//STYLEKuratierte Boutique mit Designer-Mode auf Kleiderstangen, Spiegel und Mannequin
20. August 2020 // 11:31 Uhr

Vom Runway in den Warenkorb: Top 3 Online Designer-Shops

InspiredByLuxury Redaktion·Aus dem Archiv, neu eingeordnet 2026

2020 haben wir dir drei Online-Adressen für Designermode empfohlen. Eine ist pleite, eine hat einen neuen Eigentümer, eine ist immer noch ein Versprechen. Wir haben die Liste neu sortiert.

Im August 2020 haben wir dir drei Online-Boutiquen fürs Designer-Shopping von der Couch empfohlen: Net-a-Porter, Moda Operandi und Bluefly. Was ist daraus geworden? Bluefly gibt es nicht mehr, Net-a-Porter gehört seit Frühjahr 2025 einem anderen Konzern und Moda Operandi hält an seiner einen, klugen Idee fest. Hier ist die Liste, neu sortiert, mit dem aktuellen Stand und einer Adresse, die 2020 noch nicht draufstand.

Quick Fitting

  • Net-a-Porter bleibt der Klassiker für Designermode online, gehört seit April 2025 aber zu Mytheresa (Konzern LuxExperience). Schwestern Mr Porter und The Outnet inklusive.
  • Moda Operandi lässt dich per Trunkshow direkt vom Laufsteg vorbestellen, gegen 50 Prozent Anzahlung. Die Idee von 2010 trägt bis heute.
  • Bluefly ist seit 2019 Geschichte (Insolvenz). Den Discount-Platz übernimmt The Outnet, das Outlet aus dem Net-a-Porter-Kosmos, mit bis zu 70 Prozent Rabatt.
  • Wer Second Hand denkt: vorher den Schrank ausmisten lohnt mehr als der nächste Klick.
Kuratierte Boutique mit Designer-Mode auf Kleiderstangen, Spiegel und Mannequin

Es hat etwas Beruhigendes, sich online durch eine gut gemachte Designer-Boutique zu scrollen, auch wenn der Warenkorb am Ende leer bleibt. Die Kunst liegt in der Kuration: nicht alles, sondern das Richtige. Drei Adressen haben das 2020 besser verstanden als die meisten. Eine davon existiert nicht mehr, also haben wir nachgeschaut, was geblieben ist und was sich gelohnt hat zu ersetzen.

Net-a-Porter: der Klassiker mit neuem Besitzer

Net-a-Porter ist nach wie vor die erste Adresse, wenn online ein Designerstück her soll. Ein ausgefallenes Kleid für den Abend, ein Schmuckstück mit Gewicht, ein Geschenk, das etwas hermacht: Hier wirst du fündig. Der Shop führt hunderte Mode- und Beautylabels und kuratiert sie so, dass das Stöbern selbst zum Erlebnis wird.

Gegründet hat Net-a-Porter im Jahr 2000 die Britin Natalie Massenet, die mit dem Magazin-im-Webshop-Format eine ganze Branche umgekrempelt hat. Massenet ist 2015 ausgestiegen und investiert heute mit Imaginary Ventures in junge Marken. Der Shop selbst hat seitdem mehrfach den Eigentümer gewechselt: zuletzt im April 2025, als der Münchner Konkurrent Mytheresa das gesamte Yoox-Net-a-Porter-Geschäft von Richemont übernommen hat. Der Konzern firmiert seither als LuxExperience. Für dich als Kundin ändert sich an der Adresse nichts, am Sortiment vorerst auch nicht. Wer lieber Herrenmode sucht, geht zur Schwesterseite Mr Porter.

Net-a-Porter hat bewiesen, dass man Luxus online verkaufen kann, ohne ihn billig wirken zu lassen. Das ist bis heute der Massstab.

Moda Operandi: stets eine Saison voraus

Eine Vogue-Redakteurin und eine Unternehmerin mit einer Idee, die es so noch nicht gab: 2010 gründen Lauren Santo Domingo und Aslaug Magnusdottir Moda Operandi. Santo Domingo, damals Contributing Editor bei der amerikanischen Vogue, bringt die Kontakte zu den grossen Häusern mit. Magnusdottir hat das Konzept: einen Shop, der dir genau das Privileg gibt, das bis dahin nur Moderedakteurinnen hatten.

Das Prinzip heisst Trunkshow und ist bis heute der Kern der Seite. Statt zu warten, bis eine Kollektion in den Läden hängt, bestellst du direkt nach der Schau vor, oft Monate im Voraus, gegen eine Anzahlung von 50 Prozent. Du sicherst dir Stücke, die sonst nie in die reguläre Produktion gehen. Das ist kein Schnäppchen-Modell, sondern das Gegenteil: Zugang statt Rabatt. Beide Gründerinnen haben das Unternehmen inzwischen verlassen, die Idee trägt weiter.

Statt Bluefly: The Outnet für die Rabatt-Jäger

2020 stand an dieser Stelle Bluefly, der amerikanische Discounter für Designermode. Den gibt es nicht mehr. Bluefly hat Anfang 2019 Insolvenz angemeldet und das Geschäft eingestellt, die Domain wurde anschliessend versteigert. Wer dort heute klickt, landet im Leeren.

Den Platz für alle, die Designermode mit Preisschild-Nachlass suchen, nimmt The Outnet ein, das Outlet aus dem Net-a-Porter-Kosmos. Mehr als 350 Labels, Rabatte bis zu 70 Prozent, dieselbe kuratierte Handschrift wie beim grossen Bruder, nur eben mit den Stücken der vergangenen Saisons. Eine Randnotiz für Branchen-Interessierte: LuxExperience hat den Verkauf von The Outnet an eine Investorengruppe (The O Group) angekündigt, der Abschluss wird für Anfang 2026 erwartet. Am Shopping-Erlebnis ändert das vorerst nichts.

Worauf du beim Online-Luxuskauf achten solltest

Drei seriöse Adressen zu kennen, ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist die Frage, wo du nicht kaufst. Designermode ist eine der am häufigsten gefälschten Produktkategorien überhaupt, und im Netz fällt der Unterschied zwischen autorisiertem Händler und dubiosem Marktplatz beim ersten Blick selten auf. Die Faustregel ist unbequem, aber verlässlich: Wenn der Preis zu schön ist, um wahr zu sein, ist er es meistens auch. Ein Kleid, das überall 1.200 Euro kostet und auf einer unbekannten Seite plötzlich 280 Euro, ist kein Schnäppchen, sondern ein Warnsignal.

Kauf direkt beim Hersteller oder bei einem ausgewiesenen Partner. Net-a-Porter, Moda Operandi und The Outnet beziehen ihre Ware direkt von den Häusern, das ist der entscheidende Unterschied zu anonymen Plattformen. Achte auf eine klare Rücksendepolitik, eine erreichbare Kundenbetreuung und eine Bezahlmethode mit Käuferschutz. Wer beim Second-Hand-Kauf auf Nummer sicher gehen will, setzt auf Marktplätze mit eigener Echtheitsprüfung, die jedes Stück vor dem Versand authentifizieren. Das kostet ein paar Tage Geduld und ist jeden davon wert.

Das einzige, was du jetzt noch tun musst, ist Platz im Schrank zu schaffen, bevor die Neuzugänge vor der Tür stehen. Wie das ohne Reue gelingt, haben wir an anderer Stelle aufgeschrieben: Kleiderschrank ausmisten, so leicht geht es. Und wer den Kreislauf weiterdenkt, schaut sich an, wie ernst es der Mode mit Second Hand inzwischen ist, etwa bei Zalandos Vintage-Store Zircle.

Kurz geklärt

Wem gehört Net-a-Porter heute?

Seit April 2025 gehört Net-a-Porter zu Mytheresa. Der Münchner Online-Händler hat das gesamte Yoox-Net-a-Porter-Geschäft von Richemont übernommen und firmiert seither als Konzern LuxExperience B.V. Net-a-Porter, Mr Porter, The Outnet und Yoox laufen unter diesem Dach weiter.

Wie funktioniert die Trunkshow bei Moda Operandi?

Bei einer Trunkshow kannst du Stücke direkt nach der Modenschau vorbestellen, oft Monate bevor sie regulär in den Handel kommen. Du zahlst eine Anzahlung von rund 50 Prozent und sicherst dir damit auch Looks, die sonst nie in Serie gehen.

Gibt es Bluefly noch?

Nein. Bluefly hat Anfang 2019 Insolvenz angemeldet und den Betrieb eingestellt. Wer günstige Designermode sucht, ist heute bei The Outnet besser aufgehoben, dem Outlet aus dem Net-a-Porter-Kosmos mit Rabatten bis zu 70 Prozent.

Lohnt sich Online-Shopping für Designermode überhaupt?

Ja, wenn du auf seriöse Adressen setzt. Net-a-Porter, Moda Operandi und The Outnet sind etablierte Händler mit echter Markenware, klaren Rücksendebedingungen und kuratiertem Sortiment. Wer auf Echtheit Wert legt, meidet anonyme Marktplätze und kauft direkt beim autorisierten Shop.

Wie erkenne ich gefälschte Designerware im Netz?

Das deutlichste Warnsignal ist ein Preis, der weit unter dem Marktniveau liegt. Kauf direkt beim Hersteller oder einem autorisierten Partner, achte auf eine klare Rücksendepolitik und eine erreichbare Kundenbetreuung und zahle mit einer Methode, die Käuferschutz bietet. Beim Second-Hand-Kauf helfen Marktplätze mit eigener Echtheitsprüfung.

Bildquelle: Pexels / atelier by vineeth
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