milk Tea, je nach Basis und Region.

Das besondere Element sind die Tapiokaperlen, im englischsprachigen Raum Boba genannt. Sie werden aus der Wurzel des Manioks gewonnen und als geschmacksneutrale, pflanzliche Speisestärken verarbeitet. Perlen und Saft lassen sich unabhängig voneinander wählen, was eine große Zahl an Kombinationsmöglichkeiten ergibt. Das Trinken selbst ist durch den dicken Strohhalm, durch den die Perlen passen, ein eigenes Erlebnis.

Social Media und der Comeback-Effekt

Der zweite Hype hat klare Treiber. Plattformen wie Instagram und TikTok haben das Getränk erneut sichtbar gemacht: Bunte Becher, aufwendige Präsentationen und kurze Videos vom Zubereiten verbreiten sich schnell und weit. Was optisch auffällt, wird geteilt. Bubble Tea fällt optisch auf. Das ist kein Zufall, sondern ein Format, das für visuelle Medien wie geschaffen wirkt.

Hinzu kommt der wachsende Einfluss asiatischer Popkultur, allen voran K-Pop und Anime, in Europa. Bubble-Tea-Shops haben sich dabei als feste Treffpunkte für Fans etabliert. Cupsleeve Events, kleine Geburtstagsveranstaltungen für K-Pop-Künstler, bei denen der Becher mit einem speziellen Ärmel versehen wird, sorgen für Anreize, die über das Getränk selbst hinausgehen. Das Soziale rund um den Boba-Becher ist Teil des Konzepts und erklärt, warum der Trend diesmal breiter trägt.

Beliebte Sorten und Geschmacksrichtungen

Bubble Tea gilt als Sommergetränk, weshalb fruchtige Sorten besonders gefragt sind. Zu den beliebtesten tropischen Varianten gehören Litschi, Mango und Passionsfrucht. Daneben sind Pfirsich, Grüner Tee, Orange und Matcha feste Größen im Angebot der meisten Shops. Die Auswahl variiert je nach Anbieter, das Grundprinzip bleibt dasselbe: süß, fruchtig, mit der charakteristischen Textur durch die Tapiokaperlen.

Wer das Getränk selbst ausprobieren will, muss nicht zwingend in einen Shop gehen. Fertige Produkte sind im Einzelhandel erhältlich, und für Experimentierfreudige gibt es eine wachsende Zahl an Anleitungen, die zeigen, wie man Tapiokaperlen zubereitet und den Tee ansetzt. Das Kochen der Perlen und das Zusammenstellen der Basis ist mit etwas Übung gut zu bewältigen. Die Freiheit bei der Zusammenstellung ist dabei ein eigener Reiz des Formats.

Boba als Kulturgut

Vibrant boba drinks and assorted corn dogs on a table setup for a casual meal.
Tapiokaperlen werden aus der Maniokwurzel gewonnen und sind das charakteristische Element jedes Boba-Getränks.

Bubble Tea hat sich vom Modegetränk zu einem festen Bestandteil der Trinkkulturen vieler Städte entwickelt. Das liegt nicht nur am Geschmack, sondern an der Rolle, die das Getränk in sozialen Kontexten spielt. Es ist Gesprächsstarter, Instagrammotiv und Gemeinschaftsprojekt in einem. Wer einen Boba-Shop besucht, verbringt dort meistens mehr Zeit als für einen Kaffee to go, weil der Ort selbst einladender gestaltet ist.

Dieser Aspekt unterscheidet den aktuellen Hype vom ersten Anlauf. Die Shops sind heute weniger auf schnellen Umsatz ausgerichtet und stärker als Orte gestaltet, an denen man sich aufhält und trifft. Das Format hat gelernt, aus dem ersten Anlauf zu schöpfen. Es ist kein Zufall, dass Bubble-Tea-Shops in vielen Städten zu festen Treffpunkten geworden sind, die weit über die Zielgruppe des ersten Hypes hinausgehen.

Colorful citrus iced teas on a wooden table, perfect for summer refreshment in a cafe setting.
Als modernes Kulturgut verbindet der Zitruseistee auf dem Holztisch asiatische Teekultur mit dem Sommer.

Selbst gemacht oder Laden-Qualität?

Wer Bubble Tea zuhause herstellen möchte, beginnt beim Basiswissen: Tapiokaperlen müssen gekocht und zuckerwassergezogen werden, der Tee selbst wird separat zubereitet und auf Eis gestellt. Milch oder Pflanzenmilch kommt dazu, dann werden Perlen, Tee und Basis zusammengestellt. Der Aufwand ist überschaubar, wenn man die Zutaten zur Hand hat.

Der Unterschied zum Laden liegt weniger in der Grundtechnik als in der Bandbreite. Shops bieten hunderte Kombinationen, zuhause ist man auf die vorhandenen Zutaten beschränkt. Wer einmal die Grundzubereitung kennt, entwickelt meist ein Gespür dafür, was gut zusammenpasst.

Fazit

Bubble Tea ist kein kurzlebiger Trend mehr, er ist ein etabliertes Format, das sich einer ganzen Subkultur verdankt. Die Kombination aus optischem Reiz, individueller Zusammenstellung und sozialem Kontext macht ihn zu mehr als einem Sommergetränk. Ob das Comeback diesmal länger hält als das erste, lässt sich nicht vorhersagen. Die Voraussetzungen sind jedenfalls andere.

Was Bubble Tea von vergleichbaren Trendgetränken unterscheidet: Er hat eine konkrete kulturelle Verankerung, eine treue Community und ein Format, das sich anpassen lässt. Wer das Getränk einmal als Teil einer Subkultur verstanden hat, sieht es anders als ein kurzlebiges Sommergetränk. Das ist eine solide Basis für Beständigkeit.

Gut zu wissen

Woher kommen die Tapiokaperlen im Bubble Tea?

Tapiokaperlen werden aus der Wurzel des Manioks gewonnen und zu einer pflanzlichen, geschmacksneutralen Speisestärke verarbeitet. Sie sind das charakteristische Element des Bubble Teas und können in verschiedenen Geschmacksrichtungen bestellt werden.

Was sind Cupsleeve Events?

Cupsleeve Events sind kleine Geburtstagsveranstaltungen für K-Pop-Künstler, die in Bubble-Tea-Shops stattfinden. Wer dort ein Getränk kauft, erhält einen speziellen Becher-Sleeve als Zugabe. Das verbindet die Fangemeinde mit dem Ort und sorgt für Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken.

Welche Geschmacksrichtungen sind beim Bubble Tea besonders beliebt?

Fruchtige Sorten stehen ganz oben: Litschi, Mango und Passionsfrucht sind besonders gefragt, daneben sind Pfirsich, Matcha und Orange in den meisten Shops vertreten. Die Kombination aus Fruchtbasis und Tapiokaperlen lässt sich frei wählen.

Bildquelle: Titelbild: Pexels / Mai In May (px:30183082); Beitragsbilder: Pexels / Alberto Lara (px:35727293); Pexels / Chu Chup Hinh (px:1148215).
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