//TRAVELBerglandschaft des Kaukasus in Georgien
11. Juli 2023 // 12:33 Uhr

Altehrwürdige Städte und beeindruckende Nationalparks: Diese Highlights erwarten euch in Georgien

Cedric Zuber·4 min Lesezeit

Schneebedeckte Berggipfel, subtropische Regenwälder, mediterrane Weinanbaugebiete und die Küste am Schwarzen Meer, Georgien hat einiges zu bieten.

Schneebedeckte Berggipfel, subtropische Regenwälder, mediterrane Weinregionen und die Küste am Schwarzen Meer: Georgien hat landschaftlich viel zu bieten und gilt nach wie vor als Geheimtipp. Das kleine Land südlich des Kaukasus eignet sich mit seiner Vielfalt perfekt für eine Rundreise. Fünf Höhepunkte zeigen, warum.

Quick Fitting

  • Tiflis: Hauptstadt mit Wurzeln im 4. Jahrhundert, warmen Quellen und einer Altstadt voller Baustile.
  • Wein und Berge: Kachetien für Wein und Sighnaghi, der große Kaukasus mit Gipfeln über 5.000 Meter.
  • Kontraste: Batumi als Casino-Metropole am Schwarzen Meer, Bordschomi als historischer Kurort im kleinen Kaukasus.

Schneegipfel, subtropische Regenwälder und Weinberge auf engstem Raum: Georgien südlich des Kaukasus ist ein Geheimtipp an der Schnittstelle von Orient und Okzident.

Tiflis, wo die Reise beginnt

Wegen des internationalen Flughafens ist die Hauptstadt Tiflis, georgisch Tbilissi, meist der erste Halt. Die Anfänge der Stadt reichen bis ins 4. Jahrhundert nach Christus zurück. Ihr Name bedeutet warme Quellen, und genau diese Thermalquellen waren der Grund, weshalb sich hier einst eine Siedlung gründete. Bis heute zählen sie zu den Hauptattraktionen.

Die weitgehend im Originalzustand erhaltene Altstadt beeindruckt durch ihre Baustile: Georgier, Perser, Byzantiner, Osmanen und Russen haben über die Jahrhunderte Spuren hinterlassen. Die Festung Nariqala auf einem Bergrücken, der botanische Garten und der Freizeitpark auf dem Berg Mtatsminda mit seiner Standseilbahn ergänzen das reiche Angebot.

Kachetien, das Land des Weins

Östlich der Hauptstadt liegt Kachetien, bekannt für seine landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Von Obst und Gemüse über Honig bis zu den besten Weinen des Landes ist die Region vor allem wegen ihrer Gaumenfreuden einen Abstecher wert. Landschaft und Klima erinnern eher ans Mittelmeer als an den Kaukasus.

Da verwundert es nicht, dass hier auch international anerkannte Weine entstehen. Das Städtchen Sighnaghi ist der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge. Es liegt idyllisch auf einem Hügel, überblickt fast die ganze Region und trägt dank seiner Schönheit als beliebteste Hochzeitskulisse des Landes den Beinamen Stadt der Liebe.

Der große Kaukasus

Nach Norden begrenzt der Kaukasus das Land mit teils über 5.000 Meter hohen, ganzjährig schneebedeckten Gipfeln. Über eine Länge von 1.100 Kilometern zieht sich der Gebirgskamm vom Schwarzen bis zum Kaspischen Meer. Das Gebiet lädt zu abwechslungsreichen Wanderungen ein und bietet geübten Alpinisten spektakuläre Routen.

Wem die Gipfel zu hoch sind, der wählt eine Tour durch den 1912 gegründeten Lagodechi-Nationalpark. Gut ausgeschilderte Wege führen auf bis zu 2.000 Meter Höhe. In subtropischem Klima lassen sich Wasserfälle, märchenhafte Regenwälder und eine reiche Tier- und Pflanzenwelt entdecken.

Batumi am Schwarzen Meer

Der nächste Stopp zeigt eine ganz andere Seite des Landes. Nach Stunden in der unberührten Natur des Kaukasus steht man plötzlich mitten in Batumi, der Hotel- und Casino-Hochburg am Schwarzen Meer, gern das Las Vegas der Region genannt. In der zweitgrößten Stadt reiht sich an der Küste ein Hochhaus ans nächste.

Nachts erstrahlen die Türme aus Beton, Stahl und Glas in grellen Lichtern. Tagsüber laden die Strände zum Baden ein, während das Hinterland mit Zielen wie dem Mtirala-Nationalpark lohnende Ausflüge bietet. Batumi ist der Kontrapunkt zur stillen Bergwelt und macht die Vielfalt Georgiens greifbar.

Aerial view of old town Tbilisi showcasing historic architecture and city life.
Die Reise vom Schwarzen Meer führt in die historische Altstadt von Tbilisi.

Der kleine Kaukasus und Bordschomi

Der letzte Halt führt in den kleinen Kaukasus. Mit nur rund 4.000 Metern Höhe ist er der kleinere Bruder des nördlichen Riesen, aber nicht weniger reizvoll. Über 600 Kilometer erstreckt sich der Kamm und bildet den südlichen Abschluss des Landes. Der Bordschomi-Charagauli-Nationalpark verfügt über zehn gut ausgebaute Wanderwege.

Blick auf die historische Weinstadt Sighnaghi in der Weinregion Kachetien, Georgien
Im kleinen Kaukasus gedeihen die Weinberge Kachetiens unter weitem Himmel.

Hauptort der Region ist der renommierte Kurort Bordschomi. Schon russische Zaren und namhafte Gäste verbrachten an den Heilquellen ihre Sommer. Bis heute können Besucher die Wirkung des Wassers in den Zaren-Bädern erleben, ein würdiger Schlusspunkt für eine Reise durch dieses vielseitige Land.

Warum sich Georgien lohnt

Wenige Länder bieten auf so kleinem Raum eine derartige Bandbreite. Innerhalb weniger Stunden wechselt die Kulisse vom Hochgebirge zur Weinregion, von der Großstadt zum subtropischen Regenwald. Diese Dichte macht eine Rundreise so reizvoll, weil sich Eindrücke nicht aneinanderreihen, sondern überraschend abwechseln.

Dazu kommt ein reiches kulturelles Erbe und eine Küche, die als eine der besten der Region gilt. Wer ein Ziel sucht, das noch nicht überlaufen ist und dennoch alles bietet, findet in Georgien eine Reise, die lange nachwirkt, an der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident.

Fazit

Georgien ist ein Geheimtipp, der seinen Ruf verdient. Die Mischung aus Bergen, Wein, Küste und Kultur macht das Land zu einem Ziel für Reisende, die Vielfalt und Tiefe suchen statt der bekannten Postkartenmotive. Wer die Wahl seines nächsten Urlaubs noch offen hat, sollte diesen Namen auf die Liste setzen.

Gut zu wissen

Ist Georgien ein gutes Ziel für eine Rundreise?

Ja. Auf kleinem Raum wechseln Hochgebirge, Weinregion, Küste und subtropischer Regenwald. Diese Vielfalt macht eine Rundreise besonders abwechslungsreich.

Was sollte man kulinarisch nicht verpassen?

Die Region Kachetien gilt als Herz der georgischen Küche und des Weinbaus. Hier entstehen international anerkannte Weine, dazu Obst, Gemüse und Honig in großer Auswahl.

Welche Nationalparks lohnen sich?

Der Lagodechi-Nationalpark im großen Kaukasus mit subtropischem Klima und der Bordschomi-Charagauli-Nationalpark im kleinen Kaukasus mit zehn ausgebauten Wanderwegen.

Bildquelle: Titelbild: Pexels / Andrew Schwark (px:1280840); Beitragsbilder: Pexels / Ramaz Bluashvili; Pexels / Wolfgang Weiser (px:23441099).
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