
Bunt, klobig und absoluter Trend: Ugly Sneaker
Auch 2019 erobern die „Ugly Sneaker“ wieder die Modewelt. Sie sind klobig, bunt und absoluter Trend. Doch was macht die Ugly Sneaker so besonders?
2019 haben wir die Ugly Sneaker als großen Trend gefeiert: klobig, bunt, laut. Heute, ein paar Jahre später, lohnt der Blick zurück. Was ist aus dem hässlichen Turnschuh geworden, und welche Schuhe bestimmen jetzt das Straßenbild?
- Der Ugly Sneaker war 2018 und 2019 der dominante Mode-Schuh, getrieben von Balenciaga Triple S und Dad-Sneaker-Hype.
- Seit 2024 verliert die ultra-klobige Silhouette an Boden. Schlanke Retro-Modelle wie Adidas Samba oder schmale Vintage-Runner haben uebernommen.
- Komplett verschwunden ist der dicke Schuh nicht: Wer 2026 Volumen traegt, braucht einen Grund dafuer, meist echte Performance oder ein Outdoor-Profil.
- Die alten Styling-Regeln gelten weiter. Ein auffaelliger Schuh braucht ein ruhiges Outfit, sonst kippt der Look ins Kostuem.
- Zara, Nike, Puma und Co. fuehren die Schuhe noch, der Schwerpunkt hat sich aber klar Richtung Low-Profile verschoben.

Was waren die Ugly Sneaker eigentlich?
Ein bisschen erinnerten die Schuhe an die 90er und fruehen 2000er. Auch bekannt als Dad Sneaker oder Chunky Sneaker, fielen sie durch die großwirkende, klobige Form auf, durch dicke, futuristische Sohlen, bunte Farbblöcke und kontrastreiche Schnuersenkel. Im Vergleich zu minimalistischen Turnschuhen waren sie genau das Gegenteil: ein Statement, kein Basic. Den Startschuss gab Balenciaga 2017 mit dem Triple S, danach zog die ganze Branche nach, von Luxusmarken bis zu den Eigenlabels der großen Ketten.
Der Reiz lag im bewussten Bruch. Ein Schuh, der absichtlich plump aussah, war eine Ansage gegen den glatten Sneaker-Mainstream. Genau das machte ihn auf Instagram so stark, wo sich das Stueck in wenigen Monaten von der Nische in jede Fußgängerzone verbreitete.
Der Ugly Sneaker war nie wirklich hässlich. Er war ein Statement, das man am Fuß tragen konnte.
Wie kombiniert man den klobigen Schuh?
Diese Frage war 2019 aktuell und sie ist es heute noch, denn die Logik dahinter ändert sich nicht. Ein lauter Schuh braucht ein ruhiges Umfeld. Mom Jeans und schlichtes Sweatshirt, Midirock mit Jeansjacke, eine gerade Hose mit Oversize-Pulli: Immer dann, wenn der Rest des Outfits zurückhaltend bleibt, bekommt der Schuh Raum. Wer dagegen Muster, Farbe und Volumen gleichzeitig stapelt, landet schnell beim Kostuem statt beim Look.
Das gilt jetzt sogar stärker als damals. Wo 2019 fast jeder klobige Schuh als modisch durchging, wirkt das gleiche Modell 2026 schnell aus der Zeit gefallen, wenn der Rest nicht stimmt. Der Schuh allein traegt den Look nicht mehr, er muss sich einordnen.
Was ist daraus geworden?
Der Höhepunkt lag um 2018 bis 2020. Danach kam die Gegenbewegung. Seit 2024 zeigen Stylisten und Trend-Reports klar in eine andere Richtung: schlanke, flache Silhouetten, Retro-Modelle wie der Adidas Samba, schmale Vintage-Runner, dazu warme Erdtöne statt knalliger Kontraste. Der reine Ugly-Sneaker-Look, groß und laut um des Effekts willen, gilt als auf dem absteigenden Ast.
Ausgestorben ist der dicke Schuh trotzdem nicht. Er hat sich verschoben statt verschwunden. Volumen ist 2026 weiter erlaubt, braucht aber eine Begründung. Das sind heute meist Trail- und Outdoor-Modelle mit echtem Profil oder Performance-Sneaker, bei denen die dicke Sohle eine Funktion hat. Aus dem Statement-Schuh ist ein funktionaler Schuh geworden, der zufaellig Volumen mitbringt. Wer also einen Ugly Sneaker im Schrank hat, muss ihn nicht wegwerfen, sollte ihn aber als das tragen, was er heute ist: ein bewusstes Retro-Zitat, nicht der letzte Schrei.
Wo gibt es sie noch zu kaufen?
Die Bezugsquellen von damals existieren weiter, nur die Auswahl hat sich gedreht. Marken wie Nike, Puma, Zara oder Mango fuehren den klobigen Schuh weiterhin, rücken im Schaufenster inzwischen aber die schlankeren Modelle nach vorn. Im Online-Handel ist die Lage stabil: Zalando und About You gehoeren seit 2025 zur selben Gruppe, Asos schreibt zwar rote Zahlen und baut Stellen ab, ist aber weiter am Markt. Wer den Dad-Sneaker-Look sucht, wird also noch fündig. Er ist nur kein Selbstläufer mehr, sondern eine bewusste Entscheidung.
Lohnt sich der Ugly Sneaker 2026 noch?
Kurze Antwort: als Trendkauf nein, als Stilmittel ja. Wer den Schuh liebt, traegt ihn weiter, dann aber als gezieltes Retro-Element in einem sonst aufgeräumten Outfit. Wer dem aktuellen Straßenbild folgen will, greift eher zum flachen Retro-Runner. Beides ist legitim, denn Mode läuft in Schleifen. Der nächste Chunky-Hype kommt bestimmt, die Frage ist nur, in welchem Jahr.
Kurz geklärt
▸Sind Ugly Sneaker 2026 noch im Trend?
Als dominanter Trend nicht mehr. Stylisten und Trend-Reports sehen seit 2024 schlanke, flache Silhouetten und Retro-Modelle wie den Adidas Samba vorn. Der klobige Schuh funktioniert 2026 als bewusstes Retro-Zitat, nicht als Selbstläufer.
▸Worin unterscheiden sich Ugly Sneaker, Dad Sneaker und Chunky Sneaker?
Die Begriffe meinen weitgehend dasselbe: einen Turnschuh mit großwirkender, klobiger Form und dicker Sohle. Dad Sneaker spielt auf den unaufgeregten Stil der 90er an, Chunky beschreibt die Sohle, Ugly war der bewusst provokante Marketing-Begriff.
▸Wie kombiniere ich einen klobigen Schuh, ohne overdressed zu wirken?
Halte den Rest ruhig. Ein auffaelliger Schuh braucht ein zurückhaltendes Outfit, etwa gerade Jeans und schlichtes Oberteil. Sobald Farbe, Muster und Volumen gleichzeitig auftreten, kippt der Look.
▸Welche Sneaker sind 2026 stattdessen angesagt?
Schlanke Low-Profile-Modelle und Retro-Runner, dazu warme Erdtöne wie Espresso und Karamell statt greller Kontraste. Volumen ist weiter erlaubt, dann aber funktional begründet, etwa bei Trail- oder Outdoor-Modellen.
Mehr zu den Farb- und Stofftrends, die jetzt den Ton angeben, findest du in unserem Ausblick auf Violett und Cloud Dancer im Frühling 2026 und in unserem Blick auf Leinen als Trendstoff der Saison.



