
Holz-Drache 2024: Was das chinesische Tierkreisjahr wirklich bedeutet
2024 haben wir über das Jahr des Holz-Drachen geschrieben. Zwei Jahre später drehen wir uns durch den chinesischen Tierkreis weiter: Was der Holz-Drache wirklich bedeutet, wie der 60-Jahre-Zyklus funktioniert und wo wir 2026 stehen.

2024 ist das chinesische Jahr des Holz-Drachen – Was das bedeutet
2024 haben wir über das Jahr des Holz-Drachen geschrieben. Zwei Jahre später drehen wir uns durch den chinesischen Tierkreis weiter: Was der Holz-Drache wirklich bedeutet, wie der 60-Jahre-Zyklus funktioniert und wo wir 2026 stehen.
Als wir 2024 über den Holz-Drachen geschrieben haben, stand das Jahr gerade am Anfang. Inzwischen ist es vorbei, wir haben das Jahr der Holz-Schlange durchlaufen und befinden uns seit dem 17. Februar 2026 im Jahr des Feuer-Pferds. Ein guter Moment, um zurückzuschauen. Wenn du wissen willst, was hinter dem Holz-Drachen steckt und warum die chinesische Astrologie viel systematischer aufgebaut ist, als der knappe Tierkreis vermuten lässt, bist du hier richtig.
- Das Jahr des Holz-Drachen lief vom 10. Februar 2024 bis zum 28. Januar 2025, nicht nach dem westlichen, sondern nach dem chinesischen Mondkalender.
- Der Drache ist das fünfte der zwölf Tierzeichen und ein Yang-Zeichen, das einzige Fabelwesen im Tierkreis.
- Statt zwölf Jahren kennt die chinesische Astrologie einen 60-Jahre-Zyklus aus zehn Himmelsstämmen und zwölf Erdzweigen.
- Der nächste Drache kommt erst 2036 wieder, dann als Feuer-Drache.
- 2026 ist das Jahr des Feuer-Pferds, eine in China traditionell mit Vorsicht betrachtete Konstellation.
Wer der Holz-Drache war
Anders als im westlichen Horoskop wechseln die zwölf chinesischen Tierkreiszeichen nicht monatlich, sondern jährlich. In fester Reihenfolge folgen Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein aufeinander. Der Drache steht an fünfter Stelle und ist das einzige Fabeltier in dieser Runde, alle anderen sind reale Tiere. Allein das verschafft ihm einen Sonderstatus, und in Drachenjahren steigen in China traditionell die Geburtenraten, weil viele Eltern sich ein Drachenkind wünschen.
Dem Drachen werden Durchsetzungskraft, Vitalität und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein zugeschrieben. Die Kehrseite: Auf andere wirkt er bisweilen arrogant und wenig kritikfähig. Der Holz-Drache speziell gilt als Tüftler mit Hang zu Wissenschaft und Forschung, der sich gern für das Allgemeinwohl engagiert, dabei aber auch die Anerkennung für seine Taten genießt. Ob man solchen Zuschreibungen folgt, bleibt jedem selbst überlassen. Spannender als die Charakterdeutung ist die Mechanik dahinter.
Yin, Yang und die fünf Elemente
Der Drache ist ein Yang-Zeichen, gewissermaßen das hellste und kraftvollste im Tierkreis, während etwa der Büffel als Yin-Zeichen gilt. Yin und Yang sind dabei keine Wertungen, sondern Prinzipien, die sich gegenseitig bedingen. Goethe hat das im Faust treffend formuliert, als er Mephisto sagen lässt, er sei ein Teil jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Zwölf Tierzeichen über zwölf Jahre wären für die chinesischen Astrologen allerdings zu grobkörnig gewesen.
Deshalb kommt eine zweite Ebene hinzu: fünf Elemente, die sich ebenfalls im Yang-Yin-Rhythmus abwechseln. In fester Reihenfolge sind das Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Jedes Tierzeichen durchläuft also nacheinander unterschiedliche Elemente. 2024 traf der Drache auf das Holz, daher der Holz-Drache. Erst die Kombination aus Tier und Element ergibt die volle Konstellation, und genau hier wird das System interessant.
Fünf Elemente mal zwölf Tierzeichen ergeben 60 Kombinationen. Erst dieser 60-Jahre-Zyklus ist die eigentliche Einheit der chinesischen Astrologie.
Zehn Himmelsstämme, zwölf Erdzweige
In der traditionellen Lesart zählen weniger die Tiernamen, sondern zwei abstrakte Reihen: die zwölf Erdzweige (地支, dìzhī), die den Tierzeichen entsprechen, und die zehn Himmelsstämme (天干, tiāngān), die paarweise die fünf Elemente repräsentieren. Die zehn Himmelsstämme drehen sich alle zehn Jahre durch, die zwölf Erdzweige alle zwölf Jahre. Weil zehn und zwölf das kleinste gemeinsame Vielfache 60 haben, wiederholt sich eine konkrete Kombination erst nach sechs Jahrzehnten.
Der Holz-Drache heißt in dieser Schreibweise 甲辰 (jiǎchén) und steht im aktuellen Zyklus an 41. Stelle. Der laufende Zyklus begann 1984 mit der Holz-Ratte (甲子, jiǎzǐ). Willst du wissen, an welcher Stelle du selbst stehst, rechnest du von 1984 als Jahr eins. Der Holz-Drache 2024 war demnach das 41. Jahr. Diese Logik erklärt auch, warum der Zyklus auf Chinesisch 干支 (gānzhī) heißt, nach den ersten Schriftzeichen der beiden Reihen.
Wo wir 2026 stehen
Nach dem Holz-Drachen 2024 folgte 2025 das Jahr der Holz-Schlange, das wir in einem eigenen Beitrag eingeordnet haben. Seit dem 17. Februar 2026 läuft nun das Jahr des Feuer-Pferds. Diese Konstellation hat in Ostasien einen besonderen Ruf: Feuer-Pferd-Jahre gelten als energiegeladen, aber auch als unberechenbar, und in Japan ist historisch sogar ein Geburtenrückgang in solchen Jahren dokumentiert. Der nächste Drache lässt dagegen noch auf sich warten. Erst 2036 kehrt er zurück, dann als Feuer-Drache.
Der chinesische Jahreswechsel richtet sich nicht nach dem gregorianischen Kalender, sondern nach dem lunisolaren chinesischen Kalender. Der Jahresbeginn fällt auf den ersten Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Deshalb beginnt jedes Tierkreisjahr an einem anderen Datum, und deshalb lag der Start des Holz-Drachen auch nicht am 1. Januar, sondern erst am 10. Februar 2024.
Warum der Aberglaube überlebt hat
Bemerkenswert ist, wie zäh sich diese Tradition hält. Die chinesische Führung wollte mit der Kulturrevolution von 1966 bis 1976 vollständig mit dem Aberglauben brechen. Ausgerechnet das Mausoleum für Mao Zedong, errichtet nach seinem Tod 1976, wurde jedoch nach Feng-Shui-Gesichtspunkten ausgerichtet. Genau das, was Mao zu Lebzeiten bekämpfen wollte, wurde an seinem letzten Ruheort angewandt. Die zwölf Erdzweige bestimmten in der Antike übrigens auch die Tageszeiten: Im Zwei-Stunden-Takt stand 子 (zǐ), das Zeichen der Ratte, für die Zeit zwischen 23 und 1 Uhr. Mittag heißt im Chinesischen bis heute 中午 (zhōngwǔ), wörtlich die mittlere Zeit des Pferdes.
Wer die chinesische Astrologie als reine Schicksalsdeutung abtut, übersieht ihren eigentlichen Reiz. Hinter den zwölf Tieren steckt ein durchdachtes Ordnungssystem aus Zahlen, Elementen und Polaritäten, das Jahre, Stunden und Himmelsrichtungen miteinander verknüpft. Ob man daraus eine Lebensprognose ableitet oder einfach die kulturelle Logik bestaunt, ist Geschmackssache. Faszinierend bleibt es so oder so. Wer tiefer in das Thema einsteigen will, findet bei uns auch den Rückblick auf das Jahr der Holz-Schlange 2025 sowie eine Reportage darüber, wie das Yanyou ein gutes Stück China nach München bringt.

Gut zu wissen
▸Wann war das Jahr des Holz-Drachen genau?
Das Jahr des Holz-Drachen lief vom 10. Februar 2024 bis zum 28. Januar 2025. Der chinesische Kalender ist lunisolar, deshalb beginnt jedes Tierkreisjahr an einem anderen Datum zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar.
▸Wann kommt der nächste Drache?
Der nächste Drache kehrt 2036 zurück, dann allerdings als Feuer-Drache. Bis ein Holz-Drache erneut an der Reihe ist, vergehen volle 60 Jahre, das nächste Mal also 2084.
▸Was ist der Unterschied zwischen den zwölf Tieren und dem 60-Jahre-Zyklus?
Die zwölf Tiere bilden nur eine Ebene. Hinzu kommen fünf Elemente im Yin-Yang-Wechsel. Zehn Himmelsstämme und zwölf Erdzweige ergeben kombiniert 60 mögliche Konstellationen, die sich erst nach 60 Jahren wiederholen.
▸In welchem Jahr stehen wir 2026?
2026 ist das Jahr des Feuer-Pferds, gestartet am 17. Februar 2026. Es folgt auf den Holz-Drachen 2024 und die Holz-Schlange 2025.



