Bellonias Villas: Wo Santorini schwarz statt weiß ist
In Kamari liegt Santorini anders: schwarzer Vulkansand, dunkles Holz, gepresster Zement. Die Bellonias Villas zeigen die Insel abseits der Postkarte.
//TRAVELIn Kamari liegt Santorini anders: schwarzer Vulkansand, dunkles Holz, gepresster Zement. Die Bellonias Villas zeigen die Insel abseits der Postkarte.
Die Bellonias Villas liegen nicht oben am Kraterrand, wo sich die weißen Würfel drängen, sondern unten in Kamari, am schwarzen Vulkansandstrand. Nach einem Redesign zur Saison 2026 zeigen sie ein Santorini, das man auf den Postkarten selten sieht. Und das ist kein Nachteil.
Es gibt ein Bild von Santorini, das jeder im Kopf hat. Weiße Häuser, blaue Kuppeln, der Blick von Oia in die Caldera, die Sonne, die im Meer versinkt. Es ist ein schönes Bild. Es ist auch ein überlaufenes. Wer im Sommer in Oia steht, teilt den Sonnenuntergang mit ein paar tausend anderen Handykameras.
Die Bellonias Villas liegen woanders. In Kamari, an der Ostküste, dort wo der Strand nicht aus hellem Kies, sondern aus schwarzem Vulkansand besteht und der Berg des antiken Thira die Bucht abschließt. Hier ist Santorini ruhiger, erdiger, weniger inszeniert. Und genau deshalb interessanter.
Man unterschätzt, wie sehr der Untergrund die Stimmung eines Ortes bestimmt. Der schwarze Sand von Kamari schluckt das grelle Mittagslicht, statt es zurückzuwerfen. Am Morgen wirkt der Strand fast samtig, am Abend liegt eine warme Tiefe über allem. Das ist kein Karibik-Weiß, das auf jedem Foto gleich aussieht. Das ist Vulkan.
Diese dunkle Basis erklärt, warum das Haus innen so konsequent mit Erd- und Naturtönen arbeitet. Es spielt nicht das kalkweiße Höhlen-Suiten-Klischee der Caldera nach, das wäre an dieser Küste auch falsch. Es nimmt den Ort ernst und antwortet ihm. Dunkler Sand draußen, dunkles Holz drinnen. Das passt zusammen, weil es zusammengehört. Das W Sardinia in Poltu Quatu denkt ähnlich: Granit bestimmt die Farben, die Insel gibt den Ton an.
Renovierungen von Ferienhäusern sehen oft gleich aus, egal ob auf Mallorca, Mykonos oder Bali. Importierter Hochglanz, austauschbar, hübsch und seelenlos. Die Bellonias Villas haben einen anderen Weg gewählt. Die lokalen Eigentümer haben mit jungen griechischen Architekten, Handwerkern und Künstlern zusammengearbeitet. Die Außenbereiche, Bar, Pool, Restaurant und Rezeption gestaltete das Athener K Studio.
Das hört sich nach einem Detail an, ist aber der eigentliche Punkt. Wenn die Menschen, die einen Ort gestalten, den Ort kennen, entsteht etwas, das man nicht kaufen kann. Die zykladische Architektur wird hier nicht zitiert, sondern weitergedacht. Tradition trifft modernen Minimalismus, ohne dass eines das andere erschlägt.
Die schönsten Häuser sind die, die aussehen, als hätte der Ort sie selbst hervorgebracht.
Luxus zeigt sich hier nicht an der Anzahl der Kissen, sondern an der Oberfläche der Wände. Gepresster Zement, eine lokale Technik, prägt Wände und sogar eingebaute Nachttische. Die Böden sind aus Steinfliesen, die Decken gewölbt, die Fensterläden aus Holz. Das Mobiliar aus dunklem Holz stammt von einem Schreiner vor Ort.
Wer genauer hinsieht, entdeckt zwei Marmorsorten: Didimon Dark und Sinai Pearl, eingesetzt in Schränken und Küchenzeilen. Das sind keine Namen für die Broschüre, das sind Entscheidungen, die man im Raum spürt. Material vor Marke, Haptik vor Effekt. Genau so beschreibt man ein Haus, das verstanden hat, worauf es ankommt.
Die Bellonias Villas haben 26 Beach-Suiten mit jeweils einem Schlafzimmer. Das ist klein, und das ist Absicht. In einem Haus dieser Größe bist du Gast, nicht Zimmernummer. Es gibt keinen Aufzug-Stau zum Frühstück, keine Liegenschlacht am Pool, keine anonyme Lobby. Diese Intimität ist heute der eigentliche Luxus, nicht die Quadratmeterzahl der Anlage.
Ein Strandabschnitt gehört zum Haus, dazu eine Pool-Cocktailbar und ein Wellnessbereich mit Whirlpool, Gym, Dampfbad, Sauna und einem Behandlungsraum. Nichts davon will überwältigen. Es ist genug, und es ist gut. Mehr braucht ein Haus an diesem Strand nicht.
Das hauseigene Elia Restaurant setzt auf das, was an diesem Ort ohnehin am besten schmeckt: regionale Küche, ohne den Drang, jeden Teller zur Inszenierung zu machen. Dazu die Bar am Pool, an der der Abend langsam wird. Es ist die Art von Gastronomie, die man nicht fotografiert, sondern genießt.
Das passt zum ganzen Haus. Die Bellonias Villas drängen sich nicht auf. Sie stellen sich nicht zwischen dich und die Insel, sondern öffnen einen ruhigen Zugang zu ihr. Wer Santorini abseits des Caldera-Trubels erleben will, findet hier einen Ausgangspunkt, der den Ort nicht verrät. Wer darüber hinaus nach Refugien sucht, die Stille als Luxus begreifen, findet dort eine kuratierte Auswahl.
Es ist leicht, die weiße Caldera zu lieben. Sie ist schön, sie ist berühmt, sie ist auf jedem Reiseblog. Aber das Santorini, das nachhallt, ist oft das leisere. Der schwarze Sand am Morgen, der noch kühl ist. Der gepresste Zement, der die Hitze draußen lässt. Das dunkle Holz, das nach Harz riecht, wenn die Sonne darauf fällt.
Die Bellonias Villas haben verstanden, dass man die Insel nicht kopieren muss, um ihr gerecht zu werden. Manchmal reicht es, an der richtigen Küste das Richtige zu tun. Wer einmal dort war, schaut auf das weiße Postkarten-Santorini danach mit anderen Augen.
In Kamari an der Ostküste Santorinis, direkt am schwarzen Vulkansandstrand, mit Blick auf den Berg des antiken Thira. Also nicht in den weißen Caldera-Dörfern wie Oia oder Fira.
Traditionelle zykladische Bauweise trifft modernen Minimalismus. Die Materialien stammen aus der Region, gepresster Zement, Stein, dunkles Holz und Marmor. Umgesetzt von lokalen Eigentümern mit jungen griechischen Architekten, die Außenbereiche vom Athener K Studio.
26 Beach-Suiten mit jeweils einem Schlafzimmer. Bewusst klein gehalten, was dem Aufenthalt eine seltene Ruhe gibt.
Ja. Nach einer kompletten Renovierung haben die Bellonias Villas zur Saison 2026 wieder eröffnet.
Quelle Titelbild: Pexels / alleksana