//TRAVELDie drei schönsten Badeseen in Norddeutschland
21. Juni 2022 // 06:21 Uhr

Die drei schönsten Badeseen in Norddeutschland

Cedric Zuber·5 min Lesezeit

Denken wir an Wasserspaß im Norden, kommen direkt die Nord- und Ostsee ins Gedächtnis. Doch abgesehen davon, gibt es viele Seen zu endecken.

Wer im Norden nach einem See sucht, der nicht nur kühles Nass, sondern auch unberührte Stille und echte Erlebnisse bietet, findet im Gartower See, am Plöner See und am Schweriner See drei Ziele, die das Klischee von Nord- und Ostsee locker stehen lassen.

Quick Fitting

  • Gartower See (Niedersachsen): 67 Hektar Wasser mit feinem Sandstrand im Südosten, Tretboote und SUPs, fünf Kilometer Rundweg mit Bänken.
  • Plöner See (Schleswig-Holstein): 28 Quadratkilometer glasklares Wasser, umgeben von sanften Hügeln. Ideal für Stand-Up-Paddling, Rudern oder Baden mit Blick auf die historische Altstadt.
  • Schweriner See (Mecklenburg-Vorpommern): Mit rund 63 km² einer der größten Binnenseen Norddeutschlands, mit Bootsverleih und dem Schweriner Schloss direkt am Ufer.

Norddeutschlands Seen: wo das Wasser klar ist und die Luft nach Kiefer schmeckt.

Du suchst Abkühlung jenseits der Touristenmassen, wo das Wasser sauber ist und die Ufer nicht zugeparkt sind? Dann lass die Ostsee links liegen und schau, was der Norden an Seen zu bieten hat. Der Gartower See in Niedersachsen ist ein Ort für alle, die in Ruhe ankommen wollen: 67 Hektar Wasser, gesäumt von einem feinen Sandstrand im Südosten, der zum Verweilen einlädt. Wer aktiver ist, leiht sich Tretboot oder SUP, wer Ruhe sucht, folgt dem fünf Kilometer langen Rundweg durch dichte Wälder. Keine Massen, keine überteuerten Strandkörbe, keine Hektik.

Weiter nördlich, in Schleswig-Holstein, wartet der Große Plöner See mit einer Dimension, die selbst Kenner überrascht: 28 Quadratkilometer Wasserfläche, umgeben von sanften Hügeln und dem Charme der Plöner Seenlandschaft. Das Besondere ist die Mischung aus Wildnis und Kultur, während du im klaren Wasser badest, liegt die historische Stadt Plön nur wenige Minuten entfernt, mit Cafés und dem Schloss oberhalb des Ufers. Die Ufer sind weit weniger überlaufen als die bekannte Kieler Förde. Am Abend wird es hier still, und das Wasser spiegelt den Himmel.

Der Gartower See: Niedersachsens unterschätztes Refugium.

Peaceful view of conifer trees reflecting on a clear lake in Harz National Park, Germany.
Der Gartower See im Abendlicht: Kiefernwald, feiner Sandstrand und glasklares Wasser im Niedersächsischen.

Der Gartower See im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist kein See für oberflächliche Besuche. Hier zählen klare Linien: 67 Hektar Wasser, ein feiner Sandstrand im Südosten, Möglichkeiten für Segeln und Tretboote, und ein Rundweg, der dir an versteckten Buchten vorbeiführt. Das Wasser ist sauber, die Infrastruktur funktioniert diskret, und der Ort Gartow in der Nähe hat ein Café, das regionale Kuchen serviert. Kein Event, kein Trubel. Wer hier badet, tut es, weil es sich lohnt.

Was den See besonders macht, ist seine Unaufgeregtheit. Keine Massenattraktionen, keine Preisaufschläge für Touristen, keine Schlangen. Stattdessen ein Ort, an dem Erholung noch bedeutet, was das Wort verspricht. Für alle, die aus Hamburg oder Bremen anreisen: rund zwei Stunden, und du stehst an einem Ufer, das sich nichts beweisen muss.

Der Schweriner See: Schloss und Wasser in einem Blick.

Wer Natur und Kulturambiente kombinieren will, fährt zum Schweriner See. Mit rund 63 Quadratkilometern ist er einer der größten Binnenseen Norddeutschlands, und das Schweriner Schloss ragt direkt vom Ufer auf, eine Kulisse, die sich kein Filmset besser hinstellte. Bootsverleih gibt es, die Stadt ist gut erreichbar, und das Wasser ist für Norddeutschland ausgesprochen sauber. Wer hier sitzt, versteht, warum Schwerin unterschätzter Urlaub ist.

Was einen See zum Ziel macht

Die Seen im Norden belohnen niemanden, der sie abhaken will. Ihr Reiz liegt im ruhigen Tempo, im klaren Wasser und in der Landschaft, die sich erst zeigt, wenn man ihr Zeit gibt. Wer früh am Morgen ankommt, hat das Ufer oft noch fast für sich, bevor der Tag laut wird.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem schnellen Badestopp und einem Ort, an den man zurückdenkt. Ein See wird zum Ziel, wenn er nicht nur Abkühlung bietet, sondern einen eigenen Rhythmus vorgibt: schwimmen, sitzen, schauen, ohne Programm im Nacken.

Wer so reist, merkt schnell, dass die stillen Seen mehr geben als die bekannten. Sie verlangen ein wenig Geduld und schenken dafür eine Ruhe, die kein voller Strand ersetzt. Am Ende bleibt nicht die Liste der besuchten Orte, sondern das Gefühl, einen davon wirklich erlebt zu haben.

Gut zu wissen

Welcher der drei Seen eignet sich am besten für einen ruhigen Tag ohne Trubel?

Der Gartower See. Kein Massentourismus, fein dosierte Infrastruktur, Sandstrand im Südosten der weitgehend leer bleibt. Wer wirklich Stille sucht, fährt dorthin. Der Plöner See hat mehr Struktur und mehr Infrastruktur, ideal, wenn du auch die Stadt Plön sehen willst.

Wie kommt man zu den Seen ohne Auto?

Der Plöner See ist am besten per Bahn erreichbar, Plön liegt an der Strecke von Kiel. Schwerin hat gute Bahnverbindungen aus Hamburg und Berlin. Der Gartower See ist ohne Auto schwerer zu erreichen, Lüchow ist der nächste Bahnhof. Wer flexibel ist: Fahrrad und ÖPNV kombinieren.

Wann ist die beste Zeit zum Besuch?

Juni bis September für Baden. Frühling und Herbst für Wandern und Ruhe ohne Hochsaison. Der Gartower See ist im Frühsommer besonders leer, der Plöner See läuft im August eher voll.

Bildquelle: Titelbild: Unsplash / Timothy Meinberg; Beitragsbilder: Pexels / Arndt-Peter Bergfeld (px:11443660).
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