//STYLEKissen, Ketten, Fransen - Das sind die Bagtrends 2021
10. März 2021 // 10:33 Uhr

Kissen, Ketten, Fransen – Das sind die Bagtrends 2021

InspiredByLuxury·Aus dem Archiv, neu aufgelegt

2021 haben wir drei Taschen-Trends als das nächste große Ding gefeiert: Slouchy Bags, dicke Ketten, Fransen. Vier Jahre später ist klar, welcher davon zum echten It-Piece wurde und welcher im Schrank blieb.

Im Winter 2020/2021 haben wir dir hier drei Taschen-Trends ans Herz gelegt: die kuschelige Slouchy Bag, die grobe Kette als Henkel und Fransen im Stil der goldenen Zwanziger. Damals war das eine Wette auf die Zukunft. Heute, mit dem Abstand von ein paar Saisons, lässt sich nüchtern nachzählen, welche dieser Wetten aufgegangen ist. Spoiler: Eine davon ist 2025 zur teuersten Tasche der Laufstege geworden, eine zweite ist gekommen und wieder leiser verschwunden, die dritte hat sich zur Dauerlösung gemausert. Wir gehen die drei der Reihe nach durch.

Quick Fitting

  • Slouchy Bags waren 2021 unser Geheimtipp und sind 2025 das It-Bag schlechthin: Bottega Venetas Hop und Loewes Amazona 180 führen die Bewegung weg von der steifen Box an.
  • Dicke Ketten als Henkel blieben ein Detail, kein Dauertrend. Sie tauchen heute eher als Akzent auf, etwa an der Chanel 25, statt als eigene Tasche.
  • Fransen sind der stille Gewinner: Sie kommen alle paar Jahre zurück und 2025 setzen Isabel Marant, Michael Kors und Tory Burch wieder voll darauf.
  • Wer 2021 in eine weiche, ungezwungene Tasche investiert hat, liegt heute goldrichtig. Struktur und Steifheit sind gerade out.
  • Die Faustregel hat sich nicht geändert: weiches Leder, viel Platz, eine Form die sich an dich anpasst statt umgekehrt.
Kissen, Ketten, Fransen - Das sind die Bagtrends 2021

Karl Lagerfeld hat einmal gesagt: „Luxury bags make your life more pleasant, make you dream, give you confidence, and show your neighbours you are doing well.“ Frei übersetzt: Eine gute Tasche macht das Leben schöner, lässt dich träumen, gibt dir Sicherheit und zeigt dem Umfeld, dass es bei dir läuft. An dem Satz hat sich nichts geändert. Geändert hat sich nur, welche Form gerade für dieses Versprechen steht. 2021 haben wir drei Kandidaten aufgestellt. Schauen wir, wer geliefert hat.

Slouchy Bags: aus dem Geheimtipp wurde das It-Bag

2021 haben wir die Slouchy Bag als das Kissen unter den Taschen beschrieben: weiches Leder, keine feste Form, passt sich an und passt zu allem. Damals war das eher eine Nische, der Markt feierte noch die steife, architektonische Box-Tasche. Diese Wette ist voll aufgegangen. 2025 ist die weiche, ungezwungene Tasche nicht mehr eine Option unter vielen, sondern die Leitform der Saison. Brancheneinschätzungen sehen den Anteil slouchiger Modelle am Luxus-Taschenmarkt von rund einem Fünftel im Jahr 2024 auf deutlich über ein Drittel 2025 steigen.

Das prominenteste Beispiel ist die Hop Bag von Bottega Veneta. Ihre Silhouette geht auf einen Hobo-Klassiker des Hauses aus dem Jahr 2002 zurück, neu interpretiert mit pyramidenartiger Form und cleanen Linien. Dass diese Tasche schon ein paar Jahre auf dem Markt ist und trotzdem zu den begehrtesten Modellen überhaupt zählt, sagt viel über den Hunger nach Lässigkeit. Auf der anderen Seite des Spektrums steht Loewes Amazona 180 mit ihrem geraffften Leder und einem Henkel, der eher wie Schmuck als wie ein Träger wirkt. Beide Taschen erzählen dieselbe Geschichte: Die Frau, die sie trägt, hat es nicht nötig, perfekt durchgestylt zu wirken.

Wer 2021 in eine weiche Tasche investiert hat, statt der steifen Box hinterherzulaufen, trägt heute genau das, wofür andere gerade Wartelisten ausfüllen.

Für dich heißt das praktisch: Eine gut gewählte Slouchy Bag ist kein Saison-Wegwerfteil, sondern eine Anschaffung, die über Jahre relevant bleibt. Achte auf weiches, fallendes Leder, eine Größe, in die mehr passt als nur Schlüssel und Handy, und eine Form, die sich beim Tragen leicht zusammenfaltet. Genau das, was wir 2021 schon empfohlen haben.

Dicke Ketten: ein Detail, das Detail geblieben ist

Unsere zweite Wette war die grobe, schwere Kette als Henkel. Die Idee: Was vor Jahren als Statement-Schmuck am Hals lag, wandert auf die Tasche. Diese Prognose ist nur halb aufgegangen. Die Kette ist nie zur tragenden Tasche-für-sich geworden. Sie hat sich stattdessen als Akzent etabliert, als das kleine, unerwartete Detail, das ein ansonsten ruhiges Modell besonders macht. Die Chanel 25 etwa kombiniert eine weiche, trapezförmige Silhouette mit einem einzelnen, dicken Kettenträger. Genau so funktioniert die Kette heute: als Würze, nicht als Hauptgericht.

Wenn du die Kette in deinem Schrank hast, ist sie also nicht verloren. Sie ist nur leiser geworden. Eine schwere Gliederkette an einer schlichten Schultertasche bringt heute mehr als eine Tasche, die komplett auf das Kettenthema setzt. Wer das Spiel mit Schmuck-Akzenten mag, findet bei unseren Schmucktrends-Beobachtungen weitere Anhaltspunkte, wie sich grobe Glieder und Statement-Stücke gerade tragen lassen.

Fransen: der stille Dauergewinner

Die dritte Wette waren Fransen, von uns 2021 in die Tradition der 1920er gestellt. Hier lautet das Urteil: bestätigt, und zwar zuverlässig wiederkehrend. Fransen sind kein Trend, der einmal aufflammt und dann verschwindet. Sie kommen in Wellen zurück, und 2025 ist wieder so eine Welle. Häuser wie Isabel Marant, Michael Kors und Tory Burch setzen für die Saison auf fransenlastige Modelle. Der Reiz ist derselbe geblieben: Fransen bringen Bewegung in eine sonst statische Form und geben einer klassischen Tasche etwas Handgemachtes, Verspieltes.

Das Schöne daran ist die Beständigkeit. Eine Fransen-Tasche, die du 2021 gekauft hast, ist 2025 nicht peinlich, sondern wieder topaktuell. Genau diese Zyklik macht Fransen zu einer der sichersten Investitionen, wenn du auf den Wiedererkennungswert einer Saison verzichten und stattdessen auf Wiederkehr setzen willst. Wer ein Gefühl dafür entwickeln will, welche Muster sich Saison für Saison wiederholen, findet in unserem Überblick zu den Fashiontrends weitere Beispiele für diese Pendelbewegung.

Was bleibt von 2021

Drei Wetten, ein klares Bild. Die Slouchy Bag hat den größten Sprung gemacht, von der Nische zum Laufsteg-Liebling. Die Kette ist vom Trend zum Detail geschrumpft, ohne ganz zu verschwinden. Die Fransen sind das, was sie immer waren: ein verlässlicher Wiedergänger. Was alle drei verbindet, ist die Bewegung weg von der harten, perfekten Linie hin zu etwas Weicherem, Persönlicherem. Wenn du heute eine Tasche kaufst, ist das die eine Frage, die du dir stellen solltest: Passt sie sich mir an oder muss ich mich ihr anpassen? 2021 war die Antwort schon klar. 2025 ist sie nur noch deutlicher geworden.

Kurz geklärt

Sind Slouchy Bags 2025 immer noch im Trend?

Ja, die weiche, ungezwungene Tasche ist 2025 die Leitform der Saison. Modelle wie die Bottega Veneta Hop und die Loewe Amazona 180 zählen zu den begehrtesten Taschen überhaupt. Der Markt hat sich klar von der steifen Box-Form wegbewegt.

Lohnt sich eine Tasche mit dicker Kette noch?

Als Akzent ja, als alleinstehendes Statement weniger. Die grobe Kette hat sich vom eigenen Trend zum Detail entwickelt. Sie wirkt heute am besten als einzelner, schwerer Träger an einer sonst ruhigen Tasche, etwa nach dem Vorbild der Chanel 25.

Kommen Fransen-Taschen immer wieder zurück?

Ja. Fransen sind ein zyklischer Trend, der alle paar Jahre wieder auftaucht. 2025 setzen unter anderem Isabel Marant, Michael Kors und Tory Burch auf fransenlastige Modelle. Eine ältere Fransen-Tasche ist deshalb selten wirklich aus der Mode.

Worauf sollte ich beim Kauf einer Slouchy Bag achten?

Auf weiches, fallendes Leder, eine großzügige Größe und eine Form, die sich beim Tragen leicht zusammenfaltet. Eine gute Slouchy Bag passt sich dir an, statt dich in eine starre Silhouette zu zwingen. Genau diese Eigenschaft macht sie über mehrere Saisons hinweg tragbar.

Bildquelle: Pexels / Moose Photos
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