Klassische Armbanduhr in ruhiger Nahaufnahme mit schlichtem Zifferblatt auf neutralem Untergrund//STYLE
17 März 2026

Rolex Oyster Perpetual 2026: Wie Rolex 100 Jahre Oyster feiert, ohne den Charakter zu verlieren

Sonja Höslmeier·7 Min. Lesezeit

Rolex feiert 100 Jahre Oyster-Gehäuse mit der Oyster Perpetual 2026: Steine, Buchstaben-Zifferblatt, Jubiläums-41er. Die ehrlichste Rolex bleibt sie trotzdem.

Bei Watches & Wonders 2026 in Genf zeigt Rolex eine überarbeitete Oyster Perpetual, zum 100. Jahr des Oyster-Gehäuses von 1926. Es kommen Steine ins Zifferblatt, ein mehrfarbiges Jubilee-Motiv und eine Jubiläums-41er mit graviertem Glanz. Klingt nach viel Geste für die schlichteste Rolex. Ist es auch. Und trotzdem funktioniert es.

Quick Fitting

  • Rolex aktualisiert 2026 die Oyster Perpetual in vier Größen (41, 36, 34 und 28 Millimeter) zum 100. Geburtstag des Oyster-Gehäuses.
  • Die Oyster Perpetual 41 zum Jubiläum (Referenz 134303) trägt ein schiefergraues Sunray-Zifferblatt, grüne Akzente und eine Krone mit eingravierter 100.
  • Statt «Swiss Made» steht bei der Jubiläums-41er «100 years» bei sechs Uhr.
  • Die 36er bekommt ein mehrfarbiges Jubilee-Zifferblatt, dessen Felder die Buchstaben ROLEX ergeben, die 34er und 28er in Gold zeigen erstmals Stundenmarker aus Naturstein.
  • Im Inneren der 41er arbeitet das Manufakturkaliber 3230 mit rund 70 Stunden Gangreserve, zertifiziert nach dem verschärften Superlative-Chronometer-Standard.

Die unscheinbarste Rolex bekommt einen Auftritt

Die Oyster Perpetual ist die Rolex ohne Funktion. Keine Lünette zum Drehen, kein Datum, keine zweite Zeitzone. Nur Stunden, Minuten, Sekunden und ein dichtes Gehäuse. Genau das macht sie für viele zur ehrlichsten Uhr im Sortiment. Wer eine OP trägt, will kein Werkzeug am Arm, sondern eine gut gebaute Uhr, die einfach läuft.

Umso bemerkenswerter ist, dass Rolex ausgerechnet dieser Linie 2026 den großen Auftritt gönnt. Der Anlass ist klar: Das Oyster-Gehäuse, 1926 patentiert, wird 100 Jahre alt. Es war die erste wasser- und staubdichte Armbanduhr in Serie, der Grundstein für alles, was Rolex danach gebaut hat. Ein Jubiläum, das die Marke nicht an einem Chronografen feiert, sondern an der schlichten Dreizeiger-Uhr, die das Prinzip am reinsten zeigt.

Die Jubiläums-41er: laut im Detail, leise im Ganzen

Das Herzstück der Neuheiten ist die Oyster Perpetual 41 zum 100. Jahrestag, Referenz 134303. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine normale OP in Stahl. Erst beim Hinsehen zeigt sich der Dreh: Lünette und Krone sind aus Gelbgold, das Band bleibt komplett aus Oystersteel. Rolex nennt das eine zurückhaltende Variante von Rolesor, und das ist es auch. Kein klassisches Zweifarben-Stahl-Gold, das von Weitem ruft, sondern ein Goldakzent, den man fast übersieht.

Das Zifferblatt ist schiefergrau mit Sunray-Schliff, also einem feinen Lichtspiel, das vom Zentrum nach außen läuft. Bei sechs Uhr steht nicht «Swiss Made», sondern «100 years». Grüne Akzente liegen auf dem Minutenring und am Rolex-Schriftzug, eine Anspielung auf die Markenfarbe. Und in der verschraubten Twinlock-Krone steckt ein Relief mit der Zahl 100. Niemand am Tisch wird das bemerken. Du weißt es, und das reicht.

Steine im Zifferblatt, und warum das kein Bruch ist

Die spektakulärste Neuerung steckt in den kleinen Größen. Die Oyster Perpetual 34 in Gold (Referenz 124205) trägt ein blaues Zifferblatt, dessen Stundenmarker bei drei, sechs und neun Uhr aus Dumortierit bestehen, einem tiefblauen Naturstein. Die 28er in Gold (Referenz 276208) zeigt ein grünes Lackzifferblatt mit Markern aus Heliotrop, einem grünen Stein mit roten Einschlüssen. Naturstein als Stundenindex ist für die Oyster Perpetual ein Novum.

Das klingt nach Schmuck und ist es auch ein Stück weit. Aber es passt zur Linie, weil es eine alte Idee modern auslegt. Die OP war immer die Spielwiese für Farbe bei Rolex, hier durfte das Haus mit Türkis, Korall und Candy-Tönen experimentieren, während die Profi-Modelle streng blieben. Steinmarker sind die nächste Stufe dieser Spielfreude. Sie machen aus der einfachsten Rolex eine, die man wegen des Materials trägt, nicht trotz seiner Schlichtheit.

Eine gute Jubiläumsuhr schreit nicht das Datum heraus. Sie versteckt es in Details, die nur Du jeden Tag siehst.

Das Buchstaben-Zifferblatt: verspielt, aber nicht beliebig

Die Oyster Perpetual 36 aus Oystersteel (Referenz 126000) geht einen anderen Weg. Ihr Zifferblatt trägt ein mehrfarbiges Jubilee-Motiv aus lackierten Feldern, die zusammen die Buchstaben ROLEX ergeben. Aus der Distanz wirkt es wie ein Muster, aus der Nähe liest man den Namen. Rolex inszeniert hier die eigene Handwerkskunst im Zifferblattbau, und ja, das ist Eigenwerbung am Handgelenk.

Man kann das kitschig finden, und für manche Sammler wird es das sein. Aber es ist auch mutig. Eine Marke, die sonst jeden Zentimeter ihrer Zifferblätter kontrolliert, erlaubt sich an einem 36-Millimeter-Stahlmodell etwas Verspieltes. Das ist kein Massenmodell für jeden Anlass, sondern ein Statement-Stück für Leute, die die Marke schon haben und etwas mit Augenzwinkern suchen.

Unter dem Zifferblatt bleibt Rolex Rolex

Bei aller Geste auf der Schauseite bleibt die Technik bodenständig. In der 41er und der 36er arbeitet das Manufakturkaliber 3230, ein Automatikwerk ohne Datum mit Chronergy-Hemmung, Parachrom-Spirale und rund 70 Stunden Gangreserve. Die kleineren Gold-Modelle nutzen das Kaliber 2232. Alle Neuheiten erfüllen den 2026 verschärften Superlative-Chronometer-Standard mit minus zwei bis plus zwei Sekunden Abweichung pro Tag, getestet nach dem Einschalen.

Das Gehäuse bleibt das, worum sich alles dreht: 100 Meter wasserdicht, verschraubte Twinlock-Krone, Saphirglas, das dreigliedrige Oyster-Band mit Easylink-Verlängerung. Genau diese Konstruktion feiert das Jubiläum. Es ist die Pointe der ganzen Kollektion, dass die sichtbaren Neuerungen auf den Zifferblättern liegen, während das eigentlich Gefeierte, das Gehäuse, unverändert seinen Dienst tut. So gehört sich das für eine 100 Jahre alte Idee, die funktioniert.

Für wen sich welche Variante lohnt

Wer eine erste Rolex sucht und das Sammler-Spektakel nicht braucht, ist mit der normalen Oyster Perpetual 41 in Stahl weiterhin am besten bedient. Sie beginnt bei gut 6.000 Euro und ist die OP in ihrer reinsten Form. Die Jubiläums-41er mit Goldlünette und graviertem Detail liegt bei rund 9.400 Euro und richtet sich an Käufer, denen die stille Anspielung auf 100 Jahre Oyster etwas wert ist.

Die Stein-Modelle in Gold spielen in einer anderen Liga, Preise und Material rücken sie näher an Schmuck als an die Alltagsuhr. Das mehrfarbige Jubilee-Zifferblatt der 36er ist das Stück für Leute, die die Marke gut kennen und ein bewusstes Augenzwinkern suchen. Keine der Varianten ist falsch. Sie zielen nur auf sehr verschiedene Handgelenke.

Wer grundsätzlich beim Thema Herrenuhren als Wertgegenstand und Stildokument einsteigen möchte, findet einen guten Überblick bei Herrenuhren als Stilfrage und Wertzeichen.

Eine Idee mit 100 Jahren, die nichts beweisen muss

Das eigentlich Interessante an dieser Kollektion ist, wie sicher Rolex damit umgeht, die einfachste Linie aufzuwerten. Es gibt keinen Bruch mit der OP-Idee, sondern eine Feier ihrer Geschichte. Wer wollte, konnte die Oyster Perpetual jahrzehntelang als brave Einstiegsuhr abtun. Diese Kollektion zeigt, dass in der schlichten Form mehr steckt, als die Schlichtheit vermuten lässt.

Genau das ist die Botschaft zum Jubiläum. Eine Uhr, die seit 100 Jahren dicht hält und einfach läuft, braucht keine neue Komplikation, um zu beeindrucken. Sie braucht nur ein Detail, das daran erinnert, wie alt und wie gut diese Idee ist. Die Oyster Perpetual 2026 liefert dieses Detail, mal als Stein, mal als Buchstabe, mal als kleine 100 in der Krone. Wer genau hinsieht, versteht es. Wer nicht, sieht trotzdem eine gute Uhr.

Wer sich für Uhren interessiert, die ihren Charakter über Materialentscheidungen definieren, findet beim Blick auf Bronze-Uhren und die Kunst des Alterns eine andere Perspektive dazu.

Kurz geklärt

Was feiert Rolex mit der Oyster Perpetual 2026?

Die Kollektion markiert den 100. Geburtstag des Oyster-Gehäuses, das Rolex 1926 vorstellte. Es war das erste wasser- und staubdichte Armbanduhren-Gehäuse in Serie und gilt als Grundlage der heutigen Rolex-Modelle.

Was ist das Besondere an der Jubiläums-41er Referenz 134303?

Sie kombiniert ein Stahlband mit Lünette und Krone aus Gelbgold, trägt ein schiefergraues Sunray-Zifferblatt mit grünen Akzenten und der Aufschrift «100 years» statt «Swiss Made» bei sechs Uhr. In der Krone steckt eine eingravierte 100. Der Preis liegt bei rund 9.400 Euro.

Warum sind plötzlich Steine im Zifferblatt?

Die Gold-Modelle in 34 und 28 Millimeter zeigen erstmals Stundenmarker aus Naturstein, Dumortierit bei der blauen 34er und Heliotrop bei der grünen 28er. Es ist die nächste Stufe der Farb- und Materialspiele, für die die Oyster Perpetual bei Rolex schon länger steht.

Welches Uhrwerk steckt in der neuen Oyster Perpetual 41?

Das Manufakturkaliber 3230, ein Automatikwerk ohne Datum mit Chronergy-Hemmung und rund 70 Stunden Gangreserve. Es erfüllt den 2026 verschärften Superlative-Chronometer-Standard mit minus zwei bis plus zwei Sekunden Abweichung pro Tag.

Quelle Titelbild: Pexels / Diana

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