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30. Mai 2021 // 08:56 Uhr

McLaren Artura: Wie aus 680 PS im Plug-in-Hybrid heute 700 wurden

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

2021 haben wir den Artura als ersten halbwegs bezahlbaren Plug-in-Hybrid-Supercar von McLaren angekündigt. Vier Jahre später steht fest, was aus dem Versprechen geworden ist: mehr Leistung, ein offener Spider und ein Preis, der die Klasse neu sortiert.

Als wir 2021 über den McLaren Artura berichteten, war er ein Versprechen auf Papier: 680 PS, ein brandneuer V6 statt des gewohnten V8, der erste Plug-in-Hybrid der Marke. Heute ist der Wagen seit Jahren auf der Straße, hat ein deutliches Leistungs-Update bekommen und einen offenen Bruder dazu. Zeit, dass wir für dich das Versprechen mit der Realität abgleichen.

Quick Facts

  • Start 2021 mit 680 PS, heute liefert der Artura nach dem Update 700 PS und 720 Nm Systemleistung.
  • Herzstück ist ein 3,0-Liter-Biturbo-V6 plus E-Motor auf der neuen Carbon-Plattform MCLA, kein V8 mehr.
  • Trockengewicht rund 1.395 Kilo, fahrfertig knapp unter 1.500 Kilo, das macht ihn zum Leichtgewicht im Hybrid-Supercar-Feld.
  • Seit 2024 gibt es den Artura Spider, das offene Cabrio mit identischer Leistung und 330 km/h Spitze.
  • In Deutschland startet das Coupé bei rund 248.500 Euro, der Spider liegt bei etwa 273.000 Euro.

Der Name war schon 2021 Programm: Artura ist ein Wortspiel aus Art und Futura, Kunst und Zukunft. McLaren wollte damit den Einstieg in die elektrifizierte Ära markieren. Plug-in-Hybride im Supersportwagen gab es da längst, der Porsche 918 Spyder und der Ferrari SF90 Stradale hatten das Terrain abgesteckt. Der Unterschied: Diese Autos spielten preislich in einer komplett anderen Liga. Der Artura sollte die Technik in eine erreichbarere Klasse bringen. Genau das ist ihm gelungen.

Warum der Artura mehr als ein elektrifizierter McLaren ist

Der wichtigste Punkt war von Anfang an das Gewicht. Elektrifizierung bedeutet Batterie, Batterie bedeutet Masse – und Masse ist der Feind jedes Supercars. McLaren hat deshalb nicht den bestehenden Baukasten elektrifiziert, sondern eine komplett neue Basis gebaut: die McLaren Carbon Lightweight Architecture, kurz MCLA. Dazu kommt ein besonders kompaktes Antriebssystem und eine schlankere Verkabelung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Trocken kommt der Artura auf rund 1.395 Kilo, fahrfertig mit allen Flüssigkeiten und vollem Tank, aber ohne Fahrer, auf knapp unter 1.500 Kilo.

Zum Einordnen: Der Ferrari SF90 wiegt deutlich mehr, leistet dafür aber auch erheblich mehr und setzt auf einen V8. Der Artura geht den umgekehrten Weg. Statt eines Achtzylinders steckt ein neu entwickelter, leichterer 3,0-Liter-Biturbo-V6 unter der Haube. Der Verbrenner allein bringt 585 PS, zusammen mit dem E-Motor kam der Wagen 2021 auf die titelgebenden 680 PS. Die Kraft geht über eine 8-Gang-Doppelkupplung ausschließlich an die Hinterräder.

Ein Rückwärtsgang fehlt komplett. Den übernimmt der E-Motor, der dafür einfach in die andere Richtung dreht.

Dieses Detail bringt die Logik des Autos auf den Punkt: Der Elektromotor ist kein Anhängsel, sondern fest in die Mechanik eingewoben. Rangieren, Anfahren, der Boost beim Beschleunigen, vieles läuft über die elektrische Seite. Bis zu rund 33 Kilometer fährt der Artura rein elektrisch, genug für die Stadtetappe ohne Verbrenner.

Was aus dem 680-PS-Versprechen geworden ist

Hier wird der Rückblick spannend. Der Artura ist nicht stehen geblieben. Mit dem Modelljahr-Update hat McLaren die Systemleistung von 680 auf 700 PS angehoben, das Drehmoment liegt jetzt bei 720 Nm. Dazu kam eine überarbeitete Getriebeabstimmung mit einer neuen Pre-Fill-Funktion, die die Schaltvorgänge spürbar schneller macht. McLaren spricht von rund 25 Prozent flotteren Gangwechseln. Das klingt nach Feinschliff, summiert sich im Fahrgefühl aber zu einem deutlich wacheren Auto als beim Marktstart.

Der zweite große Schritt ist die Karosserievariante. Seit 2024 gibt es den Artura Spider, das offene Cabrio. Es teilt sich die 700 PS mit dem Coupé, erreicht bis zu 330 km/h und sprintet in rund drei Sekunden auf Tempo 100. McLaren vermarktet den Spider als sparsamstes Cabrio der Markengeschichte, mit einem WLTP-Wert um 4,8 Liter auf 100 Kilometer. Für einen Supersportwagen mit 700 PS ist das eine bemerkenswerte Zahl, auch wenn solche Normwerte im echten Leben selten erreicht werden.

Was der Artura heute kostet

2021 war der große Verkaufsschlager die Idee vom bezahlbaren Plug-in-Hybrid. Bezahlbar ist hier natürlich relativ. In Deutschland startet das Coupé aktuell bei rund 248.500 Euro, der offene Spider liegt bei etwa 273.000 Euro. Das ist viel Geld, aber im Vergleich zu einem SF90 oder einem 918-Erben bewegt sich der Artura tatsächlich eine Etage darunter. Genau diese Lücke wollte McLaren besetzen. Der Plan ist aufgegangen.

Interessant ist die größere Linie dahinter. 2021 hieß es noch, McLaren wolle bis 2025 die gesamte Modellpalette elektrifizieren. So glatt ist es nicht gekommen, die Realität bei den Antriebsstrategien ist komplizierter geworden, als es die runde Jahreszahl damals suggerierte. Der Artura bleibt aber der Wagen, der diese Ära für die Marke eröffnet hat. Wenn du einen McLaren-Hybrid für die Straße suchst, landest du auch heute bei ihm.

Mehr Stoff für PS-Fans? Wir haben uns den neuen McLaren GT als reisetauglichen Gegenentwurf angesehen und beim Eccentrica V12 im First Drive erlebt, wie sich die andere Seite des Supercar-Spektrums anfühlt.

McLaren Artura Plug-in-Hybrid-Supercar in Seitenansicht
Bildquelle: Unsplash / Martin Sanchez

Die Details

Wie viel PS hat der McLaren Artura heute?

Nach dem Modelljahr-Update liefert der Artura 700 PS Systemleistung und 720 Nm Drehmoment. Zum Marktstart 2021 waren es 680 PS, der Verbrenner allein steuert 585 PS bei.

Was kostet der Artura in Deutschland?

Das Coupé startet bei rund 248.500 Euro, der offene Artura Spider liegt bei etwa 273.000 Euro. Damit positioniert sich der Wagen unter Konkurrenten wie dem Ferrari SF90.

Ist der Artura ein reines Elektroauto?

Nein, er ist ein Plug-in-Hybrid. Ein 3,0-Liter-Biturbo-V6 arbeitet mit einem E-Motor zusammen. Rein elektrisch sind bis zu rund 33 Kilometer drin, danach übernimmt der Verbrenner.

Was ist neu am Artura Spider?

Der Spider ist die offene Variante, die McLaren 2024 nachgereicht hat. Er teilt sich die 700 PS mit dem Coupé, schafft bis zu 330 km/h und gilt als sparsamstes Cabrio der Markengeschichte.

Bildquelle: Titelbild: Pexels / Beth Fitzpatrick (px:37519272).
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