//TASTEBunte Bowl mit frischen Zutaten von oben fotografiert
13. Januar 2020 // 18:47 Uhr

Food Trends: Wie Essen zum Online-Gespräch wurde

InspiredByLuxury

Wer hätte gedacht, dass die geposteten Mahlzeiten mal noch einen Nutzen haben. Denn dadurch können wir euch jetzt ganz einfach die Food Trends 2020 zeigen.

Wer hätte gedacht, dass die vielen gestylten Tellerfotos einmal einen Nutzen haben. Auf Grundlage deutschsprachiger Online-Erwähnungen hat das Analysehaus Brandwatch ausgewertet, worüber wir beim Essen wirklich reden und welche Tendenzen sich daraus ablesen lassen.

Amuse-Bouche

  • Blick zurück: Wir haben die Food-Trends aus der Brandwatch-Auswertung schon einmal beleuchtet und schauen hier mit reiferem Auge darauf.
  • Kanal-Check: Instagram dominiert das Reden übers Essen mit 42 Prozent vor Twitter mit 28 Prozent.
  • Dauertrend: Vegane Vielfalt, Bowls und Lieferdienste sind keine Modeerscheinung, sondern fester Alltag.

Was und wie wir über Essen sprechen, verrät die Food-Trends: von veganer Vielfalt über die Bowl bis zum Siegeszug der Lieferdienste.

Wo über Essen gesprochen wird

Ernährung löst Emotionen aus, und längst hat sich dafür eine eigene Bildsprache etabliert. Von Smileys über Wettericons bis zu Länderflaggen reicht das Repertoire, dazu eine ganze Reihe an Food-Emojis, die in keiner Konversation fehlen.

Am meisten diskutiert wird auf Instagram, das mit 42 Prozent klar vorn liegt, gefolgt von Twitter mit 28 Prozent und Nachrichtenseiten. Auffällig ist, dass die Gespräche sich stärker auf Mittag- und Abendessen verlagern und weniger um Snacks kreisen als zuvor. Essen ist damit längst zum sozialen Gesprächsstoff geworden, der weit über den Teller hinausreicht und ganze Communitys verbindet.

Vegan als Dauerthema

Kaum eine Ernährungsweise wird so häufig thematisiert wie die vegane: rund 325.000 Erwähnungen sprechen eine deutliche Sprache. Entsprechend stehen Fleischalternativen und Ersatzprodukte hoch im Kurs, die Gespräche darüber haben um 22 Prozent zugenommen.

An der Spitze der Alternativen steht Tofu, gefolgt von Seitan und Lupinen. Bei der Milch liefern sich Hafer-, Mandel- und Kokosvariante ein enges Rennen. Was sich hier zeigt, ist kein kurzlebiger Hype, sondern eine dauerhafte Verschiebung im Alltag vieler Menschen. Bemerkenswert ist, wie selbstverständlich diese Produkte inzwischen im Sortiment stehen: Was vor wenigen Jahren noch Spezialgeschäften vorbehalten war, findet sich heute in jedem größeren Supermarkt und ist damit für eine breite Mitte angekommen.

Was wirklich auf dem Teller landet

Was haben Kuchen, Salat und Brot gemeinsam? Sie sind die am häufigsten geposteten Lebensmittel. Bei den Getränken liegt der Kaffee klar vorn, die Gespräche um den Wachmacher sind im Frühjahr deutlich gestiegen, mit Abstand folgen Wein und Tee.

Die Pandemie hat manche Gewohnheit dauerhaft in den Alltag geschrieben.

Auch die Bowl hat ihren festen Platz gefunden, ob als Smoothie- oder Porridge-Variante. Die Toppings kommen meist aus dem Superfood-Regal: Avocado, Heidelbeere und Ingwer bilden das Spitzentrio, ergänzt um Sesam, Chiasamen und Kurkuma. Was die Bowl so anschlussfähig macht, ist ihre Wandelbarkeit: Sie lässt sich an Saison, Vorliebe und Anlass anpassen, ohne ihren gesunden Anspruch zu verlieren.

Der Siegeszug der Lieferdienste

Eine Entwicklung ist durch die Lockdowns massiv beschleunigt worden: Liefer- und Bestellservices. Allein die Erwähnungen rund um den Lieferdienst von Amazon legten um 444 Prozent zu, ähnliche Sprünge zeigen weitere Anbieter.

Vibrant assortment of fresh vegetables, herbs, and tofu for an authentic Asian meal preparation.
Pflanzliche Alternativen sind vom Nischenthema zum Alltag geworden.

Damit ist klar, wie stark äußere Umstände die Esskultur prägen. Die Pandemie hat die Food-Trends nicht nur verschoben, sie hat manche Gewohnheit dauerhaft in den Alltag geschrieben.

Was hinter den Beobachtungen steckt

A healthy berry smoothie bowl topped with fresh fruits, seeds, and coconut shavings on a wooden board.
Avocado, Heidelbeere und Ingwer führen das Topping-Trio an.

Was diese Auswertung interessant macht, ist weniger die einzelne Rangliste als das Muster dahinter. Essen ist zum sozialen Ausdrucksmittel geworden, das Zugehörigkeit, Werte und Lebensstil transportiert. Wer pflanzlich kocht, dokumentiert nicht nur eine Mahlzeit, sondern eine Entscheidung, und wer seine Bowl teilt, zeigt ebenso viel Sinn für Ästhetik wie für Ernährung. Die Daten lesen sich damit auch als Selbstporträt einer Generation, die ihr Essen bewusster wählt und offener darüber spricht.

Auffällig ist zudem, wie eng die Themen mit dem äußeren Rahmen verknüpft sind. Steigende Aufmerksamkeit für Lieferdienste, der Bedeutungsgewinn von Mittag- und Abendessen und das anhaltende Interesse an pflanzlichen Alternativen erzählen von einem veränderten Tagesrhythmus. Trends entstehen hier nicht im luftleeren Raum, sondern als Antwort auf das, was Menschen gerade umtreibt. Genau deshalb lohnt der Blick auf solche Auswertungen: Sie zeigen, wohin sich Geschmack bewegt, bevor es die Speisekarten tun. Für alle, die gern gastgeben, ist das mehr als eine Statistik. Wer weiß, was die Gäste gerade bewegt, kann ein Menü planen, das zum Moment passt, ohne jeder Mode hinterherzulaufen, und setzt mit einer durchdachten Bowl oder einer pflanzlichen Alternative oft ein klareres Zeichen als mit dem teuersten Gang.

Gut zu wissen

Welche Plattform prägt die Food-Diskussion am stärksten?

Instagram liegt mit 42 Prozent klar vorn, gefolgt von Twitter mit 28 Prozent und Nachrichtenseiten. Auffällig ist die Verschiebung hin zu Mittag- und Abendessen, während Snacks an Bedeutung verlieren.

Wie stark ist das Interesse an veganer Ernährung?

Die vegane Ernährung kommt auf rund 325.000 Erwähnungen, und die Gespräche über Fleischalternativen haben um 22 Prozent zugenommen. Tofu führt das Feld an, vor Seitan und Lupinen.

Welche Rolle spielen Lieferdienste in den Food-Trends?

Liefer- und Bestellservices sind durch die Lockdowns stark gewachsen. Allein die Erwähnungen um den Lieferdienst von Amazon stiegen um 444 Prozent, was zeigt, wie sehr äußere Umstände die Esskultur verändern.

Bildquelle: Titelbild: Pexels / Alesia Kozik (px:6065181); Beitragsbilder: Pexels / Ella Olsson (px:3026802); Pexels / Nicola Barts (px:7937002).
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