
2 Tage in … Kopenhagen: Entdecke den Zauber der dänischen Hauptstadt
Anfang 2024 haben wir dir Kopenhagen in zwei Tagen gezeigt. Hier ist der überarbeitete Plan mit dem Stand von 2026: Highlights, neue Architektur, Klimaziel und Kulinarik.
Anfang 2024 haben wir dir hier Kopenhagen für ein langes Wochenende vorgestellt. Inzwischen hat sich einiges getan: Die Stadt hat ihr berühmtes Klimaziel kassiert, die Restaurantszene nach dem Umbau von Noma neu sortiert und den Hafen weiter zum Freibad ausgebaut. Hier ist der überarbeitete Plan für zwei Tage in der dänischen Hauptstadt, mit dem Stand von 2026.
- Zwei Tage reichen für die Highlights, wenn du dich auf wenige Viertel konzentrierst und mit dem Rad fährst.
- Tag 1: Nyhavn, Strøget, Schloss Rosenborg und der Tivoli am Abend.
- Tag 2: Christiania, Kanalfahrt, neue Hafenarchitektur und Abendessen in Vesterbro.
- Das Klimaziel neutral bis 2025 ist gefallen, Kopenhagen hat den Termin 2022 offiziell aufgegeben.
- Die Spitzengastronomie hat sich neu aufgestellt, das Drei-Sterne-Haus Geranium führt sie an.

Tag 1: Das historische Zentrum
Starte am Nyhavn, dem Hafenkanal aus dem 17. Jahrhundert. Die bunt bemalten Kaufmannshäuser und die alten Holzschiffe sind das meistfotografierte Motiv der Stadt, am frühen Morgen hast du sie fast für dich. Von dort sind es rund 25 Gehminuten zur Statue der kleinen Meerjungfrau, dem Wahrzeichen nach Hans Christian Andersens Märchen. Sei vorbereitet: Die Bronzefigur ist kleiner, als die meisten erwarten, der Weg dorthin am Wasser entlang ist der eigentliche Gewinn.
Am Nachmittag geht es ins Zentrum. Die Strøget zählt zu den längsten Fußgängerzonen Europas und verbindet Rathausplatz und Kongens Nytorv. Wer Trubel meiden will, biegt in die ruhigeren Seitengassen rund um die Universität ab. Zwei Querstraßen weiter wartet Schloss Rosenborg, ein Renaissancebau, in dem die dänischen Kronjuwelen liegen. Der angrenzende Königliche Garten ist bei gutem Wetter der beste Platz für eine Pause.
Den Abend reservierst du für den Tivoli, einen der ältesten Vergnügungsparks der Welt, eröffnet 1843. Nach Einbruch der Dunkelheit zeigt der Park seine stärkste Seite, wenn Zehntausende Lichter die Gärten und Pavillons in Szene setzen. Tivoli hat saisonale Öffnungszeiten, prüfe vor der Reise, ob der Park in deinem Zeitfenster geöffnet ist.
Tag 2: Moderne Architektur und Hafenkultur
Der zweite Tag gehört dem neuen Kopenhagen. Am Morgen lohnt der Schwarze Diamant, der dunkle Glasanbau der Königlichen Bibliothek direkt am Wasser. Wenige Minuten entfernt liegt die Freistadt Christiania, das selbstverwaltete Viertel auf einem ehemaligen Militärgelände. Das Quartier hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert, den offenen Drogenhandel auf der berüchtigten Pusher Street haben die Bewohner 2024 selbst beendet. Geblieben sind die selbstgebauten Häuser, die Werkstätten und die Straßenkunst.
Mittags isst du dänisch: Smørrebrød, das belegte Roggenbrot, bekommst du in jedem guten Café. Danach erkundest du die Stadt vom Wasser. Eine Kanalfahrt führt vorbei am Opernhaus, am Schloss Amalienborg und an den neuen Wohntürmen am Hafen. Wer lieber selbst aktiv wird, mietet ein kleines Solarboot, das im Sommer ohne Bootsführerschein erlaubt ist.
Den Abschluss bildet ein Abendessen in Vesterbro, dem ehemaligen Arbeiterviertel hinter dem Hauptbahnhof. Hier sitzen die spannendsten Lokale der Stadt, von der Markthalle in den alten Fleischhallen bis zur Naturweinbar. Danach ziehst du in einen der Jazzclubs der Innenstadt, Kopenhagen hat eine der lebendigsten Jazzszenen Nordeuropas.
Kopenhagen verkauft sich gern als grüne Musterstadt. Das Klimaziel ist gefallen, die Lebensqualität ist geblieben.
Was sich seit 2024 verändert hat
Das prägendste Update betrifft das Klima. Jahrelang warb die Stadt damit, bis 2025 die erste klimaneutrale Hauptstadt der Welt zu werden. 2022 hat Kopenhagen dieses Ziel offiziell aufgegeben, nachdem die geplante CO2-Abscheidung am Müllkraftwerk Amager scheiterte. Bis 2025 hat die Stadt ihre Emissionen um rund 75 Prozent gesenkt, neutral ist sie nicht. Die neue Ansage lautet: klimapositiv bis 2035. Für dich als Gast ändert das wenig, das dichte Radwegenetz und der saubere Hafen, in dem man mitten in der Stadt baden kann, sind real. Es zeigt nur, wie schwer selbst die ehrgeizigsten Städte ihre Versprechen einhalten.
Auch kulinarisch hat sich die Stadt verschoben. Noma, fünfmal zum besten Restaurant der Welt gewählt und Geburtsstätte der New Nordic Cuisine, hat 2025 den klassischen Restaurantbetrieb eingestellt und wird zum Innovationslabor. Die Spitze der Szene führt jetzt das Drei-Sterne-Haus Geranium an, daneben halten Alchemist und Jordnær Kopenhagen im Gespräch der internationalen Feinschmecker. Du musst kein Tasting-Menü für mehrere Hundert Euro buchen, um gut zu essen, die Idee von Saisonalität und regionalen Zutaten ist längst in den normalen Lokalen angekommen.
Praktische Tipps
- Mit dem Rad unterwegs: Kopenhagen ist eine der fahrradfreundlichsten Städte der Welt, ein großer Teil der Einwohner radelt zur Arbeit. Leihräder gibt es an fast jeder Ecke, fahre rechts und nutze die Klingel, die Dänen tun es auch.
- Bargeldlos: Dänemark zahlt fast vollständig per Karte oder MobilePay. Du brauchst kaum Kronen in bar, viele Läden nehmen ohnehin keines mehr.
- Anreise per Bahn: Von Hamburg fährst du in rund fünf Stunden direkt nach Kopenhagen. Mit dem im Bau befindlichen Fehmarnbelt-Tunnel wird die Strecke in den kommenden Jahren noch kürzer.
- Hygge richtig verstehen: Hygge ist keine Deko, sondern eine Haltung. Ein Kaffee im warmen Café, eine Decke und Zeit ohne Termindruck, mehr braucht es nicht.
Zwei Tage in Kopenhagen sind kein Vollprogramm, aber sie reichen für das Wesentliche: das historische Zentrum, die moderne Hafenarchitektur und das Gefühl einer Stadt, die Lebensqualität ernster nimmt als die meisten. Wenn du Skandinavien noch nicht kennst, ist die dänische Hauptstadt der richtige Einstieg.
Mehr Reise-Inspiration? Lies auch unsere zwei Tage in Ljubljana, Europas unterschätzter Traumstadt oder unsere sieben Geheimtipps für deinen nächsten Roadtrip durch Europa. Und wenn dich das dänische Hygge gepackt hat, hol dir den Scandi-Style in dein eigenes Zuhause.
Gut zu wissen
▸Reichen zwei Tage für Kopenhagen?
Für die Highlights ja. Wenn du dich auf das Zentrum, den Hafen und ein, zwei Viertel konzentrierst und mit dem Rad unterwegs bist, siehst du an einem Wochenende das Wichtigste. Für Tagesausflüge nach Malmö oder ins Louisiana-Museum solltest du einen dritten Tag einplanen.
▸Ist Kopenhagen teuer?
Ja, Kopenhagen gehört zu den teureren Städten Europas. Restaurants und Hotels liegen deutlich über dem deutschen Schnitt. Sparen kannst du mit der Markthalle, mit Leihrädern statt Taxis und mit der Copenhagen Card für Eintritte und Nahverkehr.
▸Ist Kopenhagen wirklich klimaneutral?
Nein. Die Stadt hat ihr Ziel, bis 2025 klimaneutral zu sein, im Jahr 2022 offiziell aufgegeben. Bis 2025 wurden die Emissionen um rund 75 Prozent gesenkt. Das neue Ziel lautet klimapositiv bis 2035.
▸Wie komme ich am besten nach Kopenhagen?
Von Norddeutschland aus per Bahn in rund fünf Stunden ab Hamburg, das ist die entspannteste und klimafreundlichste Variante. Flüge gibt es ab den meisten deutschen Großstädten, der Flughafen liegt nur wenige Metrominuten vom Zentrum entfernt.



