//STYLEFrau in schwarzer Pufferjacke, Pufferjacken-Trend
11. Februar 2022 // 08:03 Uhr

Puffy, Oversize, Warm – Das sind die Jackentrends 2022

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

Endlich mal ein Trend der uns nicht nur optisch begeistert, sondern auch warm hält. Die warmen Pufferjacken sind dieses Jahr voll im Trend.

Im Februar 2022 haben wir die Pufferjacke als Wintertrend gefeiert: puffy, oversize, warm. Drei Winter später ist klar, dass es kein Saison-Hype war. Die voluminöse Daunenjacke ist vom Trendstück zur festen Größe geworden, und genau hier wird es für dich interessant. Denn wer heute eine Pufferjacke kauft, entscheidet nicht mehr nur über Optik, sondern über Füllung, Material und Haltung. Wir schauen zurück, was aus dem Trend wurde, und nach vorne, worauf es jetzt ankommt.

Quick Fitting

  • Die Pufferjacke ist kein Saisontrend mehr, sondern ein dauerhaftes Wardrobe-Piece. XXL-Volumen bleibt, Saint Laurent und Prada haben es auf den Laufsteg gehoben.
  • Oversize gewinnt, taillierte Modelle verlieren. Klare Linien, große Silhouette, ruhige Farben.
  • Die eigentliche Entscheidung heißt Daune oder Synthetik, nicht Marke oder Farbe.
  • Recycelte Füllungen und PFAS-freie Imprägnierung sind 2025/26 zum Qualitätsmerkmal geworden.
  • Neutrale Töne tragen den Look, ein Akzent in Burgund oder Matchagrün macht ihn aktuell.
Frau in schwarzer Pufferjacke, Pufferjacken-Trend

Als wir den Trend 2022 beschrieben, ging es um ein Lebensgefühl: endlich eine Jacke, die warm hält und trotzdem gut aussieht. Das war damals fast eine kleine Befreiung von dünnen Mäntelchen, die im Januar kapitulieren. Was wir nicht ahnten: Die Pufferjacke würde nicht wieder verschwinden. Sie wuchs. Voluminöse Puffer-Styles verzeichnen laut Suchdaten ein Plus von rund 70 Prozent gegenüber 2023, und die großen Häuser haben nachgezogen. Saint Laurent und Prada setzen bei Outdoormode auf XXL-Volumen, was vor wenigen Jahren noch nach Funktionsabteilung roch, steht heute auf dem Laufsteg.

Was aus dem Trend wurde: vom Hype zum Dauergast

Der entscheidende Wandel ist nicht die Form, sondern der Status. 2022 war die Pufferjacke ein Statement, das man sich traute. Heute ist sie Grundausstattung, und das verändert, wie du sie kaufst. Wer ein Stück für mehrere Winter sucht, denkt nicht mehr in Saisonfarben, sondern in Schnitt und Füllung. Oversize hat sich dabei klar durchgesetzt: übergroße Silhouetten, klare Linien, viel Stoff. Die taillierte, gesteppte Variante von früher wirkt daneben fast zaghaft.

Spannend ist, dass der Look sich nach unten geöffnet hat. Die Pufferjacke ist nicht mehr nur das Teil für die Skihütte oder den Hundespaziergang. Sie läuft über Wollhose und Loafer genauso wie über Jeans und Sneaker. Genau diese Wandelbarkeit hat sie zum Dauergast gemacht. Wenn dich kalte Füße mehr stören als kalte Schultern, lohnt parallel ein Blick auf die Schuhtrends, die dich warm halten, denn der beste Puffer nützt wenig, wenn die Zehen frieren.

Die Pufferjacke hat den seltenen Sprung geschafft: vom Trend, den man mitnimmt, zum Stück, das man ersetzt, wenn es durch ist.

Daune oder Synthetik: die Frage, die wirklich zählt

Hier liegt die Entscheidung, die 2022 noch kaum jemand traf. Daune wärmt herausragend bei geringem Gewicht, lässt sich klein packen und verliert über Jahre kaum an Bauschkraft, das macht sie langlebig. Die Kehrseite: Tierwohl ist ein echtes Thema, die Haltung von Gänsen und Enten schwankt stark. Dazu kommt, dass manche Daunenjacken mit PFAS imprägniert werden, also mit per- und polyfluorierten Chemikalien, die in der Umwelt kaum abgebaut werden.

Synthetik kontert mit zwei Vorteilen: meist günstiger und unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Eine nasse Synthetikfüllung wärmt weiter, nasse Daune fast nicht mehr. Der Haken sitzt im Waschgang, denn Kunstfasern geben Mikroplastik ab, und die Produktion hängt am Erdöl. Die Branche reagiert: Patagonia hat die Nano Puff 2025 auf eine zu 100 Prozent recycelte Hülle umgestellt und nutzt PrimaLoft-Füllung aus dem emissionsreduzierten P.U.R.E.-Verfahren, Cotopaxi setzt bei der Capa Insulated auf PrimaLoft Gold P.U.R.E. aus vollständig recyceltem Synthetik. Recycelte Füllung ist damit noch nicht Standard, aber sie ist kein Nischenversprechen mehr.

Mein praktischer Rat: Für trockene Kälte und maximale Wärme pro Gramm bleibt hochwertige, zertifizierte Daune erste Wahl. Für nasskalte Winter, für alle, die Tierprodukte meiden wollen, oder für den täglichen Stadtgebrauch ist recycelte Synthetik die ehrlichere Wahl. Wer beides will, schaut sich Hybridmodelle an, die Daune im Kern mit Synthetik an Schultern und Armen kombinieren, dort wo Nässe zuerst ankommt.

Farben, Schnitt und worauf du beim Kauf achtest

Farblich tragen neutrale Grundtöne den Look: Beige, Schwarz, Grau, ergänzt um Creme und Anthrazit. Wer einen Akzent setzen will, greift zu Burgund oder Matchagrün, das hebt die Jacke aus der grauen Masse, ohne in zwei Jahren altmodisch zu wirken. Beim Schnitt gilt: lieber eine Nummer großzügiger und bewusst oversize als zu knapp. Achte auf eine hohe Füllkraft (Cuin-Wert) bei Daune, auf das Füllgewicht bei Synthetik, auf einen Reißverschluss mit Untertritt gegen Zugluft und, wenn dir Umwelt wichtig ist, auf RDS-zertifizierte Daune oder ausgewiesen recyceltes Material.

Wie schnell sich Modetrends sortieren, zeigt der Rückblick ohnehin am besten. Was 2022 frisch wirkte, ist heute Basis, anderes ist verschwunden. Wer den Bogen nachvollziehen will, findet in unseren Fashiontrends 2024 die Zwischenstation, an der sich vieles entschieden hat.

Und falls die Jacke nicht nur die Stadt, sondern auch die Piste oder die Joggingrunde sehen soll: Bei sportlicher Nutzung zählen Atmungsaktivität und Bewegungsfreiheit stärker als der reine Style, ein Blick auf InspiredBySports hilft, Funktion und Optik zusammenzubringen.

Kurz geklärt

Ist die Pufferjacke 2025/26 noch im Trend?

Ja, und stärker als 2022. Sie hat den Sprung vom Saisontrend zum festen Wardrobe-Piece geschafft. XXL-Volumen und Oversize-Schnitte bestimmen das Bild, getragen von Labels wie Saint Laurent und Prada. Voluminöse Modelle sind gegenüber 2023 deutlich gefragter.

Daune oder Synthetik, was soll ich nehmen?

Daune wärmt am besten pro Gewicht und hält jahrelang die Form, ist aber bei Nässe empfindlich und wirft Tierwohlfragen auf. Recycelte Synthetik trocknet schneller, ist günstiger und tierfrei, verliert aber über die Jahre an Bausch. Für trockene Kälte Daune, für nasskalt und Alltag Synthetik, für beides ein Hybridmodell.

Wie nachhaltig ist eine Pufferjacke überhaupt?

Es kommt auf die Details an. RDS-zertifizierte Daune ohne PFAS-Imprägnierung und Modelle mit recycelter Füllung wie Patagonias Nano Puff oder Cotopaxis Capa sind die saubereren Optionen. Am nachhaltigsten ist die Jacke, die du wirklich lange trägst, deshalb lohnt Qualität vor Schnäppchen.

Welche Farbe hält am längsten modern?

Neutrale Töne wie Schwarz, Beige, Grau und Anthrazit tragen über Jahre. Wer einen Akzent will, liegt mit Burgund oder Matchagrün aktuell richtig, ohne sich an eine schnell verbrauchte Modefarbe zu binden.

Bildquelle: Pexels / Franco Monsalvo
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