//CULTUREPS-Liebhaber aufgepasst! GQ bringt die 3 besten deutschen Sportwagen
12. Dezember 2018 // 07:40 Uhr

GQs Sportwagen-Liste von 2018: RUF schlägt zwei Porsche, und behält recht

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

GQ kürte 2018 die drei stärksten Sportler made in Germany: RUF SCR, Porsche 911 GT2 RS und 911 Turbo S. Wir haben das Ranking sieben Jahre später noch einmal aufgemacht und nachgesehen, wer den Test der Zeit bestanden hat.

Drei Autos, ein Versprechen: maximale Leistung mit deutschem Pass. Als das Magazin GQ Ende 2018 seine Liste der besten deutschen Sportwagen veröffentlichte, standen ganz oben ein veredelter Klassiker aus Pfaffenhausen und zwei Elfer aus Zuffenhausen. Wir haben damals darüber berichtet. Heute, mit ein paar Jahren Abstand, zeigt sich, welche dieser Ansagen Bestand hatte und wo die Geschichte längst weitergeschrieben wurde.

Prolog

  • Platz 1 ging an den RUF SCR, einen handgebauten Sportwagen von Veredler Alois Ruf mit eigener Karbon-Karosserie.
  • Platz 2 und 3 belegten zwei Porsche: der 911 GT2 RS mit 700 PS und der 911 Turbo S als Alltags-Allrounder.
  • Die Preise reichten von gut 200.000 Euro bis weit über 400.000 Euro, der RUF spielte in seiner eigenen Liga.
  • Der GT2 RS blieb bis heute der stärkste straßenzugelassene Elfer, ein Nachfolger steht erst 2026 in den Startlöchern.
  • Wer mit dem Gedanken spielt, sollte wissen: Aus Investment-Sicht haben sich nur zwei der drei wirklich gehalten.
PS-Liebhaber aufgepasst! GQ bringt die 3 besten deutschen Sportwagen

Vorab die ehrliche Einordnung, weil sie für das Verständnis der Liste zählt: GQ rankte hier keine Massenware, sondern Ausnahmegerät. Zwei der drei Wagen sind reine Heckantriebsmaschinen, einer fährt mit Allrad. Alle drei eint, dass sie den Begriff Sportwagen nicht über Komfort definieren, sondern über das, was unter der Haube passiert. Schauen wir sie uns einzeln an.

Platz 1: RUF SCR, die handgebaute Legende

An der Spitze stand kein Serien-Porsche, sondern ein RUF. Alois Ruf, dessen Manufaktur im bayerischen Pfaffenhausen seit Jahrzehnten Elfer in eigenständige Sportwagen verwandelt, gilt unter Kennern als Veredler der Spitzenklasse. RUF ist dabei kein Tuner, sondern ein eingetragener Automobilhersteller mit eigener Fahrgestellnummer, ein Detail, das den Wert dieser Autos bis heute trägt.

Der SCR, den wir 2018 vorstellten, leistete in der damals zitierten Ausbaustufe 525 PS aus einem auf 4,2 Liter vergrößerten Sechszylinder-Boxer und kostete rund 470.000 Euro. Der Innenraum war puristisch, keine verspielten Displays, kein Schnickschnack, sondern Fahrwerk, Lenkung und ein Sound, der ohne Turbolader auskommt. Wer hier einsteigt, kauft Handwerk, keine Software.

Ein RUF ist kein getuntes Auto. Er ist ein eigenes, mit der Hand gebautes, und genau das macht ihn auf dem Sammlermarkt so begehrt.

Spannend ist, was danach passierte. RUF baute den SCR konsequent weiter. Die 2018 final vorgestellte Version wechselte auf einen neu konstruierten 4,0-Liter-Saugmotor und ein vollständig eigenes Karbon-Monocoque, also eine Karosserie, die nicht mehr auf einem Porsche-Rohbau basiert. Geplant war eine Kleinserie von rund 15 Stück pro Jahr ab 2019, zu einem Preis, der mit etwa 650.000 Euro deutlich über dem damals genannten Wert lag. Aus dem schnellen Elfer-Derivat ist also ein eigenständiges, extrem seltenes Sammlerauto geworden. Der erste Platz hat sich rückblickend als der weitsichtigste der Liste erwiesen.

Platz 2: Porsche 911 GT2 RS, der König blieb ungeschlagen

Auf dem zweiten Rang folgte der stärkste Elfer, den Porsche damals im Programm hatte. Der 911 GT2 RS der Baureihe 991 basierte technisch auf dem Turbo S, schickte aber 700 PS allein an die Hinterachse und erreichte rund 340 km/h Spitze. 2018 lag der Listenpreis bei etwa 285.000 Euro, ein Wert, der heute fast bescheiden wirkt.

Denn die eigentliche Pointe schreibt der Markt. Der GT2 RS war ein Auto mit Ablaufdatum, gebaut in limitierter Stückzahl, und Porsche ließ die Baureihe danach jahrelang ohne direkten Nachfolger. Das Ergebnis: gepflegte Exemplare werden auf dem Gebrauchtmarkt regelmäßig über dem einstigen Neupreis gehandelt. Wer 2018 zugriff, fuhr nicht nur, er parkte eine Wertanlage in der Garage.

Erst für das Modelljahr 2026 hat Porsche einen Nachfolger angekündigt. Der neue GT2 RS auf Basis der aktuellen 992-Generation soll erstmals mit einem milden Hybridsystem antreten und nach Branchenberichten deutlich über 800 PS leisten, womit der alte 700-PS-Wert endgültig Geschichte wäre. Genau das macht den 991er aber zur letzten rein verbrennergetriebenen Ikone dieser Linie, und solche Übergangsautos werden selten billiger.

Platz 3: Porsche 911 Turbo S, der Vernunft-Sportler

Den dritten Platz belegte der 911 Turbo S, und das aus gutem Grund. Mit 580 PS, Allradantrieb und einem Preis von rund 205.000 Euro war er der zugänglichste der drei. Zugänglich heißt hier nicht zahm: Der Turbo S beschleunigt brutal, lässt sich aber im dichten Stadtverkehr genauso souverän bewegen wie auf der freien Landstraße. Er ist der Sportwagen für Menschen, die jeden Tag fahren wollen, nicht nur am Sonntag.

Genau diese Alltagstauglichkeit ist auch sein Nachteil als Sammlerstück. Der Turbo S wurde in deutlich höheren Stückzahlen gebaut als der GT2 RS, und Porsche legt regelmäßig neue, stärkere Generationen nach. Als Fahrmaschine bleibt er großartig, als Investment ist er der schwächste der drei. Wer Fahrspaß und nicht Wertsteigerung sucht, trifft mit ihm trotzdem die vernünftigste Wahl.

Was die Liste sieben Jahre später lehrt

Drei Autos, drei sehr unterschiedliche Schicksale. Der RUF SCR wurde vom schnellen Sondermodell zum eigenständigen Manufaktur-Klassiker. Der GT2 RS blieb dank fehlendem Nachfolger jahrelang das Maß der Dinge und legte im Wert zu. Der Turbo S bleibt das beste Auto für den Alltag, ohne je zum Spekulationsobjekt zu werden.

Wer heute über einen dieser Wagen nachdenkt, sollte die Frage ehrlich beantworten: Geht es ums Fahren oder ums Halten? Für reines Fahrvergnügen ist der Turbo S nach wie vor unschlagbar im Verhältnis. Wer dagegen ein Stück Automobilgeschichte sucht, das nicht an Wert verliert, landet beim RUF oder beim GT2 RS. Die GQ-Redaktion hatte 2018 ein gutes Auge, die Reihenfolge passt rückblickend besser, als sie sich damals lesen ließ.

Die Details

Ist ein RUF dasselbe wie ein getunter Porsche?

Nein. RUF ist ein eigener Automobilhersteller mit eigener Fahrgestellnummer und baut beim SCR mittlerweile sogar ein komplett eigenes Karbon-Chassis. Ein RUF ist rechtlich und technisch ein eigenständiges Auto, kein veredelter Serien-Porsche.

Gibt es den Porsche 911 GT2 RS noch zu kaufen?

Neu nicht mehr, die 991-Generation lief aus. Auf dem Gebrauchtmarkt sind gepflegte Exemplare gefragt und werden oft über dem damaligen Neupreis gehandelt. Ein neuer GT2 RS auf 992-Basis ist für das Modelljahr 2026 angekündigt, voraussichtlich erstmals mit Hybridtechnik.

Welcher der drei eignet sich als Alltagsauto?

Der 911 Turbo S. Dank Allradantrieb und ausgewogenem Fahrwerk lässt er sich auch im Stadtverkehr entspannt bewegen, während RUF SCR und GT2 RS klar auf Strecke und Sammlung ausgelegt sind.

Lohnt sich einer der drei als Wertanlage?

RUF SCR und GT2 RS haben sich als wertstabil bis wertsteigernd erwiesen, der RUF wegen seiner Seltenheit, der GT2 RS wegen des lange fehlenden Nachfolgers. Der Turbo S ist die schwächere Investment-Wahl, dafür der beste Allrounder.

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Bildquelle: Unsplash / @edgarguerra
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