
Großglockner Hochalpenstraße
Breite, fließende Bögen statt enger Kehren. Eine Straße, die nicht kämpft, sondern trägt. Am besten früh, bevor die Reisebusse kommen.

Sechs Straßen in Europa, auf denen das Fahren wieder zum Ereignis wird. Und die Autos, die dafür gebaut wurden.
Es gibt Straßen, die bringen dich von A nach B. Und es gibt Straßen, bei denen B keine Rolle spielt. Wir haben die zweite Sorte zusammengetragen, mit dem passenden Wagen daneben. Nicht das schnellste. Das richtige.

48 Kehren, 2.757 Meter, eine Nordrampe, die sich wie ein Reißverschluss in den Berg legt.
Der Start im Tal, wo die Luft noch warm ist und die erste Kehre harmlos aussieht.
Achtundvierzig nummerierte Kehren, eine nach der anderen. Hier zählt nicht Tempo, sondern Rhythmus.
Oben wird es kühl und still. Du steigst aus, nicht weil du musst, sondern weil man das hier macht.
Allrad, kurzer Radstand, ein Fahrwerk, das für genau solche Kehren gebaut wurde. Der Wagen, der die Rallye-Weltmeisterschaft zu seiner Privatsache machte.

Breite, fließende Bögen statt enger Kehren. Eine Straße, die nicht kämpft, sondern trägt. Am besten früh, bevor die Reisebusse kommen.

Lavendel, Serpentinen, der Geruch von warmem Asphalt und Pinien. Die Strecke, auf der man das Verdeck öffnet und nicht mehr schließt.

Die Straße aus dem Goldfinger-Vorspann. Über dem Rhonegletscher gibt es eine Passage, die man einmal im Leben gefahren haben sollte.

Eine Straße, die in den Achtzigern in den Fels gesprengt wurde und heute aussieht, als hätte sie jemand für genau diesen Zweck gezeichnet.

Die Dörfer, durch die einst das härteste Straßenrennen der Welt führte. Heute fährst du langsamer, aber mit demselben Respekt.

Dichter Wald, schnelle Geraden, Nebel, der morgens in den Senken liegt. Die Heimstrecke für alles, was leicht und hinterradgetrieben ist.
Der Keil aus Sant’Agata. Zwölf Zylinder, keine Fahrhilfen, ein Auto, das dich ernst nimmt.
Klein, kantig, kompromisslos. Die Limousine, die sich für eine Rallye hielt.
Der letzte luftgekühlte Elfer. Für viele die Form, an die alle anderen denken.
Die Vernunft unter den Supersportlern, mitentwickelt von einem gewissen Ayrton Senna.
Hässlich, sagten die einen. Eine Skulptur, sagten die anderen. Beide hatten recht.
Sechszylinder, Hinterradantrieb, nichts, was ablenkt. Die Schule des Fahrens.
Du bist eine Straße gefahren, die hierher gehört. Erzähl uns davon, wir nehmen die nächste Tour gern auf.
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