//STYLESelbstgenähte Stoffmasken in verschiedenen Farben neben Schnittmuster und Schere auf einem Holztisch
20. Juli 2020 // 10:24 Uhr

DIY: Sei dein eigener Maskendesigner

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

2020 wurde die Maske über Nacht zum Alltagsbegleiter, und prompt machten kreative Köpfe daraus eine Leinwand. Wir haben damals die schönsten DIY-Masken gesammelt. Fünf Jahre später ziehen wir Bilanz, was von dem Bastel-Trend bleibt.

Im Sommer 2020 war die Stoffmaske das meistgesehene Accessoire des Jahres, und eine kleine Bastel-Community machte daraus eine Kunstform. Wir haben damals durch Instagram und Pinterest gescrollt und die schönsten DIY-Masken zusammengetragen, von Bob-Ross-Malerei bis Stickkunst. Heute, mit Abstand betrachtet, ist der akute Anlass weg: Die letzten bundesweiten Corona-Schutzregeln liefen am 7. April 2023 aus, die Maskenpflicht im Fernverkehr endete schon am 2. Februar 2023. Was bleibt, ist der eigentliche Reiz dahinter, aus einem schlichten Alltagsgegenstand ein persönliches Designstück zu machen. Genau dieser Gedanke trägt weit über die Pandemie hinaus.

Quick Fitting

  • Die DIY-Maskenkunst von 2020 war kein Zufall, sondern Ausdruck eines größeren Wunsches nach Individualisierung.
  • Drei Techniken dominierten: Bemalen mit Textilfarbe, Besticken von Baumwollmasken und das Nähen aus Stoffresten.
  • Du brauchst kaum mehr als eine schlichte Maske, Textilfarbe oder Nadel und Faden, der Rest ist Geduld.
  • Die Pflicht ist Geschichte, das Prinzip nicht: Selbermachen statt Kaufen bleibt der eigentliche Luxus.
  • Heute lebt die Energie in Upcycling und handgemachter Mode weiter, nicht mehr am Mund, sondern im Kleiderschrank.
Selbstgenähte Stoffmasken in verschiedenen Farben neben Schnittmuster und Schere auf einem Holztisch

Wie aus einer Pflicht ein Bastel-Trend wurde

Die Maske kam 2020 nicht als modisches Statement in unser Leben, sondern als Vorschrift. Genau das machte sie interessant. Sobald ein Gegenstand zur Uniform wird, wächst der Wunsch, ihn sich anzueignen. Während die einen gestresst auf ein Stück Vlies vor dem Gesicht starrten, sahen andere eine winzige, weiße Leinwand. Auf Instagram und Pinterest entstand binnen Wochen eine eigene Bildsprache rund um die bemalte, bestickte und selbstgenähte Maske, oft mehr Kunsthandwerk als Schutzartikel.

Spannend ist, dass der Trend selten von professionellen Designern getragen wurde, sondern von Hobby-Kreativen. Die schlichte weiße Einwegmaske war dafür ideal: günstig, überall verfügbar und ein gleichmäßiger Untergrund, der Farbe und Faden gut zur Geltung brachte. Wer die Bilder von damals heute wieder ansieht, erkennt darin weniger eine Corona-Erinnerung als eine kleine Studie darüber, wie Menschen Massenware persönlich machen.

Maskart im Bob-Ross-Style

Unglaublich, was mit etwas künstlerischer Raffinesse aus einer gewöhnlichen Einwegmaske wird. Der Anstrich auf der dreilagigen Maske gleicht einem Bob-Ross-Gemälde im Mini-Format, kleine Landschaften mit weichen Wolken und happy little trees, die beim Tragen im öffentlichen Raum garantiert ein Hingucker sind. Dass ausgerechnet der 1995 verstorbene TV-Maler hier Pate steht, passt: Seine Botschaft war immer, dass jeder malen kann.

Für alle mit etwas Übung an der Hand ist diese Variante ein idealer Zeitvertreib. Mehr als eine schlichte Einwegmaske und Textilfarbe braucht es nicht. Wichtig ist nur, dünn zu arbeiten: Damit das Atmen unter der Bemalung angenehm bleibt, eignen sich kleinere Motive an den Seiten besser als eine vollflächig durchgefärbte Vorderseite.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Aysha Alnuaimi (@3yshart) am

Die Maske war 2020 die kleinste Leinwand der Welt, und für viele die erste, die sie sich je selbst gestaltet haben.

Jetzt haben sich die Stickstunden bei Oma gelohnt

Auch mit Schnur und Nadel lassen sich ohne großen Aufwand wunderschöne Masken zaubern, wie diese gestickten Baumwollmasken zeigen. Simple oder opulente florale Muster zieren nun nicht mehr nur Omas Kissen und Deckchen, sondern auch diese Baumwollmasken, die sich mit ein paar kleinen Stichen in ein Unikat verwandeln. Der praktische Nebeneffekt: Die Mehrwegmaske bleibt trotz Stickerei bis zu zehn Mal waschbar und behält ihre Form.

Sticken hat gegenüber dem Bemalen einen Vorteil, der heute wieder zählt. Das Garn sitzt fest im Stoff, blättert nicht ab und übersteht die Wäsche deutlich besser als manche Textilfarbe. Wer den DIY-Gedanken über die Maske hinaus weiterdenkt, landet schnell beim großen Thema dahinter, dem bewussten Selbermachen statt Wegwerfen. Genau das haben wir an anderer Stelle vertieft, etwa in unserem Beitrag zum Upcycling oder bei den leichten Bastelideen für die Ostersaison.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Embroidery Tees Artisan (@primrose.tee) am

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Apañar (@handmade_apa) am

Ran an das DIY-Maskenprojekt: Material und Vorgehen

Wer jetzt Lust auf ein eigenes Maskenprojekt bekommen hat, braucht nur die richtigen Supplies zusammenzutragen. Drei Wege haben sich 2020 herauskristallisiert, und sie funktionieren bis heute genauso. Erstens das Bemalen: schlichte weiße Einwegmaske, spezielle Textilfarbe, ein feiner Pinsel, gut durchtrocknen lassen. Zweitens das Besticken: eine zweilagige Baumwollmaske, Stickgarn in mehreren Farben, ein einfaches florales Muster vorzeichnen und mit Steppstichen füllen. Drittens das Nähen aus Stoffresten, für alle, die an der Maschine zu Hause sind und gleich ein eigenes Schnittmuster zuschneiden wollen.

Bei der Materialwahl lohnt sich ein Blick auf die Basis. Basic Supply führt eine solide Auswahl an einfachen Einweg- und Mehrweg-Baumwollmasken, die als weiße Leinwand für dein Maskenprojekt dienen. Die Masken und weitere Alltags- und Hygieneartikel gibt es zu fairen Preisen und als praktisches Bundle. Mit der richtigen Grundlage steht deiner individuellen Kreation nichts mehr im Weg. Zum Shop.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links und Produktnennungen unseres damaligen Kooperationspartners Basic Supply.

Was vom Masken-Hype blieb

Die akute Notwendigkeit ist verschwunden. Eine allgemeine Maskenpflicht gibt es in Deutschland seit 2023 nicht mehr, und auch für den Winter ist keine in Sicht. Nur in besonders sensiblen Bereichen wie Arztpraxen oder Kliniken kann eine Maske weiterhin sinnvoll oder vom Hausrecht verlangt sein. Die bemalten Designstücke von 2020 sind damit ein Zeitdokument geworden, charmant, ein bisschen schräg, aber unverkennbar von Menschen gemacht, die ihrer Situation etwas Eigenes abringen wollten.

Was wirklich überlebt hat, ist der Impuls dahinter. Der Wunsch, Massenware mit der eigenen Hand persönlich zu machen, steckt heute in jedem bestickten Jeansjäckchen, jeder umgenähten Vintage-Bluse und jedem upgecycelten Stoffrest. Die Maske war für viele nur der Einstieg, die erste kleine Leinwand. Wer damals den Pinsel angesetzt hat, näht oder bemalt heute vielleicht ganz andere Dinge.

Kurz geklärt

Gibt es in Deutschland 2026 noch eine Maskenpflicht?

Nein. Die letzten bundesweiten Corona-Schutzregeln sind am 7. April 2023 ausgelaufen, die Maskenpflicht im Fernverkehr endete bereits am 2. Februar 2023. Eine allgemeine Maskenpflicht ist auch für 2025 und 2026 nicht geplant. Lediglich in sensiblen medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen oder Kliniken kann über das Hausrecht weiterhin eine Maske verlangt werden.

Welche Farbe eignet sich, um eine Maske zu bemalen?

Am besten greifst du zu spezieller Textilfarbe, nicht zu Acryl- oder Wasserfarbe. Textilfarbe haftet auf Stoff, ist nach dem Trocknen flexibel und übersteht in der Regel ein paar Wäschen. Trage sie dünn auf, damit der Stoff atmungsaktiv bleibt, und konzentriere die Motive eher auf die Seiten als auf die gesamte Vorderseite.

Kann ich eine bestickte Stoffmaske noch waschen?

Ja. Bei einer zweilagigen Baumwollmaske bleibt die Stickerei in der Regel bis zu zehn Wäschen erhalten, sofern du sie schonend bei niedriger Temperatur wäschst. Festes Stickgarn übersteht die Wäsche deutlich besser als aufgemalte Motive, deshalb ist Sticken die langlebigere DIY-Variante.

Lohnt sich Masken-DIY heute überhaupt noch?

Als Schutzobjekt im Alltag eher nicht mehr, weil die Pflicht weggefallen ist. Als kreatives Projekt durchaus: Eine selbst gestaltete Maske ist ein einfacher Einstieg in Textilkunst und Upcycling. Wer Spaß daran findet, überträgt die Technik schnell auf Taschenbeutel, Patches oder ganze Kleidungsstücke.

Bildquelle: Pexels / Pavel Danilyuk
Weiterlesen

Mehr aus //STYLE

Spitzen-Kaschmir: Was der Faden verrät
//STYLE

Spitzen-Kaschmir: Was der Faden verrät

21. Juli 2026
Mystery Set: Fassung, die man nicht sieht
//STYLE

Mystery Set: Fassung, die man nicht sieht

20. Juli 2026
Rohdenim: Die Jeans, die sich an dich erinnert
//STYLE

Rohdenim: Die Jeans, die sich an dich erinnert

10. Juli 2026